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Ministerkonferenz des Europarats im Kursaal

Für zwei Tage ist Interlaken im Fokus der europäischen Politik. Einschränkungen für die Bevölkerung soll es kaum geben. Stattdessen bietet die Konferenz des Europarats eine gute Gelegenheit für den Ort, sich zu präsentieren.

Noch sind die Stühle im Kursaal Interlaken leer. Am Donnerstag und Freitag werden hier unter anderem die europäischen Aussenminister sitzen und über die Zukunft des Europäischen Gerichtshofs beraten.
Noch sind die Stühle im Kursaal Interlaken leer. Am Donnerstag und Freitag werden hier unter anderem die europäischen Aussenminister sitzen und über die Zukunft des Europäischen Gerichtshofs beraten.
zvg

Am Donnerstag reisen, die hohen Vertreter des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) und des Europarats an sowie die Vertreter der 47 Europarats-Mitgliedstaaten. Am Donnerstag und Freitag werden sie im Casino-Kursaal Interlaken über die Zukunft des EGMR beraten (wir berichteten). Treffen wie diese rufen unweigerlich Bilder von Kilometer langen Absperrungen und einem massiven Aufgebot an Sicherheitskräften in Erinnerung, wie zuletzt beim World Economic Forum in Davos. Ist bei so viel prominentem Besuch also auch in Interlaken wegen Sicherheitsmassnahmen mit erheblichen Einschränkungen für die Bevölkerung zu rechnen? «Das Sicherheitsdispositiv wird in Interlaken zu keinen signifikanten Behinderungen führen», stellt Nadine Olivieri Lozano vom eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) klar. Die Massnahmen beträfen in der Hauptsache den Kursaal, wie Linda Shepard, ebenfalls vom EDA, ergänzt. Über weitere Details «aus sicherheitspolizeilicher Optik», wie Anzahl der Einsatzkräfte oder Absicherung des Luftraums, wollten weder das EDA, noch das Bundesamt für Polizei Angaben machen.

Visitenkarte hinterlassen

Statt also Einschränkungen zu bringen, liegt in der Konferenz vielmehr eine Chance für den Tourismusort. «Konferenzen wie diese bieten immer auch die Gelegenheit, den ausländischen Gästen eine Visitenkarte der Schweiz zu hinterlassen. Interlaken und die Berner Alpen bieten einen traumhaften Schauplatz für die Besucher und setzt die Konferenz unter ein gutes Vorzeichen. Das ist wichtig», erklärt Nadine Olivieri Lozano. Und damit die Konferenzteilnehmer auch tatsächlich einen Eindruck davon erhalten, wo sie ihre politischen und juristischen Verhandlungen abhalten, ist ein kurzer zusätzlicher Programmpunkt vorgesehen. Nadine Olivieri Lozano: «Wir bieten den Ministern an, an einer kurzen Exkursion das schöne Bergpanorama auf sich wirken zu lassen. Entsprechend hoffen wir auf gutes Wetter.»

«Grossartig für Interlaken»

Und so freut man sich in Interlaken auf die hohen Gäste. «Das ist grossartig für Interlaken und den Kursaal im Besonderen. Ich freue mich auf den Anlass», meint etwa Ole Hartjen, als Direktor des Casinos-Kursaal sozusagen Gastgeber der Ministerriege. «Im vergangenen Jahr die Botschafterkonferenz, nun die Ministerkonferenz und weitere Anlässe sollen folgen», führt Hartjen aus und nennt dies eine erfreuliche Entwicklung: «Wenn man nicht im Bundeshaus bleibt, kommt man nach Interlaken.»

Bund und Kanton zahlen

«Alles, was mithilft, den Namen Interlaken bekannt zu machen, ist natürlich willkommen», findet auch der Direktor der Tourismusorganisation Interlaken (TOI) Stefan Otz. Er hofft, dass dem einen oder anderen Konferenzteilnehmer der Ort in guter Erinnerung bleiben wird und freut sich zudem über die Erwähnung Interlakens in den Medien. Otz: «Das ist gut für den Tagungsstandort, auch im Hinblick auf den neuen Kongresssaal.» Etwas stolz, dass seine Gemeinde ausgewählt wurde, ist auch Gemeindepräsident Urs Graf. «Solche Konferenzen haben nicht viele Orte in der Schweiz», sagt Graf, der mit den Gästen nur bei einem Abendessen zusammenkommt. Erfreut kann man zudem in Interlaken zur Kenntnis nehmen, dass der mögliche Werbeeffekt der Konferenz ohne zusätzliche Kosten für die Gemeinde kommt. «Die Kosten werden durch den Bund getragen. Der Kanton Bern stellt sein Polizeiaufgebot unentgeltlich zur Verfügung. Das Gesamtbudget beträgt 1,3 Millionen Franken», sagt EDA-Mitarbeiterin Nadine Olivieri Lozano.

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