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Nez rouge: 400 heil nach Hause gebracht

In zwei Wochen hat Nez rouge im Berner Oberland 400 Personen heimgeführt. Die 300 Helfer sind bis Silvester noch im Einsatz.

Einsatzbereit bis Silvester: Neben dem Nez-rouge-Fahrzeug stehen Daniel Bodmer (l.), Vizepräsident, und Heinz Hachen, Präsident.
Einsatzbereit bis Silvester: Neben dem Nez-rouge-Fahrzeug stehen Daniel Bodmer (l.), Vizepräsident, und Heinz Hachen, Präsident.
Christina Wyttenbach

«Anrufen statt anlassen», mit diesem Motto will Nez rouge Fahruntüchtige animieren, über die Festtage den kostenlosen Fahrdienst zu nützen. Die nationale Kampagne startete am 11.Dezember zum 20.Mal. «Im Berner Oberland hatten wir in den ersten elf Nächten bereits 215 Fahrten und 400 heimgeführten Personen», sagt Heinz Hachen, Präsident von Nez rouge Berner Oberland. Die regionale Sektion wurde 2003 gegründet. Im letzten Jahr zählte man rund 500 Fahrten und über 1000 Heimgeführte. «Das Ziel ist nicht, jedes Jahr mehr Personen zu transportieren, sondern die Leute zu anderen Lösungen zu animieren», so Hachen.

«Ich habe in sieben Jahren noch keinen einzigen Komapatienten als Kunden gesehen», erzählt Daniel Bodmer, Vizepräsident. Meist würden vernünftige Leute anrufen, die wegen zu viel Alkohol nicht mehr auf die Strassen dürfen. Auch Leute, die übermüdet sind oder nachts bei glatten Strassen Angst haben, selbst heimzufahren, nützen den Dienst.

300 freiwillige Helfer

Insgesamt werden in der Region bis Ende der Aktion am 31.Dezember rund 300 ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer unterwegs sein. Das Team ist gemischt, Frauen und Männer von 20 bis 70 Jahren helfen mit. «Wir sind unseren Mitarbeitenden für die freiwillige Arbeit sehr dankbar», betonen Präsident und Vizepräsident. Letzten Freitag und Samstag waren in der Region jeweils neun Fahrzeuge, vier Privatfahrzeuge und fünf eigene Fahrzeuge von Nez rouge, im Einsatz. «An Silvester sind sogar 15 Teams unterwegs», sagt der Chef der Freiwilligen, Martin Bircher.

Die Fahrer treffen sich jeweils um 21 Uhr zu einer Schulung in der Einsatzzentrale in Allmendingen beim Restaurant Kreuz. Die Sicherheit auf der Strasse ist wichtig. «Wir sind stolz, dass sich trotz der prekären Strassenverhältnisse der letzten Tage kein einziger Zwischenfall ereignet hat», sagt Hachen. Vor dem Einsatz setzen sich die Helfer zu einem gesponserten Nachtessen zusammen, und ab 22 Uhr stehen die Leitungen bis 3 Uhr offen. Der Kunde muss Namen, Ort, Natelnummer und seinen Wohnort angeben. Gefragt wird auch nach der Automarke, denn Nez rouge ist kein Taxidienst. «Da gibt es keine Ausnahmen», sagt Hachen. Der Kunde wird von einem Zweierteam abgeholt und in seinem eigenen Auto nach Hause chauffiert. Die Fahrten gehen teilweise bis nach Adelboden, Kandersteg, Meiringen oder Grindelwald. Die beiden Helfer kehren danach mit dem Nez-rouge-Wagen nach Allmendingen zurück oder übernehmen gleich den nächsten Einsatz.

Zwei Anliegen

Nez rouge will einerseits Unfälle vermeiden und zur Verkehrssicherheit beitragen, andererseits werden mit den Spenden an die Aktion gemeinnützige Organisationen unterstützt. «Dieses Jahr gehen die Beiträge an die Stiftung Bad Heustrich, Emdtal», so Nez rouge. «Die Fahrzeugkosten und alle weiteren Umtriebe werden durch unsere Sponsoren finanziert», erklärt Hachen.

Informationen: Telefon Nez rouge 0800 802208. Oder direkt an die Sektion Berner Oberland: 033 3367440.

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