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«Oberhofen muss auch einen Teil der Verantwortung übernehmen»

Dass der Kanton die Zivilschutzanlage Oberhofen als Notunterkunft für Asylsuchende ins Auge fasst, gibt im Dorf zu reden. Der Tenor bei den Ortsparteien ist klar: Auch Oberhofen hat einen Teil der Verantwortung zu tragen.

Die Zivilschutzanlage in Oberhofen: Hier möchte der Kanton dereinst 100 Flüchtlinge unterbringen.
Die Zivilschutzanlage in Oberhofen: Hier möchte der Kanton dereinst 100 Flüchtlinge unterbringen.
Manuel Lopez

«Wir werden nicht mauern», sagt Hans Ulrich Bieri. «Oberhofen muss auch einen Teil der Verantwortung übernehmen», führt der Präsident der lokalen SVP aus. Für ihn sei es eine Frage der Zeit gewesen, bis der Kanton auf Oberhofen zukommt. «Die Problematik ist ja nicht neu», sagt Bieri. Die Flüchtlingsströme hätten zugenommen. Die Menschen müssten irgendwo untergebracht werden. Ob eine Zivilschutzanlage geeignet sei, bezweifle er aber. «Kurzfristig ist es eine Lösung, aber längerfristig kann dies den Menschen nicht zugemutet werden.»

Um sich abschliessend eine Meinung zu bilden, fehlen ihm aber aktuell noch die Informationen, sagt Bieri weiter. So sei noch vieles unklar. Zum Beispiel, ab wann und wie lange eine Notunterkunft in Oberhofen betrieben werden soll, oder was für einen Schlag Menschen einquartiert würden. «Es muss eine Lösung geben, die für alle tragbar ist», sagt Bieri. Dazu benötige es jetzt Gespräche zwischen Kanton, Gemeinde aber auch den Oberhofnern.

«Kein guter Standort»

Grundsätzlich ins gleiche Horn stösst Bieris Amtskollege bei der BDP, Ulrich Frutiger. Oberhofen stehe – wie andere Gemeinden auch – in der Verantwortung. «Wir müssen sie wahrnehmen.» Ob die Zivilschutzanlage aber ein guter Standort sei, wage er infrage zu stellen, sagt Frutiger. «Sie befindet sich mitten im Dorf. Zudem gibt es kaum Platz für die Flüchtlinge, sich ausserhalb der Anlage aufzuhalten.» Er sei deshalb der Meinung, dass es geeignetere Unterkünfte gebe, sagt Frutiger.

«Die Flüchtlinge müssen irgendwo hin», sagt SP-Präsidentin Petra Maurer. Auch Oberhofen stehe in der Pflicht, Lösungen anzubieten. Sie bezweifelt jedoch, dass eine Zivilschutzanlage ein idealer Ort ist. Sie würde es begrüssen, wenn auch andere Objekte in Betracht kämen. «Es gibt viele leer stehende Gebäude, die sich besser als eine Zivilschutzanlage eignen.» Vorbehalte hat Maurer bezüglich der Anzahl Flüchtlinge.

«Für eine Gemeinde in der Grösse von Oberhofen (2400 Einwohner, Anm. d. Red.) sind 100 Menschen sehr viel», gibt sie zu bedenken. Ein grosses Anliegen ist der SP-Präsidentin, dass die Flüchtlinge – sollten sie in Oberhofen ein temporäres Zuhause finden – in den Alltag eingebunden werden. «Es ist nicht damit getan, ihnen eine Unterkunft zur Verfügung zu stellen.»

«Schnellschuss vermeiden»

100 Flüchtlinge seien für Oberhofen wahrscheinlich zu viel, sagt FDP-Präsident Thomas von Gunten. Schliesslich gehe es auch darum, die Lebensqualität der Oberhofner weitestgehend zu erhalten. «Wir wehren uns aber nicht grundsätzlich gegen eine Notunterkunft», stellt von Gunten klar. Die FDP möchte aber «einen Schnellschuss vermeiden». Nun gehe es darum, die Situation gründlich zu analysieren, auch bezüglich der Zivilschutzanlage. «Wir sind nicht so sicher, ob Oberhofen wirklich eine der besten Anlagen hat, wie Regierungsrat Hans-Jürg Käser behauptet.»

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