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Oberländer Landschaft erhalten und fördern

Wie die rund 300 Bäuerinnen und Bauern die schöne Oberländer Landschaft erhalten und fördern können – darüber orientiert die Regionalkonferenz in diesen Tagen.

Der volkswirtschaftliche Gewinn der Bienen liegt nur zu einem kleinen Teil beim Honig fürs Frühstücksbrot. Viel wichtiger sind sie für das Bestäuben der Blüten.
Der volkswirtschaftliche Gewinn der Bienen liegt nur zu einem kleinen Teil beim Honig fürs Frühstücksbrot. Viel wichtiger sind sie für das Bestäuben der Blüten.
Keystone

«Gemeinsam die schöne Oberländer Landschaft erhalten und fördern» – unter diesem Motto informiert die Regionalkonferenz Region Oberland-Ost in diesen Tagen wieder rund 300 Bäuerinnen und Bauern über Massnahmen, Beiträge und Landwirtschaftspolitik. Die Angebote – dargebracht von der Landschaftsberaterin Claudia Schatzmann und dem Biologen Roland Luder – stossen immer seltener auf Skepsis und werden im bürokratischen Dschungel der Landwirtschaftspolitik zunehmend dankbar angenommen.

Erhalt und Förderung der Kulturlandschaft im östlichen Berner Oberland: Dieses Ziel hat sich die Regionalkonferenz Oberland-Ost schon vor vielen Jahren gesteckt und dabei sehr früh mit den Oberländer Bäuerinnen und Bauern zusammengearbeitet. Mit grossem Engagement versucht sie zudem Menschen zusammenzubringen, die sich in dieser Landschaft bewegen oder hauptsächlich von dieser Landschaft leben. Traditionsgemäss informiert die Region in den ersten Frühlingstagen die Bäuerinnen und Bauern – so auch kürzlich in Innertkirchen.

Heute wird die Landwirtschaft im östlichen Berner Oberland für ihre Leistungen zugunsten der Kulturlandschaft teilweise entschädigt, so etwa für die Pflege der besonders wertvollen, vernetzten Ökoflächen, der Blumenwiesen, schöner Waldränder, Hecken, Obstbäumen oder Trockensteinmauern (siehe auch Kasten Landschaftsfonds). Weit über 1 Million Franken zusätzlicher Bundesbeiträge werden jährlich dank dem regionalen Vernetzungsrichtplan an die Landwirte im östlichen Oberland ausbezahlt, wie die Landschaftsberaterin Claudia Schatzmann, ausführte. Das Ziel bleibt dabei immer das gleiche: eine vielfältige, reichhaltige und kleinräumig strukturierte Landschaft. Dies garantiert nicht nur das Überleben vieler Tierarten und Insekten, sondern tut auch dem Menschen in der Seele wohl. Und von diesem Umstand lebt wiederum das touristische Oberland in grossem Masse.

In der Landschaft und nur

soweit notwendig am Pult

Dass diese Unterstützung nicht ohne Papierkram und detaillierte Kenntnisse der bürokratischen Vorgaben geht, wurde an der Information ebenfalls klar. Für die grosse Zahl aufgelegter Formulare, Informationen und Broschüren waren gleich mehrere Tische nötig. Immerhin hilft die Region auch im Bauernhofbüro unterstützend. So wurde jedem einzelnen Bauern ein vorausgefülltes Formular für die Anmeldung der Vernetzungsflächen ausgehändigt. Ziel müsse sein, dass die Landwirte ihre Arbeitskraft weitmöglichst in der Landschaft einbringen und nur soweit notwendig am Pult.

Landwirtschaftspolitik kommt Berggebiet zugute

So dürften den auch die Ausführungen des Biologen Roland Luder betreffend der neuen Landwirtschaftspolitik 2014–2017 für die anwesenden Bauern hilfreich sein, wenn es darum geht, die Betriebe rechtzeitig an die neuen Zielsetzungen der Politik anzupassen. Laut Luder stehe die Oberländer Berglandwirtschaft im Bezug auf die neuen Ziele sehr gut da. Und er stellte in Aussicht, dass viele der vorgesehenen Massnahmen 2014–2017 den Landwirten im Oberland zugute kommen werden. So dürfte sich die finanzielle Unterstützung an die Landschaftspflege im Berggebiet erhöhen, unter anderem mit

  • neuen Beiträgen fürs Mähen im steilen Gelände;
  • Qualitätsbeiträgen für die Blumenvielfalt, neu auch in den Sömmerungsgebieten;
  • der Angleichung der Qualitäts- und Vernetzungsbeiträge (die Berggebiete erhalten künftig gleich hohe Beiträge wie die Talbauern);
  • Beiträgen an Landschaften mit besonders hoher Qualität und Schönheit.

Bienensterben – Landwirtschaft kann entgegenwirken

Auch die Bienen sind unermüdliche Arbeiterinnen in unserer Landschaft. Wie Heinz Moor vom Bienenzüchterverein Oberhasli ausführte, liegt der volkswirtschaftliche Gewinn der Bienen nur zu einem kleinen Teil beim Honig fürs Frühstücksbrot. Viel wichtiger sind sie für das Bestäuben der Blüten und somit beispielsweise für einen erfolgreichen Obst- und Beerenertrag. Laut Heinz Moor werden nicht weniger als 85 Prozent der Äpfel von Bienen bestäubt.

Heute ist das Bienensterben ein vieldiskutiertes Phänomen, und das öffentliche Interesse an den fleissigen Arbeiterinnen ist grösser denn je. Milben, Viren, Bakterien, aber auch bisher ungeklärtes Wegfliegen ganzer Völker aus dem Winterdomizil verlangt bei den Hobbyimkern eine gute Schulung und Weiterbildung.

Dabei hat Heinz Moor folgende Wünsche der Imker vorgebracht:

  • Die wichtigen Pflanzen für Bienen – hier unter anderen der Löwenzahn, Haselstauden, Himbeeren und Brombeeren oder der Lindenbaum – möglichst schonen und Wiesen erst nach der Blütezeit des Löwenzahns schneiden.
  • Beim Mähen auf Aufbereiter verzichten. Diese können in kürzester Frist Tausende Bienen vernichten. Balkenmäher schaden den Bienen am wenigsten.
  • Wenn möglich fürs Mähen die frühen Morgen- oder die Abendstunden wählen oder jene Stunden meiden, in denen besonders viele Bienen die Wiese besuchen.
  • Beim Einsatz von Pestiziden gegen Ungeziefer immer daran denken, dass fast alle Insektengifte auch die Bienen treffen.

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