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Oberland hatte «durchzogene» Saison

Die zu Ende gehende Wintersaison fassen die Berner Oberländer Touristiker in einem Wort zusammen: durchzogen.

Der Weltcup in Adelboden stopfte das Januarloch.
Der Weltcup in Adelboden stopfte das Januarloch.
Keystone

Der Schnee kam spät, eine Kältewelle verscheuchte im Februar zum Teil die Tagesgäste und bei den ausländischen Ferienleuten drückte der starke Schweizer Franken aufs Portemonnaie.

Dem Saanenland hielten die Schweizer Gäste dieses Jahr im allgemeinen die Treue, wie die dortige Tourismusorganisation am Mittwoch mitteilte.

Einen spürbaren Rückgang, besonders ausserhalb der Hochsaison, verzeichnete die Destination bei Touristen aus den klassischen Kernmärkten Deutschland, Frankreich, Grossbritannien und den Benelux- Ländern.

Die Wechselkurs-Situation verschärfte die Lage noch. «Europaweit nehmen die Gäste die Schweiz als teures Ferienland wahr. Gleichzeitig schätzen sie die Qualität, aber irgendwann ist auch bei ihnen die Grenze des Leistbaren erreicht», sagt Martin Bachofner von Gstaad Saanenland Tourismus.

Hoteliers und Gewerbler in der Region erlebten die Gäste als preissensibler und stellten eine erkennbare Bescheidenheit fest, wie aus der Mitteilung der Tourismusorganisation weiter hervorgeht.

Gedanken macht man sich in Gstaad auch zu einem anderen Phänomen: eine immer stärker konzentrierte Hochsaison mit überbordenden Spitzenbelegungen. Handlungsbedarf besteht laut Bachofner insbesondere, um die Saisonrandzeiten besser auszulasten.

Weltcup stopft das Januarloch

In Adelboden bescheren die Ski-Weltcuprennen dem Ort im traditionell eher schwachen Januar jeweils gute Zahlen. Das war auch dieses Jahr nicht anders.

Das Weihnachtsgeschäft in der Region Adelboden sei indessen unbefriedigend gewesen, blickt Tourismusdirektor Jürg Blum auf den Beginn der Wintersaison zurück. Dafür sorgten der verspätete Schnee und eine ungünstige Lage der Festtage. Mit Februar und März ist man in Adelboden hingegen recht zufrieden.

Insgesamt dürften die Hotels die Vorjahreszahlen in etwa erreichen, schätzt Blum. Ähnliches gilt auch für die Bahnen.

Den starken Franken spürte man auch in Adelboden, allerdings wohl etwas weniger als andernorts, denn die Adelbodner Gäste kommen zu rund 60 Prozent aus der Schweiz.

Um den Währungsunbillen dennoch ein Schnippchen zu schlagen, machte Adelboden verstärkt in der Westschweiz Werbung. Das kam offenbar an, denn laut Blum hatte es diesen Winter viele Romands in Adelboden.

Kürzere Aufenthaltsdauer

Auch im Haslital waren die Auswirkungen der schlechten Wirtschaftslage zu spüren, wie Nils Glatthard, Geschäftsführer von Haslital Tourismus auf Anfrage sagte. Die Buchungszahlen seien in allen Beherbergungsformen unter Druck geraten.

«Wir hatten insgesamt wohl nicht weniger Gäste, diese blieben aber weniger lang oder wichen auf billigere Unterkünfte aus», machte Glatthard auf ein weiteres Phänomen aufmerksam.

Er verdeutlichte dies mit einem Beispiel: Bei den Direktreservationen ging fast ein Drittel mehr Buchungen ein, der Gesamtumsatz stieg aber nicht. Auf der positiven Seite verbuchte Glatthard die Schneeverhältnisse, die den ganzen Winter über ausgezeichnet gewesen seien.

Gute Pistenverhältnisse nach spätem Schnee

In der Jungfrauregion begann die Skisaison eher verhalten, wie Simon Bickel, Mediensprecher der Jungfraubahnen, auf Anfrage sagte. Schuld sei der verspätete Schnee gewesen. Nach den zwar verspäteten, aber reichlichen Schneefällen seien die Verhältnis den ganzen Winter über gut gewesen.

Im Skibetrieb gab es laut Bickel wegen Lawinengefahr einzelne Unterbrüche und die klirrende Kälte hielt im Februar wohl den einen oder anderen Tagesgast vom Skifahren ab. Zudem spürten auch die Jungfraubahnen den starken Franken. Dies habe sich vor allem bei Ferienaufenthaltern aus dem Ausland bemerkbar gemacht.

Insgesamt bezeichnet auch Bickel die zu Ende gehende Wintersaison als «durchzogen».

SDA/cls

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