Platz für mehr als 500 Arbeitsplätze

Steffisburg

Am Dienstag hat Steffisburg ein ehrgeiziges Projekt für das Gewerbegebiet Aarefeld vorgestellt. In fünf Gebäuden mit total knapp 40'000 Quadratmetern Fläche soll Raum für bis zu 500 oder sogar mehr Arbeitsplätze entstehen.

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Marco Zysset@zyssetli

Fünf multifunktionale Gewerbebauten – bis 21 Meter hoch – mit total knapp 40'000 Quadratmetern Nutzfläche, Raum für mehr als 500 Arbeitsplätze – und alles über den Autobahnzubringer an die A6 und den Bypass Thun-Nord angeschlossen: Das will Steffisburg auf dem Gewerbegebiet Aarefeld beim Bahnhof in weniger als 10 Jahren realisieren. Das Investitionsvolumen dürfte gemäss Schätzungen der Gemeinde im dreistelligen Millionenbereich liegen. Am Dienstag stellten Gemeindepräsident Jürg Marti (SVP), Bruno Marti als Projektverantwortlicher in der Abteilung Hochbau/Planung sowie der stellvertretende Gemeindeschreiber Christoph Stalder als Verantwortlicher für das Marketing des Projekts diese ambitionierten Pläne vor.

Sieger aus Biel

Das vorliegende Projekt, das seit Dienstag unter dem Namen Raum5 vermarktet wird, ging als Sieger aus einem Studienwettbewerb hervor, den die Gemeinde Anfang dieses Jahres lanciert hatte. Vier Architekturbüros waren eingeladen, im Rahmen der vorgegebenen Bedingungen ihre Ideen für die Entwicklung des Areals zu präsentieren. Das von der Jury ausgewählte Siegerprojekt von Bauzeit Architekten aus Biel überzeuge vor allem «mit seinem pragmatischen Ansatz mit fünf Baufeldern, dem Ansatz, die Gebäude aus Holz zu bauen und der Qualität der Gesamtgestaltung», sagte Bruno Marti. In der Jury sassen neben Architekten und dem Leiter der Abteilung Hochbau/Planung Hans-Peter Hadorn, Gemeindepräsident Jürg Marti sowie die Inhaber der Boss Holzbau AG Thun und der Immer AG Uetendorf.

Ziel: Verschiedene Firmen

Christoph Stalder erläuterte, dass die Gewerbebauten möglichst flexibel und modular nutzbar sein sollen. «Wir hoffen, dass sich kleine und mittlere Firmen nicht von den grossen Gebäuden abschrecken lassen.» Wo an einem Ort eine Grossfirma Platz finde, könnten sich an einem anderen Ort 20 Kleinfirmen auf dem gleichen Raum ansiedeln, sagte Stalder.

Gemeinde soll investieren

Laut Jürg Marti soll sich die Gemeinde, welche den Löwenanteil des Landes auf dem Areal besitzt, selber auch in einer Betriebsgesellschaft von Raum5 aktiv einbringen. Die Idee ist, dass die Gemeinde zusammen mit Unternehmen, die sich auf dem Aarefeld ansiedeln, sowie mit Investoren eine solche Gesellschaft für Raum5 gründet und betreibt.

Der straffe Zeitplan sieht vor, dass das Volk im Sommer 2015 über eine Überbauungsordnung abstimmen kann und das erste Baugesuch im Frühjahr 2016 eingereicht wird. Schon im nächsten Herbst werden Firmen aus dem Entwicklungsraum Thun eingeladen, sich das Projekt anzusehen –und sich zu beteiligen.

Betroffene und beteiligte Firmen

Die beiden Firmen Boss Holzbau AG in Thun und die Immer AG in Uetendorf waren mit der Gemeinde Steffisburg im Projektwettbewerb für das Gewerbegebiet Aarefeld in Steffisburg involviert. Hans Boss, Hauptaktionär der gleichnamigen Familien-AG mit rund 65 Angestellten, sagt: «An unserem Standort in Thun geht uns der Platz aus.»

Obwohl die Suche nach einem neuen Standort seit längerem laufe, erweise sie sich als schwierig. «Auf dem Entwicklungsschwerpunkt ESP Thun hat sich keine Lösung ergeben», sagt Boss. «Deshalb haben wir uns entschieden, bei der Entwicklung auf dem Aarefeld mitzumachen.» Boss stellt denn auch in Aussicht, dass die Holzbau AG sich weiter einbringen wolle. «Ich kann mir vorstellen, dass wir uns an eine Betriebsgesellschaft beteiligen», sagt er. «Denn das Wettbewerbsergebnis entspricht voll und ganz unseren Vorstellungen.»

Ähnlich tönt es bei der Immer AG in Uetendorf. Inhaber und Geschäftsleiter Peter Trachsel sagt, dass das Unternehmen mehr Platz benötige, der in Uetendorf schlicht nicht mehr verfügbar sei. «Am liebsten möchten wir die Planung auf dem Aarefeld so schnell wie möglich konkretisieren.» Ob die Immer AG mir ihren mehr als 110 Angestellten sich allerdings auch an einer Betriebsgesellschaft beteiligt, lässt Trachsel offen. «Wir müssen zuerst wissen, wie das Konstrukt aussieht, um die Wirtschaftlichkeit abschätzen zu können.»

Eine dritte Firma, die dereinst in Raum5 – unter diesem Namen wird das Areal vermarktet – einziehen könnte, ist Swiss Fun Rent. Der Anbieter von Fahrrädern und Outdoorartikeln ist seit 1 Jahren im alten Held-Gebäude am Glättemühleweg daheim und hat dort einen Mietvertrag bis Ende 2017. Mitinhaber Martin Bühler sagt, es sei für ihn «durchaus eine Option», neue Räume in einem neuen Gebäude an derselben Adresse zu beziehen – «sofern die Wirtschaftlichkeit stimmt».

www.raum5-steffisburg.ch

Thuner Tagblatt

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