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«Projekt kommt nicht zustande»

Enttäuschung, Zufriedenheit und Sorge – der Entscheid von Habkern zum geplanten Naturpark löst viele Emotionen aus.

Verena Moser, Präsidentin des Vereins Naturpark Thunersee-Hohgant:«Die Enttäuschung ist gross. Ich dachte, dass in Habkern die Stimmung ausgeglichen sei. Es ist uns offenbar nicht gelungen, Vertrauen aufzubauen und die immer wieder behaupteten falschen Aussagen zu entkräften. Wenn die Meinungen gemacht sind, ist es sehr schwierig, die Leute vom Gegenteil zu überzeugen. Das Projekt Naturpark, so, wie wir es geplant haben, kommt nicht zustande, das ist sicher. Wir müssen nun sehen, wie es mit den Gemeinden weitergeht, die dem Park zugestimmt haben. Thunersee-Hohgant ist zur Marke geworden. Nun müssen wir auf die Solidarität der grossen Gemeinden wie Thun oder Steffisburg aufbauen.»

Walter Zurbuchen, Gemeindepräsident von Habkern: «Ich habe mit diesem Ergebnis gerechnet. Die Gegner haben alle mobilisiert, auch viele Alte. Da haben Leute mit grossem Einfluss im Hintergrund die Entscheidung mitbestimmt. Im Vorfeld haben mich Leute angerufen und mir gesagt, dass sie bedroht worden seien und ohne Polizeischutz nicht kämen. Das ist schlimm. Es wird vielleicht zwei, drei Jahre dauern, bis die Gräben zwischen beiden Lagern wieder zugeschüttet werden. Ich hoffe aber, dass wir so schnell wie möglich in den normalen Alltag zurückkehren können.»

Claude Hämmerly, Pfarrer in Habkern: «Ich bin sehr gespalten, einerseits froh, dass das Resultat so eindeutig ist, aber zugleich erschüttert über die Vehemenz der Diskussion. Ich habe mich in den vergangenen 19 Jahren hier als Pfarrer bewusst noch nie in eine politische Diskussion eingemischt, aber wenn sich irgendwo in oder ausserhalb einer Gemeinde eine undemokratische Macht zusammenrottet, dann ist eine Grenze erreicht, an der auch ein Pfarrer nicht mehr schweigen darf und kann. Hier wurde mit verdeckten Karten argumentiert, besonders was die finanzielle Ebene angeht. Es herrscht ein gespanntes Verhältnis des Gemeinderats der Bevölkerung gegenüber. Die diktatorische Einmischung von ausserhalb der Gemeinde und den Verwaltungsgigantismus eines Naturparks akzeptieren wir nicht. Man kann die Natur nicht behandeln wie ein Konsumgut.»

Christoph Häni, Feuerwehrkommandant und Landwirt: «Ich bin sehr zufrieden mit der Abstimmung. Ich glaube, diese Versammlung geht in die Geschichte von Habkern ein. Das Ergebnis haben wir so erwartet, der Unmut war gross. Die Behandlung des Themas durch den Gemeinderat war sehr einseitig, das hat die Bevölkerung sauer gemacht. Wir brauchen den Naturpark nicht. Wir haben genügend Leute hier, die auch so innovativ sind. Wir wollen das selbst in die Hand nehmen.»

Christoph Neuhaus, Regierungsrat (SVP):«Das ist ein klarer Entscheid der Stimmbevölkerung, und das ist zu akzeptieren. Auch wenn ich der Meinung bin, dass man eine grosse Chance vertan hat. Man will diesen Naturpark nicht. Es gab sehr viel Skepsis, dass der Park mit weiteren Auflagen verbunden sei, was einfach nicht stimmt. Aber es wurde immer wieder behauptet. Mit einem Ja zum Naturpark wären 250'000 bis 400'000 Franken in die Region geflossen. Mit der Entscheidung hat man die Chance auf die Fördergelder von Bund und Kanton vergeben.»

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