Region Thun-Spiez ist Velo-Hochburg

Thun/Spiez

Mehr als zehn Prozent aller täglich zurückgelegten Strecken werden in der Region Thun–Spiez mit dem Velo bewältigt. Damit gehört die Region landesweit zu den Spitzenreitern.

hero image

(Bild: Max Spring)

Marco Zysset@zyssetli

In der Agglomeration Thun – das sind neben Thun die Gemeinden Spiez, Uetendorf, Heimberg und Steffisburg – wird so viel Velo gefahren wie sonst fast nirgends in der Schweiz. Das ist das Ergebnis einer Studie, welche das Berner Büro für Mobilität, die Hochschule Luzern und das Forschungsunternehmen Interface erstellt und anlässlich einer Fachtagung der Schweizerischen Vereinigung der Verkehrsingenieure und Verkehrsexperten vorgestellt haben und welche in den nächsten Wochen veröffentlicht werden soll.

Weit über Schweizer Schnitt

Eine der Kernaussagen der Studie: Mehr als zehn Prozent aller Etappen, die in den fünf Gemeinden zurückgelegt werden, werden mit dem Velo bewältigt. Eine Etappe ist per Definition Teil eines Weges, zum Beispiel die Strecke von daheim an den Bahnhof, die mit dem Velo zurückgelegt wird. Die Summe all dieser Teilstrecken zur Arbeit, inklusive Zugfahrt, gelten als Weg. Damit wird in Thun und den umliegenden Gemeinden mehr als doppelt so viel Velo gefahren wie in der restlichen Schweiz. Landesweit werden nämlich nur gerade 4,8 Prozent der Etappen mit dem Velo zurückgelegt – Tendenz sinkend.

Mehr Potenzial vorhanden

Deshalb zeigt ein Teil der Studie auch auf, wie viel Potenzial der Veloverkehr in den untersuchten Regionen noch hätte. Fazit für die Region: Auch wenn wir schon unter den besten vier sind, gibt es noch Luft nach oben. Konkret gehen die Forscher davon aus, dass der Anteil des Veloverkehrs in der Agglomeration Thun um weitere 2,4 Prozent wachsen könnte – sprich: Es könnte ein Viertel mehr Etappen per Velo zurückgelegt werden als heute. «Und das nur mit den in der Schweiz bewährten Massnahmen zur Förderung des Veloverkehrs», sagt Uwe Schlosser, Co-Autor der Studie. «Mit mutigen und innovativen Massnahmen – wie etwa Veloschnellrouten – wäre noch mehr möglich.»

«Kein Grund zur Euphorie»

Für René Lüthi, seit 20 Jahren Präsident von Pro Velo Region Thun, sind die Studienergebnisse kein Grund, einen Freudentanz aufzuführen. «Würde man die Gemeinden am rechten Seeufer miteinbeziehen, sähen die Resultate ganz anders aus», ist er überzeugt. Lüthi verweist auch auf eine Umfrage, in der Pro Velo Schweiz die velofreundlichste Stadt der Schweiz gesucht hat. Dort rangiert Thun nur auf Rang 15 von 28 bewerteten Städten. Obenaus geschwungen hat bei der Umfrage Burgdorf, das auch in der Studie zur Velonutzung auf Platz drei rangiert.

Der spannendste Teil an der Studie zur Velonutzung sei der, in dem das Potenzial der untersuchten Regionen aufgezeigt werde. «Da wird ersichtlich, was auch in der Region noch möglich wäre – wenn die nötigen finanziellen Mittel dafür zur Verfügung gestellt würden.» Gleichzeitig ist Lüthi als Mitinitiant der Städteinitiative (vgl. Kasten) überzeugt, dass sich dank der Annahme derselben «einiges in eine velofreundlichere Richtung entwickeln dürfte.» Gleichzeitig betont er: «Die diversen Verkehrsteilnehmer dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Vielmehr sollten mehr Synergien geschaffen werden.»

Berner Oberländer

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt