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Sauser: «Wir fahren für Burry»

Drei Mal hat der Sigriswiler Christoph Sauser bereits die Cape Epic gewonnen. In diesem Jahr steht das Rennen unter speziellen Vorzeichen, weil Teamkollege Burry Stander im Januar tödlich verunglückt ist.

Christoph Sauser muss den Cape-Epic-Sieg ohne den tödlich verunglückten Burry Stander (links) verteidigen.
Christoph Sauser muss den Cape-Epic-Sieg ohne den tödlich verunglückten Burry Stander (links) verteidigen.
Keystone

Südafrika ist Christoph Sausers zweite Heimat, in Südafrika feierte der 32-jährige Mountainbiker grosse Erfolge - oftmals zusammen mit Burry Stander. Anfang Jahr verunglückte sein Teamkollege im Training tödlich. Vor der am Sonntag beginnenden Cape Epic errinnert sich der Sigriswiler an seinen Freund.

«Am Sonntag starte ich zum sechsten Mal an der Cape Epic in die Saison. Das härteste Etappenrennen der Welt wird in Zweierteams gefahren und ist in Südafrika ein Grossevent. In diesem Jahr ist aber vieles anders – und traurig.

Am 3.Januar verunglückte mein Teampartner Burry Stander bei einer Trainingsfahrt tödlich. Der Südafrikaner war in meiner zweiten Heimat sehr populär. Sogar der südafrikanische Verkehrsminister stattete der Trauerfamilie einen Kondolenzbesuch ab. Burrys tragischer Tod war tagelang Hauptthema in den Zeitungen. Es wurde einmal mehr heftig über die Sicherheit im Strassenverkehr debattiert. Wie gefährlich die Strassen in Südafrika sind, zeigt die Statistik. Ein Beispiel: Zwischen dem 1. und 23. Dezember des letzten Jahres wurden 733 Verkehrstote registriert.

Die hohe Zahl stimmt mich nachdenklich – aber es ist nur eine Zahl. Richtig nahe gehen Unfälle doch nur, wenn man persönlich betroffen ist. Ich habe einen sehr guten Freund verloren. Meine Trauer wiederum ist nicht mit jener von Burrys Familie vergleichbar, ihr Leben hat sich von einem Moment auf den anderen dramatisch verändert. Am tragischsten ist es – so finde ich – für den Verunglückten selber. Burry hat sein einziges Leben verloren...

Natürlich habe ich mir auch über mich Gedanken gemacht. Als Profi gehe ich im Strassenverkehr ein Risiko ein. Ich versuche dieses, weitmöglichst zu minimieren. Mit dem Rennvelo trainiere ich hier nach Möglichkeit auf Strassen mit Pannenstreifen, und mit dem Bike fahre ich sowieso abseits der Strassen.

Die Cape Epic bestreite ich in diesem Jahr mit dem Olympiasieger Jaroslav Kulhavy. Wir fahren das Rennen zu Ehren von Burry – sein Name steht auf unserem Renndress geschrieben. Egal wie der Wettkampf ausgeht: Es wird garantiert meine emotionalste Cape Epic.»

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