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Schiessanlage in Saanen kostet 4,17 Millionen mehr

12,11 statt 7,94 Millionen Franken kostet die geplante Indoorschiessanlage für die beiden Regionen Saanenland und Pays-d’Enhaut. Deshalb wird das Projekt nun überprüft und möglicherweise sogar ganz aufgegeben.

Da waren sie noch guter Dinge: (v.l.) Rudolf Stauffer, Präsident der Genossenschaft Indoorschiessanlage, Ernest de Siebenthal und Emil Trachsel vor dem Gelände, wo die unterirdische Schiessanlage geplant ist, im September 2008 bei der Vorstellung des Projekts.
Da waren sie noch guter Dinge: (v.l.) Rudolf Stauffer, Präsident der Genossenschaft Indoorschiessanlage, Ernest de Siebenthal und Emil Trachsel vor dem Gelände, wo die unterirdische Schiessanlage geplant ist, im September 2008 bei der Vorstellung des Projekts.
Ruth Oehrli

Gestern veröffentlichte die Genossenschaft «Indoorschiessanlage Gstaad-Pays-d’Enhaut» die Projektkosten für die geplante unterirdische Schiessanlage in der Saaner Dorfrütti: «Die detailliert errechneten Kosten belaufen sich auf 12,11 Millionen Franken. Sie sind gegenüber der Machbarkeitsstudie um 4,17 Millionen Franken höher». Die Anlage könne nicht kostendeckend betrieben werden, wird mitgeteilt. Deshalb müssten die Finanzierung und das Projekt überprüft werden. «Die Überbauungsordnung ist genehmigt, in Kürze erwarten wir die Baubewilligung. Aber ohne gesicherte Finanzierung wird nicht gebaut», erklärte gestern Rudolf Stauffer. Der Präsident der Genossenschaft Indoorschiessanlage spricht im Namen des Verwaltungsrates. «Wir prüfen mit allen Parteien die Realisierungsmöglichkeiten». Ob die unterirdische Schiessanlage in der Saaner Dorfrütti je realisiert werde oder ob das Projekt aufgegeben werden müsse, sei völlig offen.

Kein Schiesskino?

«Auch ohne das 845'000 Franken teure ‹Schiesskino›* werden die Kosten um 3,3 Millionen Franken überschritten», rechnet Stauffer vor. Gründe für die Mehrkosten gibt es gemäss Rudolf Stauffer mehrere. Höhere Baukosten hätten ein geologisches Gutachten an den Tag gebracht. Zudem kämen die Auflagen der Brandversicherung teurer zu stehen als einst angenommen. Ein weiterer Punkt: «Wollen wir die Schiessanlage touristisch vermarkten, brauchen wir mehr Platz für Garderoben und andere Räume.» Alle diese Aspekte würden sich summieren «und auch die Betriebskosten erhöhen». Weil die Genossenschaft auf jeden Fall ein «finanzielles Debakel vermeiden will», wurde das Projekt sistiert. «Klar sind wir über die Situation enttäuscht, aber wir haben die Hoffnung nicht aufgegeben», so Stauffer. Nun stünden Abklärungen zwecks möglichen Finanzierungs-Alternativen an. Auch eine Abspeckung des Projektes werde geprüft. «Wie, ob und wann es weitergeht ist völlig offen», sagt Rudolf Stauffer.

Das Projekt

Ein doppelstöckiger 300-Meter-Kanal mit je vier Scheiben und zwei Scheiben auf 150 Meter Länge; dies ist das Herzstück der unterirdischen Schiessanlage am äussersten Ende der Gemeinde Saanen. Zum Angebot gehören je fünf Schiessmöglichkeiten auf 50 und 25 Meter und eine laufende Scheibe auf 50 Meter. Dazu kommt die für eine Sportanlage übliche Infrastruktur. An die einst berechneten Baukosten von 7,94 Millionen Franken, hat die Gemeindeversammlung Saanen 3,9 Millionen Franken bewilligt, die Gemeinden des Pays-d’Enhaut (Rougemont, Rossinière und Château-d’Œx) haben zwei Millionen Franken gesprochen. Der Kanton Bern wollte ein zinsloses Darlehen von 500'000 Franken beisteuern, der kantonale Sportfond ebenfalls 500'000 Franken. Die Beiträge der Schützenvereine sowie die Eigenleistungen wurden mit gut einer Million Franken berechnet.

*Im Schiesskino werden per Film Jagd- und andere Situationen simuliert und trainiert.

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