Schulhaus wird umfunktioniert

Saanen

Für 900'000 Franken sollen aus der ehemaligen Schule Grund in Saanen soziale Unterkünfte entstehen. An der Gemeindeversammlung vom 12. Dezember wird über einen Investitionskredit abgestimmt.

Das ehemalige Schulhaus Grund wird künftig als soziale Unterkunft und Versammlungslokal dienen.

Das ehemalige Schulhaus Grund wird künftig als soziale Unterkunft und Versammlungslokal dienen.

(Bild: Bianca Burri)

Die Schulranzen wurden gepackt, und die letzten Schüler verliessen die Bildungsstätte: Vor zwei Jahren genehmigte man die Schliessung der Schule Grund. Seither standen verschiedene Ideen für die Weiternutzung des Gebäudes im Raum. Die Gemeinde Saanen liess jedoch verlauten, dass diese aus diversen Gründen schwer oder überhaupt nicht umsetzbar seien. Nun plant sie etwas ganz anderes: Sie will im ehemaligen Schulhaus soziale Unterkünfte erstellen.

Zonenanpassung genehmigt

Anfänglich sei dafür ein Neubau geplant gewesen. Aus Kostengründen beschloss der Gemeinderat jedoch, die sozialen Unterkünfte mittels Umbau des ehemaligen Schulhauses Grund zu realisieren. Zu diesem Zweck mussten die bestehenden Zonenvorschriften angepasst werden: So kann das Gebäude künftig als Versammlungslokal genutzt werden, zudem können Notwohnungen und Asylunterkünfte daraus entstehen. Gegen diese Anpassung sind keine Einsprachen ergangen, woraufhin die Zonenanpassung vom Kanton genehmigt wurde.

Vorstellungen hat die Gemeinde schon klare: Das Erdgeschoss des ehemaligen Schulhauses soll als Versammlungslokal weiterbetrieben, im Obergeschoss sollen soziale Unterkünfte gebaut werden. Diese beinhalteten eine Notunterkunft für Interventionsfälle sowie sechs Studios und eine gemeinsame Waschküche. Verwaltungsdirektor Armando Chissalé erklärt: «Grundsätzlich haben pro Studio zwei Personen Platz. Aber sie werden so gebaut, dass man sie nach Bedürfnissen auch zusammenlegen kann.» Mietzinsen für die Wohneinheiten werden sich nach den jeweiligen Mietzinslimiten im Sozial- und Asylbereich richten.

Unterkünfte für Leute in Not

Konkrete Projekte hat die Gemeinde bisher keine geplant. Sie sei auch nicht vom Kanton angefragt worden, solche Unterkünfte bereitzustellen. «Mit dem Kanton hat die Umnutzung gar nichts zu tun», so Chissalé. «Die Möglichkeit besteht schon, dass die Studios auch von Asylbewerbern genutzt werden. Doch uns ist es vor allem wichtig, dass wir Leuten in Not Unterkünfte zur Verfügung stellen können.»

Die Kosten der Umnutzung des ehemaligen Schulhauses belaufen sich auf 900'000 Franken. Ob dieser Investitionskredit genehmigt wird, stellt sich am 12. Dezember heraus. Dann stimmen die Saaner Bürger an der Gemeindeversammlung im Hotel Landhaus über die Genehmigung des Kredits ab.

Berner Oberländer

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