Seit 5 Jahren gibts die Frutiger Tropen

Frutigen

Das Tropenhaus feiert am Wochenende sein fünfjähriges Bestehen. Das Projekt wurde als spannendes Experiment gestartet und hat bei Besuchern Erfolg – auch wenn die (Finanz-) Zahlen noch nicht stimmen.

Das Tropenhaus Frutigen liegt beim Businessplan zwar zurück, kommt aber bei den Gästen an.

Das Tropenhaus Frutigen liegt beim Businessplan zwar zurück, kommt aber bei den Gästen an.

(Bild: zvg)

Deutschschweizer sind die besten Gäste: Die Statistik des Tropenhauses Frutigen zeigt, dass dessen Kunden mehrheitlich Schweizer sind, der deutschsprachige Anteil sei sehr hoch, sagt Geschäftsführer Marcel Baillods.

Ausländische Gäste würden vor allem kommen, wenn sie in der Region in den Ferien seien. Die Besucherzahlen bewegten sich – mit Ausnahme des Eröffnungsjahres mit 120'000 Gästen – jeweils um die 85'000.

Und weiter zu den Zahlen des laufenden Jahres: Exotische Früchte wurden bis Ende Oktober rund 2,5 Tonnen geerntet, die ausschliesslich in der hauseigenen Gastronomie verwendet und im Tropenhausshop verkauft werden. Aus der Fischzucht stammen dieses Jahr etwa 100 Tonnen Fisch, die 35 Tonnen Filet ergeben; vom werbeträchtigsten Produkt, dem Kaviar, wurden 650 Kilo geerntet.

Produktion steigt noch

Der Betrieb ist eigentlich eine Produktionsfirma mit Gastrobetrieb, Ausstellungen und Anlässen sowie einer Art Biologieforschungslabor. Marcel Baillods: «Im Moment liefern Fisch und Kaviar sowie die Gastronomie den Grossteil des Umsatzes, gefolgt von der Ausstellung. Der Fisch und der Kaviar werden mittelfristig die Umsatzträger sein, sobald wir die geplante Grösse der Kaviarproduktion mit 3 Tonnen erreicht haben.

Dies ist auch gemäss Businessplan so vorgesehen. Wir liegen hier allerdings zeitlich hinterher, da der Stör sich anders entwickelt hat, als vor fünf Jahren prognostiziert.» Er wächst langsamer als erwartet. Bei einem voraussichtlichen Wachstum in der Fischzucht werde es mittelfristig zudem mehr Mitarbeiter in der Verarbeitung und im Verkauf benötigen.

Derzeit sind die rund 50 Vollzeitstellen im Tropenhaus von etwa 80 Personen besetzt. Zum Grossteil wird das Tropenhaus mit Energie aus dem Bergwasser des Neat-Tunnels versorgt: Anfangs kamen 100 Liter pro Sekunde mit 20 Grad Celsius. Dies habe sich auf natürliche Weise bei 70 Liter pro Sekunde mit 18 Grad eingependelt.

Finanzen sind ein Thema

Hauptaktionär des Betriebes ist Coop, wo auch Produkte aus Frutigen im Angebot sind. Doch man hört, dass der Betrieb (noch) nicht rentiert. «Die Belastungen kommen durch hohe Investitionen. Beim Tagesgeschäft sind wir mit zwei bis drei Jahren Verzögerung auf den Businessplan auf Kurs», erklärt der Geschäftsführer. Ende November findet eine ausserordentliche Versammlung der total 240 Aktionäre mit dem Hauptthema Finanzen statt.

Dass dies auf die Feststimmung (Programm siehe Infobox) drückt, bestätigt Baillods so nicht. «Wir feiern die fünf Jahre, in denen wir viel erreicht haben und Erfolge feiern konnten: Wir konnten das Oona – das Kaviar-Restaurant – positionieren und 13 Gault-Millau-Punkte erkochen. 2011 haben wir den ersten Schweizer Kaviar lanciert und dieses Jahr die 1.Edition Caviart.

Der Absatz von Fisch und Kaviar entwickelte sich sehr positiv, und wir konnten viele neue Kunden gewinnen und Märkte aufbauen.» Zudem wurden die Verarbeitung und die neue Fischzuchthalle gebaut, die Anlässe finden grosse Beachtung, und das Unternehmen durfte diverse Auszeichnungen entgegennehmen.

www.tropenhaus-frutigen.ch

Berner Oberländer

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