Zum Hauptinhalt springen

Skilehrer wollen Wild schützen

Trotz arktischer Kälte: Das Heer der Skilehrer von Grindelwald Sports unterzog sich auf First einem Kurs über den Umgang mit Wildtieren. Zwei Wildhüter führten ihnen dort vor Ort die Anliegen der Tiere vor Augen.

«Gämse» auf der Flucht: Anhand des Probanden und davonsprintenden Skilehrers Marco Garbani (rechts) zeigt Wildhüter Christian Siegenthaler (ganz links) auf, wie viel Energie ein aufgescheuchtes Tier im knietiefen Schnee benötigt.
«Gämse» auf der Flucht: Anhand des Probanden und davonsprintenden Skilehrers Marco Garbani (rechts) zeigt Wildhüter Christian Siegenthaler (ganz links) auf, wie viel Energie ein aufgescheuchtes Tier im knietiefen Schnee benötigt.
Bruno Petroni

130 Skilehrer in Diensten von Grindelwald Sports lernten am Samstag bei minus 17 Grad auf First, worauf sie beim Verlassen der Skipisten achten müssen. «Mit der Kampagne ‹Respektiere deine Grenzen› wollen wir ein Zeichen setzen für naturbewussten Wintersport», sagte der verantwortliche Leiter Schneesport, Christoph Estermann. Grindelwald Sports kann dabei auf die aktive Unterstützung der Jungfraubahnen, des Schweizer Alpenclubs (SAC) und des Bundesamtes für Umwelt (Bafu) zählen.

Tödliche Folgen

Die lokalen Wildhüter Christian Siegenthaler (Grindelwald) und Kurt Schweizer (Lauterbrunnen) erklärten denn gleich an Ort und Stelle, wo sich die wild lebenden Tiere aufhalten und wie sie den Winter verbringen: «Hier oben könnt ihr gleich mal sechs Gämsen sehen», zeigte Christian Siegenthaler am sogenannten Schmalen Wang zu einem Felsband hinauf. Tatsächlich konnten durch den Nebel einige Tiere beim Äsen beobachtet werden.

«Wenn wir uns hier am Pistenrand aufhalten, fühlen sich die Gämsen nicht von uns bedroht. Wenn wir uns ihnen aber weiter nähern oder sie erschrecken, stresst sie das enorm.» Siegenthaler erklärte weiter, dass eine Gämse während des Winters mit 30 Gramm körpereigenem Fett pro Tag auskommen muss. «Wenn das Tier aber unvermittelt durch metertiefen Neuschnee flüchten muss, gerät sein Energiehaushalt in ein erhebliches Defizit, das hat schnell mal tödliche Folgen.»

Auch Schnee- und Birkhühner, die sich unter der Oberfläche eine wärmende Schneehöhle bauen, können von rücksichtslosen Wintersportlern schnell mal aus dem schützenden Bau vertrieben werden.

Keine zuverlässigen Infos

Kursteilnehmer Christian Garbani gab aus Sicht der Skilehrer zu bedenken, «dass es nirgends umfassende und verbindliche Informationen über Wildruhezonen und Jagdbanngebiete gibt. Wenn ich als Bergführer mit einem Gast eine Skitour unternehme, kann ich mich nirgendwo wirklich zuverlässig und ohne Riesenaufwand orientieren.» Wildhüter Christian Siegenthaler verwies auf die gängigen Skitourenkarten ab Jahrgang 2005: «Diese sind aktuell. Zudem liegen Pläne der geschützten Perimeter bei jeder Gemeindeverwaltung auf.» Siegenthaler nahm die Anregung aber entgegen: «Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Wildschutzinformationen so bald wie möglich über Internet abrufbar sind.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch