Zum Hauptinhalt springen

So wird die Bevölkerung vor dem Gletscherwasser geschützt

An der Lenk wollen die Behörden vorbereitet sein, wenn sich erneut ein Gletschersee rasch und plötzlich entleeren sollte.

In den vergangenen zwei Wochen haben Experten ein Frühwarnsystem aus Kameras und Sonden installiert und in Betrieb genommen. Die Fachleute werten nun die ersten Messdaten aus und definieren Grenzwerte für allfällige Warnungen, wie die Gemeinde Lenk am Dienstag mitteilte. Zurzeit sei die Situation in den Seen stabil, mit natürlichen Schwankungen der Pegelstände und Abflüsse.

Durch Schmelzwasser haben sich in den letzten Jahren am Rand des Gletschers Plaine Morte an der Grenze der Kantone Bern und Wallis Gletscherseen gebildet. Mitte Juli vergangenen Jahres war einer der Seen innert kürzester Zeit ausgelaufen. Die Simme, die Richtung Lenk abfliesst, führte viel Wasser und trat an mehreren Stellen über die Ufer.

Schon damals reagierten die Behörden und liessen an einem Gletschersee eine Sonde anbringen, die bei Bedarf im Tal Alarm auslöste. Im Winter wurde diese Sonde wieder entfernt.

Kameras an drei Gletscherseen

Das nun installierte Frühwarnsystem enthält Sonden und Kameras an den drei grössten Gletscherseen Strubel, Vatseret und Faverges. Sollte das Wasser plötzlich schnell abfliessen, schlagen die Sonden Alarm. In einem solchen Fall übermitteln die Kameras Bilder, damit die Behörden im Tal die Situation analysieren können.

Eine weitere Sonde misst derweil die Abflussmenge des Trüebbachs. «Daran sehen wir, ob das Wasser auch wirklich kommt und es kritisch im Tal wird», sagte Christian von Känel, Gemeindepräsident der Lenk, auf Anfrage.

Denn ein schnelles Entleeren bedeute nicht automatisch Gefahr im Tal. Es könnte auch sein, dass das Wasser im grossen Karstgebiet versickert. Das Frühwarnsystem mit den Sonden und Kameras gebe den Behörden jedoch Vorlaufzeit, um die Situation sauber zu analysieren, sagte von Känel.

Mit der Feuerwehr Lenk wurde eine Kerngruppe gebildet. Sie empfängt rund um die Uhr Meldungen, analysiert die Situation anhand der Messdaten und entscheidet über das weitere Vorgehen. Zudem haben die Behörden ein Dispositiv für Ernstfälle erarbeitet, das der http:/ /kolibri/area/SDA.phpEinsatzleitung wichtige Daten und Informationen liefert.

Als weitere Massnahme lassen die Behörden Hinweistafeln anbringen, um Wanderer in der Region zu warnen. Es besteht nämlich die Gefahr, dass die Simme plötzlich und ohne für Ausflügler erkennbaren Grund Hochwasser führt und Wanderwege oder stark frequentierte Orte am Wasser überschwemmt.

Vor allem Berner Seite betroffen

Für das schnelle Entleeren eines Gletschersees gebe es verschiedene Ursachen, sagte von Känel weiter. Zum Beispiel könne sich bei einem Eisabbruch der Ausfluss verschliessen. Nach der Schmelze könne sich dieser plötzlich wieder öffnen. Besonders kritisch dürfte es werden, wenn dann noch ein grosses Gewitter dazu komme, erklärte von Känel.

Und wenn es wegen der Gletscherseen an der Plaine Morte kritisch werde, dann sei vor allem die Berner Seite bedroht, sagte von Känel. Denn Forscher haben herausgefunden, dass das Oberflächenwasser vom Gletscher Plaine Morte vor allem auf Berner Kantonsgebiet und weniger ins Wallis abfliesst.

SDA/tan

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch