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STI setzte weiter auf dieselbetriebene Busse

Am 12. Apéro der Verkehrsbetriebe STI drehte sich alles um die Energie. Und darum, wie lange die Erdölreserven noch reichen.

Fahrt in eine umweltbewusste Zukunft? Die STI setzt vorläufig weiterhin auf dieselbetriebene Fahrzeuge, prüft allerdings einen Versuchsbetrieb mit Hybridfahrzeugen.
Fahrt in eine umweltbewusste Zukunft? Die STI setzt vorläufig weiterhin auf dieselbetriebene Fahrzeuge, prüft allerdings einen Versuchsbetrieb mit Hybridfahrzeugen.
zvg

«Energie ist ein zentrales Thema für Verkehrsunternehmen wie die STI», führte Fritz Grossniklaus, Verwaltungsratspräsident des Unternehmens, am 12.STI-Apéro vom Dienstag in die Thematik ein. Politiker aus fast allen Gemeinden, in denen STI-Busse verkehren, Vertreter der Wirtschaft und des Kantons waren der Einladung in die Thuner Hotelfachschule gefolgt.

Alles in Butter?

Drei Referenten – zwei externe und den betriebsinternen Leiter Infrastruktur, Hans-Jürg Stettler – hatten die Verantwortlichen zum Referat geladen. Und so faszinierend deren Ausführungen zum Thema Energiequellen, Verfügbarkeit und Umweltschutz auch waren – sie blieben einseitig. Glaubt man den Prognosen Armin Heitzers, der als Vertreter der Erdöl-Vereinigung Schweiz auftrat, so reichen die Vorräte an fossilem Brennstoff «sicher bis zum Ende dieses Jahrhunderts».

Freilich habe das seinen Preis, denn das konventionelle Erdöl, das derzeit im Boden vermutet wird, reiche gemäss den neuesten Hochrechnungen allenfalls noch 40 bis 50 Jahre. Danach müsse auf nicht konventionelle Erdölvorkommen wie Schweröl oder Ölschiefer ausgewichen werden. «Die Versorgung ist weiterhin möglich. Aber sie hat ihren Preis. Denn bereits heute werden pro Tag eine halbe bis eine ganze Milliarde US-Dollar pro Tag in Erdölförderung und -raffinerien investiert», rechnete Heitzer vor.

Dabei mache beim Benzin- und Dieselpreis der Einkauf des Öls nur gerade einen Drittel aus. «55 Prozent des Literpreises bestehen aus staatlichen Abgaben und Steuern.» Demgegenüber betrage die Handelsspanne lediglich noch gut 12 Prozent.

Diesel statt Alternativen?

In dieselbe Bresche schlug mit Dino Graf, Leiter Group Communication der Amag, ein Vertreter der Autoindustrie. «Diesel ist in Europa der meistgefragte Energieträger.» Insofern würden die Bemühungen der Autoindustrie auch künftig in die eingeschlagene Richtung laufen. Sprich: mit möglichst geringem Dieselverbrauch die bestmögliche Effizienz an Fahrleistung und Komfort erlangen.

Zwar werde eifrig an alternativen Energieträgern und deren Verwendung geforscht. «Aber beim Elektroauto beispielsweise fehlt die entsprechende Infrastruktur. Dasselbe gilt für erdgasbetriebene Personenwagen», sagte Graf. Komme hinzu, dass der Strom aus AKW-Produktion bezogen werde.

«Leerfahrten vermeiden»

Worauf setzen nun die Verkehrsbetriebe STI? «Wir versuchen laufend, unsere Produktivität zu verbessern. So vermeiden wir beispielsweise Leerfahrten oder schicken unsere Chauffeure in Eco-Drive-Fahrkurse», führte Hans-Jürg Stettler, Leiter Infrastruktur STI , aus.

Dennoch bleibe es vorläufig beim Dieselmotor. «Hybridfahrzeuge sind momentan lediglich für den Stadtbereich geeignet. Unsere Busse müssen jedoch über leistungsfähige Motoren verfügen, wenn sie auf dem Land eingesetzt werden», sagte Stettler.

Die STI prüfe allerdings einen Versuchsbetrieb mit Hybridfahrzeugen.

Bereit zum Umsatteln

Ein Szenario der STI sieht wie folgt aus: Hybridbusse werden bis 2025 auf geeigneten Strecken eingesetzt; gleichzeitig fahren die dieselbetriebenen Busse weiterhin so lange als möglich. «Und sollte es ab 2025 echte Alternativen geben, die sich auch finanzieren lassen, werden wir darauf umstellen», versprach Stettler.

Und was nahmen die Gäste mit vom diesjährigen STI-Apéro ? Ein Vertreter des Kantons erwähnte trocken: «Fast wäre ich mit gutem Gewissen heimgefahren und hätte gesagt: ‹Erdöl hats ja noch genug, also kann ich munter weiterfahren.› Aber dann kam glücklicherweise doch noch der Hinweis auf die Preisentwicklung und die Klimapolitik.»

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