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Tödlicher Unfall auf Rodelbahn: Betreiber trifft keine Schuld

Der Betreiber der Rodelbahn an der Heimwehfluh bei Interlaken trägt keine Schuld am Tod einer pakistanischen Touristin im Sommer 2010.

Rodelbahn Heimwehfluh: Hier ist im Juli 2010 eine Touristin tödlich verunglückt.
Rodelbahn Heimwehfluh: Hier ist im Juli 2010 eine Touristin tödlich verunglückt.
Marc Zürcher

Die Strafuntersuchung der Berner Justiz hat ergeben, dass der Betreiber der Rodelbahn an der Heimwehfluh keine Schuld am Tod einer pakistanischen Touristin im Sommer 2010 trägt.

Das Strafverfahren sei eingestellt worden, sagte der stellvertretende Informationsverantwortliche der Berner Staatsanwaltschaft, Markus Scholl, auf Anfrage. Die Strafverfolgungsbehörden gehen laut Scholl von einem Fehlverhalten der Verstorbenen aus.

Einwandfreier Zustand

Rodelbahn und Unfallschlitten hätten sich in einwandfreiem Zustand befunden und die Strecke sei mit Bedienungs- und Warnhinweisen versehen gewesen. Zudem sei die Frau von einem Angestellten der Rodelbahn persönlich instruiert worden.

Der Entschied ist rechtskräftig. Das Strafverfahren wurde bereits im Dezember 2012 eingestellt. Der Entscheid wurde bisher aber nicht bekannt. Die 26-jährige Frau starb an einem schweren Schädel-Hirn-Trauma.

Gurt war offen

Unmittelbar nach dem Unfall hatte der Geschäftsführer der Rodelbahn die Vermutung geäussert, der Tod der Frau habe nichts mit der Bahn zu tun. Die Frau müsse vor dem Unfall den Rodel verlassen haben und in abschüssigem Gelände verunfallt sein.

Die Behörden nahmen noch am Unfalltag Ermittlungen auf und gaben drei Tage später bekannt, auf der Talfahrt habe sich der Gurt aus noch ungeklärten Gründen geöffnet. Die Frau sei vom Rodel geschleudert worden und mehrere Meter von der Rodelbahn entfernt reglos aufgefunden worden. Nach dem Transport ins Spital erlag sie ihren Verletzungen.

Bahn vorübergehend geschlossen Nach dem Unfall schlossen die Behörden die Bahn vorübergehend. Nachdem die Experten des Interkantonalen Konkordats für Seilbahnen und Skilifte (IKSS) die Bahn überprüft hatten, wurde sie einige Tage später wieder freigegeben.

Die Experten kamen zum Schluss, die Bahn sei grundsätzlich korrekt instandgehalten worden. Sie verlangten aber in 16 Punkten Verbesserungen. Acht dieser Punkte musste der Betreiber erfüllen, bevor die Bahn ihren Betrieb wieder aufnehmen durfte.

Diskussionen über Sicherheit

Im Sommer 2010 verunfallten auf Rodelbahnen in der Schweiz zwei weitere Personen, beides Kinder. Dies entfachte eine Diskussion über die Sicherheit solcher Anlagen. In einigen Kantonen unterstehen Rodelbahnen einer Bewilligungspflicht, in anderen, wie etwa dem Kanton Bern, nicht.

Noch im laufenden Jahr will die die IKSS-Geschäftsleitung den 21 Mitgliederkantonen und dem Fürstentum Liechtenstein eine neue Ausführungsbestimmung zum bestehenden Konkordat vorlegen, wie IKSS-Präsident Urs Braschler auf Anfrage sagte.

Dies sei nicht nur eine Folge der Unfälle im Sommer 2010, sondern gehe auch auf neue Normen und das neue Seilbahngesetz zurück, führte Braschler aus.

Freiwillige Überprüfung

Die neue Ausführungsbestimmung soll eine Klärung der Aufgaben der IKSS-Kontrollstelle bringen. Nehmen die Konkordatsmitglieder die Bestimmung an, wird die Kontrollstelle künftig alle seilbahntechnischen Bestandteile von Rodelbahnen überprüfen, also jene Vorrichtungen, die die Schlitten bergwärts ziehen.

Die eigentlichen Rodelbahnen selber wird die IKSS nicht kontrollieren. Es sei denn, dass Betreiber dies freiwillig wünschen.

Im Nachgang zum Unfall an der Heimwehfluh hatte der Kanton Bern 2012 die vier auf seinem Territorium tätigen Rodelbahnbetreiber zu einem Gespräch eingeladen.

Die vier Betreiber erklärten sich freiwillig bereit, die Rodelbahnen von den IKSS-Fachleuten prüfen zu lassen. Das sagte Wolf-Dieter Deuschle, Vorsteher des bernischen Amtes für öffentlichen Verkehr, auf Anfrage.

SDA

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