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Überzeit bis 5 Uhr? Wirte erhalten bald Bescheid

Am Mittwoch lud der Statthalter Wirte und Einsprecher zur Auswertung des Überzeitversuchs. Die Wirte erhalten in den nächsten Wochen Bescheid, ob weiter Überzeit bis 5 Uhr gilt. Sonst müssen sie ab März um 3.30 Uhr schliessen.

Ein Versuch gibt in Thun viel zu reden: Bis Ende 2009 erhielten fünf Betriebe die provisorische Bewilligung für verlängerte Überzeit bis 5 Uhr, was nach dem bernischen Gastgewerbegesetz seit dem 1. Juli 2008 möglich ist. Es waren dies «Borsalino»/«Saint Trop» in der Oberen Hauptgasse, «Funkhouse» am Rathausplatz, «Rattäloch»-Bar an der Allmendstrasse, «Orients» an der Frutigenstrasse und «N8Stern» an der Seestrasse. Der Thuner Regierungsstatthalter Marc Fritschi tolerierte danach bis zur Auswertung die Weiterführung der verlängerten Öffnungszeiten.

Lärm über längere Zeit

Anwohner beklagten sich über zusätzlichen Nachtlärm durch die Überzeitregelung. Auch der Thuner Gemeinderat steht der Überzeit bis 5 Uhr in der Innenstadt kritisch gegenüber (wir berichteten). Gestern trafen Regierungsstatthalter Fritschi und Thuns Sicherheitsdirektor, Gemeinderat Peter Siegenthaler (SP), die betroffenen Wirte und die Anwohner, die sich mit Einsprachen gewehrt hatten. «Der Versuch ist abgeschlossen, und das Bewilligungsverfahren für eine endgültige Lösung wird weitergeführt», teilte Fritschi danach mit. Generell lasse sich feststellen, dass die Zahl der Störungen etwa gleich geblieben sei – dass sich jedoch die Lärmbelästigung auf eine längere Zeit verteilt habe. Bei der Polizei gingen laut Fritschi vom 1. Juli bis 31. Dezember 2009 insgesamt 176 Lärmmeldungen ein, davon 111 für die Zeit von 20 bis 6 Uhr. 52 Meldungen (47 Prozent) betrafen die Innenstadt. Von den nächtlichen Lärmmeldungen in der Innenstadt fielen 15 auf die Zeit von 3.30 bis 6 Uhr. Aber: «Wesentlich mehr Störungen liegen vor, wenn auch der von den Anstössern aufgezeichnete Lärm einbezogen wird», stellte Statthalter Fritschi fest. Anwohner hatten für die Auswertung des Versuchs Lärmprotokolle erstellt, die dieser Zeitung vorliegen, und in denen Dutzende von nächtlichen Ruhestörungen aufgelistet sind.

Keine Einigung erzielt

Die fünf Wirte der Lokale mit Öffnungszeiten bis 5 Uhr beantragen eine definitive Bewilligung der verlängerten Überzeit. Insgesamt waren 14 Einsprachen zu vier Betrieben eingegangen; ein Einsprecher hat laut Marc Fritschi den Rückzug der Einsprache angekündigt. Die übrigen Einsprecher halten jedoch auch nach der Aussprache mit den Wirten und Behörden an Ihren Anträgen fest, den jeweils für sie störenden Betrieben die Verlängerung der Bewilligung zu verweigern. Eine Einigung wurde also nicht erzielt.

Damit muss Marc Fritschi einen definitiven Entscheid fällen. «Dabei sind für jedes einzelne Gesuch sowohl die Interessen der Wirte wie auch die Auswirkungen auf die Anstösser zu würdigen», hält der Statthalter fest. Die Entscheide würden allen Beteiligten in den nächsten Wochen mitgeteilt. Das bedeutet: Ab 1. März gelten für die fünf Betriebe wieder die ursprünglich bewilligten Öffnungszeiten bis maximal 3.30 Uhr – wenn nicht in neuen Bauentscheiden rechtskräftig eine Verlängerung bis 5 Uhr bewilligt wird.

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