Zum Hauptinhalt springen

Verkehrskonzept wird überarbeitet

Die Sporthalle Spiez AG, die im Dürrenbühl-Quartier eine Trainings- und Spielhalle für den UHC Höfen plant, krebst zurück. Das unausgereifte Verkehrskonzept wird überarbeitet. Somit verzögert sich auch die Baueingabe.

Von der Judohalle (l.) im Dürrenbühlquartier sieht man rechts in Richtung Wohngebäude. Auf der Fläche links, die an die Bahnlinie angrenzt, ist die Sporthalle des UHC Höfen geplant.
Von der Judohalle (l.) im Dürrenbühlquartier sieht man rechts in Richtung Wohngebäude. Auf der Fläche links, die an die Bahnlinie angrenzt, ist die Sporthalle des UHC Höfen geplant.
Markus Hubacher

Der Bericht in dieser Zeitung am letzten Freitag über eine geplante Sporthalle im Dürrenbühl-Quartier hat einige Anwohner aufgeschreckt. Sei seien zwar wohl zu einem Informationsabend eingeladen worden, wie dies im Bericht auch aufgeführt war, erklären die Familien Georg Dückers und Beat Baur in einem Mail an diese Zeitung. Und dieser Abend sei «in absolut geregeltem und ruhigem Rahmen» verlaufen, attestieren sie dem Unihockey Club Höfen, der neben der Judohalle eine Sporthalle für Trainings- und Spielzwecke in der Höhe von rund 1,5 Millionen Franken bauen will.

Nochmals vor Gemeinderat

Allerdings heben die Familien Dückers und Baur stellvertretend für 28 Anwohner am Gesigen- und Dürrenbühlweg, die das Schreiben mitunterzeichnet haben, einige Diskussionspunkte hervor, die am Ende der Informationsveranstaltung zur Sprache kamen. Die Einwohner sind der Meinung, dass das Projekt mit Ausmassen von 8 Metern Höhe und 20 Metern Länge nochmals dem Gemeinderat vorgelegt werden muss, «weil der UHC Höfen beim Gemeinderat bisher nur von einer reinen Trainingshalle sprach. Der UHC hat aber auch am Wochenende Matches geplant.»

«Parkplätze reichen nicht»

Und damit ist die Rede vom Verkehrskonzept, das laut den 28 Anwohnern «nicht überzeugt». «Kaum ein Anwohner ist mit dem massiven Mehrverkehr einverstanden», heisst es im Schreiben. Die Anwohner orten «pro Abend drei Mannschaften à 30 Fahrzeuge», was 180 Bewegungen zur Folge hat. «Während den Matches werden sogar Cars und noch eine zusätzliche Anzahl Fahrzeuge anfahren», zählen die Anwohner weiter auf und sprechen von 100 Fahrzeugen und zwei Cars. Sie befürchten: «Die vorgeschlagene Parkplatzzahl – 25 bis 40 – wird nie ausreichen! Bereits mit dem Judoklub besteht ein Abkommen betreffend Anfahrt. Und schon heute haben wir hier viel unzulässigen Verkehr von Automobilisten, die zur AC-Halle fahren und den Zubringerdienst im Gebiet Gesigenweg/Dürrenbühlweg nicht beachten! Das Verkehrskonzept ist also noch nicht einmal ansatzweise geregelt!»

Die kritische Haltung der Anwohner der Halle und dem Verkehrsaufkommen gegenüber begründen sie auch mit dem nahe gelegenen Spiezmoos, das ein Naherholungsgebiet sei: «Viele Spaziergänger und Velofahrer profitieren davon!» Und: «Sport ist eine gute Sache, doch es muss alles im Rahmen bleiben.»

«Die Strasse ist zu eng»

Kritisch äussert sich auch Franziska Streit, die eingangs Dürrenbühlweg wohnt, aber nicht zu den Unterzeichnern des vorher genannten Schreibens gehört. Sie findet die Strasse schlicht zu eng für weiteren Verkehr: «Hier bewegen sich Schulkinder, Fussgänger und Velofahrer. Da wird auch ein Verkehrskonzept nichts bringen.» Sie sehe schon bei Anlässen in der Dürrenbühl- oder der Judohalle, wie es an Parkplätzen fehlt und wie sich die abgestellten Autos dem Strässchen entlang bis vor die Häuser der Anwohner stauen. Da sei sie nicht bereit, mitzumachen, sagt Franziska Streit. Die Sporthalle käme sehr nahe an gewisse Häuser zu liegen. Im übrigens handle es sich um einen auswärtigen Klub.

«Verstehen wir voll»

Von Seiten der Initianten und der Bauherrschaft – das ist die Anfang November gegründete Sporthalle Spiez AG – werden Fehler in der Informationsweitergabe eingestanden. Der Projektablauf sei seitens der Sporthalle Spiez AG nicht klar kommuniziert worden, gibt Rolf Bolliger, Verwaltungsratspräsident der Sporthalle Spiez AG, zu verstehen: «Dass die Anwohner jetzt so reagieren, verstehen wir voll und ganz. Für diese Informationspanne entschuldigen wir uns.»

Wie sieht das weitere Vorgehen – gerade auch bezüglich Verkehrskonzept – aus? «Die Verkehrskommission der Gemeinde Spiez wird nun bis Februar 2010 ein Verkehrskonzept erarbeiten», erklärt Rolf Bolliger. «Dieses Konzept wird anschliessend durch den Gemeinderat Spiez beurteilt. Vor Erteilung der Baubewilligung soll eine weitere Informationsveranstaltung für die Anwohner stattfinden, damit sich diese wiederum dazu äussern können.»

Wann ist jetzt Baueingabe?

Die Baueingabe war letzte Woche noch für Ende dieses Jahres angekündigt worden. Das sei ein Versehen, das mit der langjährigen Planung des Objekts in vielen Fronstunden zusammenhängt, gibt Bolliger zu verstehen. Da habe der ursprüngliche Zeitplan für das Projekt, das der Architekt Heinz Haldemann plant, effektiv Ende Dezember als Baueingabe vorgesehen. Wann die Baueingabe erfolgen wird, «ist im Moment Gegenstand von Abklärungen zwischen uns und der Gemeinde Spiez», sagt Bolliger: «Klar ist aber, dass immer von einer Trainings- und Spielhalle die Rede gewesen ist. Korrespondenzen zwischen uns und der Gemeinde Spiez bestätigen dies.»

Als nächstes sind intensive Gespräche mit der Gemeinde über das weitere Vorgehen vorgesehen. «Wir hoffen, dass wir gemeinsam alle Unklarheiten beseitigen können und wir schliesslich eine zufriedenstellende Lösung für alle beteiligten Parteien finden können.» Rolf Bolliger weiter: «Wir sind überzeugt, dass wir mit diesem Projekt zu einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung in der Region beitragen werden, dass wir den Namen der Gemeinde Spiez regional und national positiv weitertragen und dass wir auch für die regionale Jugendarbeit wertvolle Beiträge leisten werden.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch