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Vorwürfe wegen mangelhafter Betreuung in Berner Asylzentrum

Im Zentrum Tschorren in Hasliberg sollen den Asylsuchenden teilweise falsche Medikamente verabreicht und Entscheide nicht korrekt zugestellt worden sein.

Die provisorische Unterkunft in Tschorren wurde Ende September geschlossen.
Die provisorische Unterkunft in Tschorren wurde Ende September geschlossen.
Bruno Petroni

Weil ihm niemand geholfen habe, habe ein Asylbewerber seinen negativen Entscheid erst realisiert, als die Rekursfrist abgelaufen war, sagte eine ehemalige Mitarbeiterin gemäss einem Bericht der «SonntagsZeitung». Ausserdem seien den Bewohnern keine richtigen Beschäftigungsmöglichkeiten geboten worden und das Essensangebot sei ungenügend gewesen. Auch seien keine Frauenkleider zur Verfügung gestanden.

Jüngst war die Bundesunterkunft Eigenthal LU in die Kritik geraten. Diese wird wie das Zentrum Tschorren von der Firma ORS Service AG geführt. Das Unternehmen gab bei der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) eine Untersuchung in Auftrag und beurlaubte Ende November den Leiter des Zentrums Eigenthal.

ORS klärt Vorwürfe ab

Beim Zentrum Tschorren handelte es sich um eine provisorische Unterkunft, die Ende September geschlossen wurde. ORS bestreitet die Vorwürfe der ehemaligen Mitarbeiterin. Die Mängel seien weder intern noch gegenüber Dritten je geäussert worden, heisst es in einer Stellungnahme.

Das Bundesamt für Migration (BFM) hat ORS nun beauftragt, die Vorwürfe innerhalb einer Woche abzuklären. Anschliessend werde über das weitere Vorgehen entschieden, sagte BFM-Sprecherin Gaby Szöllösy auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Im Bezug auf den Vorwurf, dass Entscheide nicht korrekt zugestellt worden waren, wiesen sowohl OFM als auch das BFM darauf hin, dass Asylsuchende den Empfang ihres Entscheids mit ihrer Unterschrift bestätigen müssen. «Falls dieser Prozess im Zentrum Tschorren nicht korrekt umgesetzt wurde, wäre dies aus unserer Sicht gravierend», sagte Szöllösy.

SDA/chh

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