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«Wir hoffen auf Funde aus dem Mittelalter»

Der Archäologische Dienst hat auf der Baustelle für die neue Unterflursammelstelle neben dem Waisenhaus das Zepter übernommen. «Wir hoffen auf Funde aus dem Mittelalter», sagt Leiter Armand Baeriswyl.

Die archäologische Grabung neben dem Waisenhaus: Am Fuss der Leiter sind alte Mauerreste zu erkennen.
Die archäologische Grabung neben dem Waisenhaus: Am Fuss der Leiter sind alte Mauerreste zu erkennen.
Marc Imboden

Wenn in einem mittelalterlichen Siedlungsgebiet die Baumaschinen auffahren, ist auch der Archäologische Dienst des Kantons Bern (AD) zur Stelle: Schliesslich sollen mit dem schweren Gerät keine Überreste von alten Gebäuden oder Mauern zerstört werden, die mithelfen können, die Geschichte des jeweiligen Gebietes zu erforschen. Auch neben dem Waisenhaus im Thuner Bälliz begleiten Archäologen die Vorbereitungen für die neue Unterflursammelstelle.

Alte Schuttplanie

Nun sind sie tatsächlich fündig geworden: «Wir sind auf Schutt gestossen, der im 18.Jahrhundert für eine Planierung verwendet wurde», sagt Armand Baeriswyl, der beim AD die für das Ressort Untersuchungen zuständig ist. Zum Vorschein gekommen sind auch Mauerreste, die möglicherweise zu einer Umfassung des Waisenhauses gehört haben. «Wir sind zurzeit noch ganz am Anfang», sagt Baeriswyl, «und tragen nun Schicht um Schicht ab. Wir hoffen, in der Tiefe Funde aus dem 13.Jahrhundert zu machen.» Also aus jener Zeit, in welcher das Waisenhaus gebaut wurde, damals aber noch einen anderen Verwendungszweck hatte, weil es solche Einrichtungen erst später gab.

Was auch immer zum Vorschein kommt: Der AD wird die Funde genau dokumentieren – dann werden sie entfernt. «Ausser wir finden ein römisches Mosaik. Aber ich bin sicher, dass wir auf Derartiges nicht stossen werden, denn den Römern war es hier zu feucht», so Baeriswyl weiter.

Bis drei Monate Verzögerung

Die Funde und die weiteren Untersuchungen bedeuten, dass der Bau der Unterflursammelstelle bis auf weiteres unterbrochen wird – gemäss der Medienmitteilung der Stadt für maximal drei Monate. «Ob und wie auch der traditionelle Weihnachtsmarkt auf dem Waisenhausplatz von der Verzögerung betroffen sein wird, ist noch offen», schreibt die Stadt. Das Gewerbeinspektorat prüfe allfällige organisatorische Massnahmen. Sobald weitere Erkenntnisse und Entscheide vorliegen, werden der AD und die Stadt wieder informieren.

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