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«Wir wollen kämpfen und gewinnen»

Die Initiative gegen den Zweitwohnungsbau ist beschlossene Sache. Angestrebt wird eine Urnenabstimmung im Jahr 2010.

Die Unterschriftensammlung für eine Gemeindeinitiative ist lanciert (wir berichteten). Der Verein gegen masslose Überbauung hat dies am Dienstagabend im Hotel Wetterhorn gutgeheissen, rund 40 der 180 Vereinsmitglieder waren anwesend. Es war die dritte Versammlung. Präsident Adi Bohren: «Wir wollen nicht nur medial präsent sein, sondern konkret etwas bewirken.» Im vergangenen Jahr war der Verein im Zusammenhang mit Zweitwohnungsbau und der Diskussion um den Erstwohnungsanteilplan (Ewap) schweizweit in Zeitungen und im Fernsehen befragt worden. «Der Bau von Zweitwohnungen soll beschränkt werden», sagt Bohren. Konkret: Wird die Initiative angenommen, dürfen jährlich maximal 2000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche für Zweitwohnungen erstellt werden. «Wir müssen zu unserem Kulturland Sorge tragen und das liegt vor allem in der Kernzone.» Präsentiert wurde auch die Rechnung des Vereins: Diese schliesst bei einem Aufwand von 4166 Franken mit einem Reingewinn von 197 Franken. Fünf Neumitglieder konnten begrüsst werden. Nicht tangiert werden Bauvorhaben von Einheimischen oder Leuten, die ihre Schriften in der Gemeinde deponiert haben. Auch der Ewap, der gut einen Drittel von Neubauten für Einheimische vorsieht, soll weiter eingehalten werden. «Der Ewap ist im Grundsatz gut, aber die Kontrolle ist schwierig», sagt Bohren. Der Gemeinde habe es in den vergangenen Jahren oft an Zeit und Personal gemangelt.Kein Nachteil für BaubetriebeEine Verkleinerung der Bauwirtschaft fürchtet Bohren mit seiner Gemeindeinitiative nicht, das Einheimische Gewerbe könne sich auch Alt- und Umbauten annehmen. Auswärtige Firmen hingegen könnten reduzieren. Bohren: «Es kann doch nicht sein, das Tag für Tag hunderte von Arbeitern von auswärts nach Grindelwald fahren, um hier Häuser zu bauen.» Eine UrnenabstimmungBis im Dezember sollen die ganzen Unterschriften beisammen sein. Zehn Prozent der 2750 Stimmberechtigten von Grindelwald müssen Unterschreiben, im ersten Quartal 2010 soll eine Urnenabstimmung erfolgen. Denn, so eine Teilnehmerin: Bei einer Abstimmung an der Gemeindeversammlung seien die Leute eher befangen, ihre Meinung frei kundzutun. Adi Bohren ist zuversichtlich: «Unser Verein hat viele Sympathisanten, aber bisher haben wir wenig ausgerichtet.» Das soll sich nun ändern: «Wir wollen kämpfen und gewinnen.» Das Gemeindeinitiativen sogar vor Bundesgericht bestehen können, zeigt er am Beispiel von Crans Montana, das Anfang Woche publik wurde: Das Bundesgericht hatte deren Reglement zur Beschränkung des Zweitwohnungsbaus abgesegnet. Das Stimmvolk auf dem Hochplateau von Crans Montana hatte dem Reglement im März 2007 zugestimmt. Neu müssen 70 Prozent von Neubauten als Hauptwohnsitz genutzt werden. «Das ist ein viel strengeres Reglement als wir es planen», sagte Bohren.

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