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Wochers Meisterwerk soll glänzen wie neu

Am Wochenende vom 6./7.September wird das komplett restaurierte Panoramagemälde von Marquard Wocher wieder eröffnet. Zeitgleich wird der neue Anbau eingeweiht.

Noch steht das Gerüst: Marquard Wochers Meisterwerk, das über 200-jährige Thun-Panorama im Schadaupark, erstrahlt bald in komplett neuem Glanz.
Noch steht das Gerüst: Marquard Wochers Meisterwerk, das über 200-jährige Thun-Panorama im Schadaupark, erstrahlt bald in komplett neuem Glanz.
Markus Hubacher
Die letzten Arbeiten laufen: Der lichtdurchlässige und beheizte Anbau an der Rotunde, wo das Thun-Panorama ausgestellt ist.
Die letzten Arbeiten laufen: Der lichtdurchlässige und beheizte Anbau an der Rotunde, wo das Thun-Panorama ausgestellt ist.
Markus Hubacher
Architekt Niklaus Graber (r.) und weitere Besucher des Architektur-Forums lauschen im Thun-Panorama den Ausführungen über die Geschichte des Werks.
Architekt Niklaus Graber (r.) und weitere Besucher des Architektur-Forums lauschen im Thun-Panorama den Ausführungen über die Geschichte des Werks.
Peter Zaugg
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«Wir rechneten mit rund dreieinhalb Monaten für die Restaurierung. Der Zeitplan geht auf – sogar noch besser als gedacht», erklärt Michael Fischer erfreut. Der Leiter der gross angelegten Restaurierungsarbeiten am ältesten noch erhaltenen Panoramagemälde weltweit führt uns in die Rotunde im Schadaupark, wo seit 1961 Marquard Wochers Thun-Panorama eine definitive Heimstätte gefunden hat. Seit Mitte Mai sind bis zu sechs Restauratoren am Werk, um dem 285 Quadratmeter grossen Gemälde aus den Jahren 1809 bis 1814 zu einem aufgefrischten Aussehen zu verhelfen. «Jetzt in der Endphase, wo wir noch den schützenden Schlussfirnis auftragen müssen, sind es zwei bis drei Personen», führt Fischer aus.

Wieder in frischen Farben

Böse Überraschungen habe es keine gegeben, erklärt der Leiter der Restaurierungsarbeiten. Einzig im unteren Drittel kam ein weiterer Firnis zum Vorschein, der nicht mit polaren Lösungsmitteln wegretuschiert werden konnte, sondern Kohlenwasserstoff benötigte. «Auf das Ganze gesehen war das jedoch vernachlässigbar», sagt Michael Fischer. Mit sichtlichem Stolz weist er auf das Gemälde, das noch von einem mehrstöckigen Gerüst verdeckt wird: «In den letzten Jahren wirkte das Bild wie in Kaffee getunkt – mit einem gelblichen Stich. Jetzt zeigen sich wieder die frischen Farben jenes Sommermorgens, den Wocher seinerzeit festgehalten hat. Sogar der Dunst über dem Thunersee und dessen Ufern ist wieder sichtbar.»

Keine Klimatisierung

Doch nicht nur die Farben strahlen wieder wie neu. Auch die Rotunde wurde vorschriftsgemäss erdbebentüchtig gemacht. Konkret bedeutet dies, dass einzelne Elemente durch Betonstahlträger ersetzt wurden. «Dennoch haben wir versucht, den schlichten Industriebau von Karl Keller aus den 1960er-Jahren so zu belassen», sagt Fischer. Denn dass Wochers 38 Meter langes Gemälde seinerzeit von der Leinwand gelöst und auf eine starre Holzkonstruktion geleimt wurde, habe seine Gründe gehabt: «Bei der Restaurierung haben wir sämtliche Retuschen der Jahre 1957 bis 1961 und weitere Retuschen in den Folgejahren abgetragen und neu gemacht.» Dabei habe sich gezeigt, in welch lädiertem Zustand Wochers Gemälde damals war.

Und noch etwas haben die Arbeiten gezeigt: «Die Klimabedingungen sind in diesem unbeheizten Raum gar nicht so schlecht, wie ursprünglich vermutet wurde. Wir müssen lediglich die Spitzen der Luftfeuchtigkeit über 80 Prozent brechen», stellte Fischer mit seinem Team fest. Auch das trage der Konstruktion von Keller Rechnung – zusammen mit der aufgehängten Deckenplatte, die das einfallende Tageslicht von oben in der Rotunde abdämpfen soll. «So erleben die Besucher das Thun-Panorama auf zeitgemässe Art.»

Eröffnungsfest im September

Die Wiedereröffnung des Thun-Panoramas wird am Wochenende vom 6. und 7. September gross gefeiert – am Samstag mit Ansprachen und Musik, am Sonntag als Familienfest für alle Interessierten samt Workshops und Kurzführungen. Zeitgleich wird auch der Anbau, in welchem sich der Empfang, Garderobe und ein neuer Raum für Wechselausstellungen befinden, eröffnet (vgl. Kasten).

Zudem lanciert das Kunstmuseum Thun, unter dessen Ägide das Thun-Panorama steht, einen kreativen Wettbewerb für Kinder ab 5 Jahren, Jugendliche und Erwachsene. Unter dem Motto «Wer gestaltet den originellsten Schirm mit einem Motiv aus dem Thun-Panorama» können Schirme – ab 6. September an der Kasse des Panoramas für 8 Franken erhältlich –beklebt, bemalt oder bedruckt und bis 12.Oktober abgegeben werden. www.dasthunpanorama.ch

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