100'000 Becher für das Thunfest

Thun

Auch in diesem Jahr wurde am Thunfest Mehrweggeschirr benutzt. Wer oder was steckt aber hinter den Plastikbechern, und funktioniert das System überhaupt? Ein Blick hinter die Kulissen der Sankt Galler Mehrweggeschirrfirma Cup & more.

Vor dem grossen ­Ansturm: Standbetreiber holen ihr Geschirr am Cup-&-more-Stand ab.

Vor dem grossen ­Ansturm: Standbetreiber holen ihr Geschirr am Cup-&-more-Stand ab.

(Bild: Dominic Brügger)

Es gibt sie in der ganzen Schweiz, sie sind auf den meisten Veranstaltungen präsent, doch nur die wenigsten bemerken sie bewusst: Die Rede ist von Mehrwegbechern. Die Firma Cup & more kümmert sich darum, dass die Becher, Teller und Schalen dort ankommen, wo sie hinsollen, gereinigt und wieder verteilt werden können. Auch am Thunfest sind sie ein konstanter Begleiter. Für das System benötigt es viel Logistik und effiziente Abläufe.

Ökologisch durchdacht

Rund 100'000 Becher und 10'000 Teller und Schalen wurden am Thunfest 2016 benutzt. «Diese Zahlen sind immer auch eine Basis für das nächste Thunfest», sagt Jacqueline Lusti, Sachbearbeiterin bei Cup & more. Seit 2009 ist die Firma mit Sitz in Niederwil SG offizieller Partner von Feldschlösschen und beliefert Veranstaltungen mit Mehrweggeschirr. Angefangen habe die Firma im Jahr 2002 allerdings mit Einweggeschirr. «Das allgemeine ökologische Bewusstsein der Städte und Kantone hat sich stark verändert», sagt Lusti.

Um den ökologischen Gedanken auch in der Logistik umsetzen zu können, eröffnete Cup & more 2011 einen Standort in Freiburg. «Dort befindet sich ein Lager und eine Wäscherei, weil der Transport aus dem Kanton Sankt Gallen beispielsweise in den Kanton Bern nicht viel Sinn macht. So haben wir die Möglichkeit, auch während des Fests Geschirr zu holen oder zu reinigen.»

Effiziente Abläufe

Vor einer Veranstaltung werde vom jeweiligen OK das Sortiment für die Stände festgelegt. «Die Standbetreiber füllen dann ein Bestellformular aus und wir geben ihnen ein Merkblatt, auf dem die Regeln und der Ablauf festgehalten sind», sagt Jacqueline Lusti. Zum bestellten Geschirr komme dann noch eine Reserve dazu. «Die Reserve beträgt ungefähr zehn Prozent des Vorjahresverbrauchs. So können wir auf kurzfristige Bestellungen reagieren», sagt Lusti.

Am Freitag sei die Reserve besonders nützlich gewesen: «Viele Stände haben wegen des schlechten Wetters vor Ort zusätzliche Becher für Heissgetränke bestellt.» Um die Abläufe vor Ort möglichst effizient zu ­gestalten, wird jeweils ein Cup-&-more-Stand aufgebaut. «Die Standbetreiber holen hier die Kisten mit dem bestellten Geschirr ab und bringen das schmutzige Geschirr auch wieder hierhin», sagt die 24-jährige Lusti. «Damit wir überprüfen können, ob Kisten zwischen den Ständen ausgetauscht wurden oder ob sie nicht mehr zurückgekommen sind, scannen wir sie vor der Abgabe.

Wenn doch mal etwas mit den Kisten passieren sollte, sprechen wir die Standbetreiber gleich darauf an, um die Ursache herauszufinden.» Das Geschirr werde aber im Allgemeinen nicht böswillig gestohlen. Nach dem Thunfest wird auch in diesem Jahr eine Schlussbesprechung stattfinden, um den Bedarf für das nächste Jahr bestimmen zu können, und der Zyklus beginnt von vorn.

Thuner Tagblatt

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