237 Kandidierende kämpfen um Einzug in den Stadtrat

Thun

237 Thunerinnen und Thuner kandidieren am 25. November für einen Sitz im 40-köpfigen Stadtrat. Für die grösste Spannung dürfte das Abschneiden der BDP sorgen.

Wie präsentiert sich der Thuner Stadtrat ab dem Jahr 2019? Die Wahlberechtigten entscheiden am 25. November über die Zusammensetzung des Gremiums, das in letzter Zeit mit diversen Fraktionswechseln für Schlagzeilen sorgte.

(Bild: Michael Gurtner)

Wie setzt sich die Thuner Legislative ab 2019 zusammen? Die Antwort auf diese Frage geben die Thuner Stimmberechtigten am 25. November. Seit gestern ist nun bekannt, wer für einen Sitz im Stadtparlament infrage kommt.Bis zum Ablauf der Meldefrist für Wahlvorschläge am Montag um 16 Uhr haben sich 237 Personen gemeldet, die für die 40 Sitze im Stadtrat kandidieren.

Das sind 31 mehr als bei den Wahlen vor 4 Jahren. Von den bisherigen Stadtratsmitgliedern stellen sich 37 zur Wiederwahl. Patrick Graber und Andreas Zwahlen (beide SVP), sowie Sabine Kaufmann (SP) treten nicht mehr an. Insgesamt kandidieren 93 Frauen und 144 Männer um den Einzug in die Legislative, was einem Frauenanteil von 39,2 Prozent entspricht. Dieser hat damit erneut leicht zugenommen. Vor 4 Jahren lag er noch bei 36,4 Prozent.

Mehr Junge wollen ins Thuner Parlament

Was ausserdem auffällt, ist, dass im Vergleich zu den Vorjahren verhältnismässig mehr Junge in die Thuner Legislative drängen. Ein Blick auf die Listen zeigt: Nicht weniger als 48 Frauen und Männer, die 25-jährig oder jünger sind, möchten gerne Thuner Stadträtin oder Stadtrat werden. Dies entspricht rund einem Fünftel aller Kandidierenden. Gemäss Information der Stadtverwaltung ist dieser Anteil gar so hoch wie noch nie zuvor.

Dementsprechend gross sind auch die Altersunterschiede der Kandidaten: Jüngster Kandidat mit Jahrgang 2000 ist Raffael Reinhard (FDP), wohingegen der älteste, Eugen Bühlmann mit Jahrgang 1946, aus den Reihen der CVP kommt. Zwischen dem 18-Jährigen und seinem Konkurrenten liegen nicht weniger als 54 Jahre.

Insbesondere für die BDP dürften die Wahlen einen Tag der Wahrheit  darstellen.

Keine Überraschungen bei den Listen

Überraschungen sind auf den zwölf Listen keine zu finden. Ausnahmslos sind es die etablierten Parteien, die um die Gunst der Wählerschaft kämpfen. Einzig die Junge SP, die mit einer eigenen Liste antritt, ist derzeit nicht im Parlament vertreten.

Die grösste Anzahl an Kandidatinnen und Kandidaten stellen SP und Juso mit 60. Bei der CVP als kleinster Partei sind es 5 Kandidierende.

BDP: Rehabilitation oder Abstrafung?

Insbesondere für die BDP dürften die Wahlen einen Tag der Wahrheit darstellen. Die Partei startete 2015 mit fünf Stadtratsmitgliedern in die aktuelle Legislatur. Nach internen Querelen und dem Übertritt dreier Stadträte zur FDP beziehungsweise SVP in diesem Sommer verfügt die BDP aktuell nur noch über 2 Sitze im Stadtrat. Wird die bürgerliche Partei an das Ergebnis von 2014 anknüpfen können, oder wird sie zusätzlich von den Wählerinnen und Wählern abgestraft?

Doch nicht nur bei der BDP, auch ganz allgemein stellt sich die Frage, inwiefern die aktuellen Kräfteverhältnisse im Stadtrat durch die Wählerinnen und Wähler bestätigt werden. Derzeit verfügt die SVP mit 13 Sitzen über die grösste Fraktion, gefolgt von der SP mit 9 Vertreterinnen und Vertretern. Je 4 Sitze haben derzeit die FDP und die Grünen, 2 die BDP, die GLP, die EDU und die EVP. Je mit einem Mitglied im Stadtrat vertreten sind die CVP und die Jungen Grünen. Die GLP-, EDU-, EVP und CVP-Vertreter bilden dabei die Fraktion der ­Mitte.

Stapi-Kampfwahl bringt zusätzliche Brisanz

Wie gestern bekannt wurde, verspricht der Thuner Wahlkampf vor allem auf Gemeinderatsebene viel Spannung: So hat der Thuner Architekt Matthias Zellweger am Montag seine Kandidatur als Parteiloser für das Stadtpräsidentenamt eingereicht (siehe Ausgabe von gestern). Er tritt damit gegen dem amtierenden Raphael Lanz (SVP) an.

Von den 22  Gemeinderatskandidaten treten die meisten auch zur Stadtratswahl an.

Von den insgesamt 22 Gemeinderatskandidaten treten die meisten auch zur Stadtratswahl an. Ausnahmen sind die bisherigen Gemeinderäte Raphael Lanz, Roman Gimmel (beide SVP), Peter Siegenthaler (SP) und Konrad Hädener (CVP) sowie die neu für die Exekutive kandidierenden Su­zanne Albrecht Wyss (Grüne) und Matthias Zellweger (parteilos). Sie alle sind auf keiner Stadtratsliste zu finden.

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