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38 Kilo Kokain bei der Ruag gefunden

38 Kilo Kokain, im Wert von 15 Millionen Franken, sind bei der Ruag angeliefert worden – versteckt in chilenischen Panzermotoren. Offenbar hätte das weisse Pulver in Holland landen sollen.

38 Kilo Kokain, mit einem «Marktwert» von mehr als 15 Millionen Franken, wurden in einer Ladung Panzermotoren von Chile bis nach Thun geschmuggelt. (Symbolbild)
38 Kilo Kokain, mit einem «Marktwert» von mehr als 15 Millionen Franken, wurden in einer Ladung Panzermotoren von Chile bis nach Thun geschmuggelt. (Symbolbild)
Keystone

Wären die Drogen auf der Strasse verkauft worden, hätten sie mehr als 15 Millionen Franken eingebracht. Die 38 Kilo Kokain landeten jedoch nicht dort, sondern im Ruag-Werk in Thun. Angestellte entdeckten das weisse Pulver in einer Ladung Panzermotoren aus Chile, wie die Zeitung «Bund» berichtete.

Sie bezog sich auf den Tätigkeitsbericht 2015 der bernischen Justiz. Der Vorfall in der Ruag ereignete sich bereits im September 2015. Das Kokain lag während über zwei Wochen offen und unbeaufsichtigt in einer Lagerhalle des Rüstungsbetriebs.

Via Rotterdam bis nach Thun

Der Reinheitsgrad des sichergestellten Stoffs betrug 80 Prozent. Die chilenische Armee hatte der Ruag die Motoren zur Revision geschickt. Per Seefracht wurde der Container mit dem speziellen Inhalt von Chile via Peru, Rotterdam und Basel bis nach Thun gebracht. Unklar ist bislang, ob das Kokain schon in Chile oder erst in den Peru in den Schiffscontainer geschmuggelt wurde und wer die Lieferung hätte empfangen sollen.

«Kein öffentliches Interesse»

Die Berner Staatsanwaltschaft erläuterte auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda den Umstand, dass bisher von offizieller Seite nicht über den Fund kommuniziert worden war. «Es bestand rechtlich gesehen keine Pflicht dazu, da kein öffentliches Interesse gegeben war», sagte der Sprecher Christof Scheurer.

Nach dem Fund seien Ermittlungen zur Täterschaft aufgenommen worden. Da die Täter nicht identifiziert werden konnten, sei das Verfahren im Juni 2016 auf Eis gelegt worden. «Wir haben das Verfahren sistiert.» Auch über den Empfänger sei nichts bekannt.

Falls neue, wesentliche Erkenntnisse auftauchten, etwa von chilenischer Seite, könne das Verfahren erneut aufgerollt werden. Die Staatsanwaltschaft werde erst aktiv kommunizieren, wenn das Verfahren abgeschlossen sei.

Wohl keine RUAG-Mitarbeiter

Er gehe jedoch davon aus, dass niemand der RUAG am Drogenschmuggel beteiligt war, sagte Scheuerer. «Das Kokain lag zwei Wochen lang offen und unbeaufsichtigt in dem Container.» Wäre ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin der RUAG involviert gewesen, hätte es wohl kaum solange gedauert, bis die Drogen weiter verschoben worden wären.

Während sich die Schweizer Behörden in dieser Sache nicht allzu auskunftsfreudig gaben, wurde damals in Chile den internationalen Medien Auskunft von prominenter Seite erteilt: Der chilenische Verteidigungsminister Jose Antonio Gomez bestätigte im Dezember 2015 den Fund einer Kokainladung in der Schweiz, ohne jedoch Angaben zur Menge zu machen.

SDA/gbs

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