Ein Thuner aus Leidenschaft

In der Serie «Angetroffen» stellen wir diese Woche Reto Beutler vor. Er maht keinen Hehl aus der Liebe zu seiner Heimatstadt Thun.

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«Hier ist es schön, hier fühle ich mich wohl, hier bin ich zu Hause»: Reto Beutler, 38, ist in Thun geboren und aufgewachsen. Und er wird wahrscheinlich auch in Thun sterben. Thun sei sein Anker, sagt Beutler, der für einen grossen Telecomanbieter arbeitet. «Ich kann mir keinen besseren Ort zum Leben vorstellen.»

Wenn er von den Vorzügen Thuns berichtet, beginnt Beutler unweigerlich zu schwärmen. Die Berge seien nah, der See zum Fischen sogar direkt vor der Haustür, und in der Innenstadt fände sich alles, was man zum Leben brauche. Für den Vollblut-Thuner Reto Beutler ist es Ehrensache, mit den besten Sportvereinen der Stadt mitzufiebern.

«Was der FC Thun und Wacker seit Jahren zeigen, ist fantastisch.» Er hoffe, dass sie sich noch lange in der jeweils obersten Liga halten können. «Ich bin recht zuversichtlich, dass es ihnen gelingt.» So werde in den Klubs sehr gut gearbeitet – und man sei mit der nötigen Demut ausgestattet. «Das gefällt mir», sagt Beutler.

Ein heiliger Termin in seiner Agenda ist der Thuner Ausschiesset.?Er habe die Kadettenzeit sehr genossen. Er freue sich bereits Wochen im Voraus darauf, am Ausschiesset die alten Zeiten aufleben zu lassen. «Das fägt einfach!» Irgendwann endet jeder Werbespot, so auch Beutlers. So gebe es schon Dinge, die ihm an Thun nicht so gefielen, sagt er.

«Mir fehlen manchmal die Visionen.» So werde aus seiner Sicht zu viel verwaltet und zu wenig weiterentwickelt. Dabei komme nur weiter, wer auch mal mutig sei und etwas wage. Auch wenn seine Zeiten in Thuns Nachtleben mehrheitlich der Vergangenheit angehörten, so ortet Beutler dort gewisses Potenzial.

«Soweit ich es beurteilen kann, fehlen den Jungen etwas die Orte, wo sie sich ausleben können.» Er sei in diesem Punkt vom Glück geküsst worden. «Ich durfte das Selve-Areal als Ausgehmeile in seiner Blütezeit erleben.»

Wenn man Beutler zuhört, kommt der Verdacht auf, er verlasse Thun nie.?Das stimmt aber nicht. So reist er gerne in ferne Länder. Und auch für die tägliche Arbeit in Bern verlässt er die Stadt der Alpen. Er sei ein überzeugter Zugfahrer, sagt er. Auf der Reise könne er entspannt in den Arbeitstag starten.

Stört ihn denn das tägliche Gedränge beim Ein- und Aussteigen nicht? «Das ist halb so wild. Die Erfahrenen wissen, wie der Hase läuft und dass sie noch einen Platz kriegen.» Und von ihnen gebe es deutlich mehr als von den anderen. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 27.03.2018, 11:46 Uhr

Angetroffen: Reto Beutler aus Thun. (Bild: Roger Probst)

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