Heimberg

Einspuren auf die Autobahn ist zur Knacknuss geworden

HeimbergWegen der Baustelle auf der A6 fehlt in Heimberg bei der Einfahrt Thun-Nord derzeit der Beschleunigungsstreifen. Einspuren ist anspruchsvoll, ja zum Teil gefährlich geworden.

Hier wird es derzeit baustellenbedingt sehr eng: Die Autobahnauffahrt Thun-Nord in Heimberg Richtung Spiez.

Hier wird es derzeit baustellenbedingt sehr eng: Die Autobahnauffahrt Thun-Nord in Heimberg Richtung Spiez. Bild: Patric Spahni

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Wer derzeit von Heimberg her auf die A6 in Richtung Spiez auffahren will, hat ein Problem – jedenfalls zu bestimmten Tageszeiten. Das Bundesamt für Strassen (Astra) saniert bis ins Jahr 2020 den Autobahnabschnitt zwischen den Anschlüssen Thun-Nord und Thun-Süd inklusive Allmendtunnel.

Seit November finden in einer ersten Bauphase Erneuerungsarbeiten an der Autobahnmitte statt. Die Folge: Der Pannen­streifen ist in diesem Bereich zur Normalspur geworden, die Normal- zur Überholspur. Es handelt sich um eine sogenannte Spurverschwenkung. Das Geschwindigkeitslimit beträgt im Bau­stellenbereich 80 Kilometer pro Stunde.

Beschleunigungsstreifen fehlt

Die knappen Platzverhältnisse gelten auch für die besagte Auffahrt Thun-Nord. Anstatt auf dem Beschleunigungsstreifen zu landen, gelangen die Automobilisten relativ rasch auf die temporäre Normalspur. Erschwerend hinzu kommt, dass zwischen Normal- und Überholspur eine orange Sicherheitslinie gezogen ist. Wer auf die Normalspur einschwenken will, kann ­also nicht erwarten, dass der andere Verkehrsteilnehmer Platz macht, indem er auf die linke Spur wechselt, wie das sonst üblich ist.

Ein Leser, der die Situation beobachtet und sich bei dieser Zeitung gemeldet hat, schreibt: «Der auf die Autobahn auffahrende Verkehr muss oftmals bis zum Stillstand abbremsen und dann von 0 auf 80 Stundenkilometer beschleunigen, sobald sich eine genügend grosse Lücke auf der Normalspur abzeichnet.» Bereits bei Tageslicht sei dies ein «schwieriges Unterfangen», bei Dunkelheit werde es schlicht gefährlich.

Lösung Reissverschlussprinzip

Mark Siegenthaler, Mediensprecher beim Astra, räumt ein, dass das Auffahren auf die A6 momentan tatsächlich anspruchsvoll sei. Da seitlich niemand Platz machen kann, müssten einspurende Automobilisten «das Reissverschlussprinzip anwenden». Weshalb wurde aber nicht eine unterbrochene anstelle einer durchgezogenen Linie zwischen Normal- und Überholspur aufgemalt?

Siegenthaler erklärt: «Eine normale Markierung mit unterbrochener Linie wäre im Verschwenkungsbereich schlechter wahrnehmbar und würde das Unfallrisiko erhöhen.» Die Sicherheitslinie verdeutliche die Verkehrsführung und sei daher «zwingend vorgeschrieben». Überdies sei die temporäre Überholspur nur 2,50 Meter breit. Lenker von eher brei­ten Fahrzeugen könnten folglich nicht nach links ausweichen, ohne sich dabei selber in Gefahr zu bringen.

Bisher keine Unfälle

Tag für Tag benutzen gemäss Messungen des Astra gut 6000 Automobilisten die Auffahrt Thun-Nord Richtung Spiez. «Zu Unfällen im Zusammenhang mit der aktuellen Einspursituation ist es zum Glück noch nicht gekommen», sagt Mark Siegenthaler. Der Bereich werde zwar nicht mit Kameras gefilmt, stehe aber dennoch unter «intensiver Beobachtung» durch die Polizei, die Bauarbeiter oder die Strassenunterhaltteams des Astra.

Am prekärsten gestaltet sich die Lage jeweils während der morgendlichen und abendlichen Stosszeiten oder an «touristisch stark genutzten Tagen», wie Siegenthaler festhält. Er rät Automobilisten, die auf der A6 unterwegs sind, jederzeit genügend Abstand zum vorderen Fahrzeug einzuhalten. «Dann bleibt genügend Platz, damit das Reiss­verschlussprinzip funktioniert.» Die aktuelle Spurverschwenkung dauert voraussichtlich noch bis August 2018 an. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 12.02.2018, 21:31 Uhr

Artikel zum Thema

Wie es dem Allmendtunnel nach 47 Jahren ans Eingemachte geht

Thun Seit November wird der Thuner Allmendtunnel zum ersten Mal überhaupt umfassend saniert. Ein exklusiver Blick hinter die Kulissen der Baustelle. Mehr...

Die Tunnelumfahrung läuft nach Plan

Genau seit einem Monat führt die A6 in Richtung Berner Oberland temporär über die Allmend. Die Bauarbeiten im Allmendtunnel sind angelaufen – und die Tunnelumfahrung funktioniert bislang ohne Staus. Mehr...

Autobahn über die Thuner Allmend nimmt Form an

Einblick in eine aussergewöhnliche Baustelle: Auf der Allmend laufen die Arbeiten für den temporären Verkehrskorridor auf Hochtouren. Bereits sind Teile der Rampen zu sehen, auf welchen die Autos auf der A 6 Richtung Oberland künftig den Allmendtunnel umfahren werden. Mehr...

Paid Post

Erotik zu dritt

Hier finden Singles oder Paare den passenden Partnern für den flotten Dreier: The Casual Lounge.

Kommentare

Abo

Immer die Region zuerst. Im Digital-Abo.

Den Berner Oberländer digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 29.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Segeln hart am Wind: Die Teilnehmer der Skûtsjesilen - Meisterschaften im niederländischen Friesland schenken sich nichts. (15. August 2018)
(Bild: Siese Veenstra/EPA) Mehr...