Thun

Flieger mit Flair für Oldtimer

ThunIn der Serie «Angetroffen» stellen wir diese Woche André Schneeberger vor. Er fliegt eine «Grand old lady» – und setzt seit kurzem ganz auf Oldtimer für ganze Kerle.

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Auch wenn einige Tage vergangen sind seit dem Bückertreffen auf dem Flugplatz Thun, so ist doch der rote Doppeldecker, der drei Tage lang immer wieder am Himmel seine Kreise zog, vielen noch in Erinnerung. Die Maschine vom Typ Curtiss-Wright Travel Air E-4000 hat Baujahr 1929, ist bekannt unter dem Namen «Grand old lady» und wird oft von André Schneeberger geflogen.

Der 49-Jährige ist in Thun aufgewachsen und hat auf dem Flugfeld auf der Allmend 1985 seinen Pilotenschein gemacht und sagt, «ich bekam von meinem Vater den Fliegervirus». Hat er einst die Lizenz für Berufspiloten und das Fliegen nach Instrumenten erworben, schlägt sein Herz heute ganz für die Oldtimer. Seit fast dreissig Jahren fliegt er solche, vor kurzem hat Schneeberger seine Flugzeugwartungsfirma verkauft, um ein neues Unternehmen zu gründen, das sich auf die Restauration von Oldtimern oder die Beratung bei solchen Unterfangen fokussiert.

«Weil die alten Maschinen einen unwiderstehlichen Charme haben», lautet Schneebergers Antwort auf die Frage, warum er sich in Zeiten von GPS und Digitalisierung für veraltete Technik interessiere. «Und weil sich diese vermeintlich veraltete Technik seit Generationen bewährt. Bei neuen Flugzeugen hat man noch keine ‹Alterungserfahrung›. Bei den alten Flugzeugen weiss man genau, was defekt gehen kann, und es wird sehr viel Zeit in die Wartung investiert.» Abstürze wie jener der Ju-52 vor kurzem im Bündnerland seien tragisch. Doch könne nicht daraus abgeleitet werden, dass Oldtimer generell unsicher wären.

Zusammen mit einem Geschäftspartner besitzt Schneeberger neben der «Grand old lady» eine zweiplätzige Globe Super Swift mit Baujahr 1946 sowie einen Doppeldecker vom Typ Beech Staggerwing mit Baujahr 1943. Dieser steht indes nicht in einem Hangar in der Region, sondern in Nashville im US-Bundesstaat Tennessee. Wie kommts? «Ich bin beruflich immer wieder in den USA und ­nutze den Flieger geschäftlich. Zwei-, dreimal im Jahr nehmen wir dort an Flugtagen teil», sagt André Schneeberger.

Dass es ihn im Süden der USA derart verregnet wie am Bückertreffen, ist unwahrscheinlich. «Ich gebe zu, dass mir das Herz geblutet hat, die Travel Air bei diesen Verhältnissen draussen stehen zu lassen», sagt Schneeberger. «Aber mir war es ein ­Anliegen, den Menschen, die trotz des Wetters den Weg auf den Flugplatz fanden, etwas zu bieten.» (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 12.09.2018, 06:55 Uhr

André Schneeberger

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