Thun

Fussballfans randalieren nach dem Berner Derby

ThunNach dem Spiel zwischen dem FC Thun und YB haben Fussballfans einen Hausbewohner tätlich angegriffen und die Polizei mit Steinen beworfen. Für Sicherheitsvorsteher Peter Siegenthaler (SP) hat diese Gewaltbereitschaft «ein Ausmass angenommen, das Thun bisher nicht gekannt hat».

Waren die Randalierer «Fans» von Thun oder YB? Die Polizei hält sich mit Mutmassungen zurück. Wer dieses Tag angebracht hat, scheint aber klar...

Waren die Randalierer «Fans» von Thun oder YB? Die Polizei hält sich mit Mutmassungen zurück. Wer dieses Tag angebracht hat, scheint aber klar...

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«Das Fanverhalten hat eine Dimension angenommen, die ich so in keiner Art und Weise tolerieren kann. Besonders schlimm sind die Angriffe gegen Privatpersonen und Polizisten, ich verurteile die Gewaltbereitschaft und Zerstörungswut aufs Schärfste»: So äusserte sich gestern Abend der Thuner Sicherheitsvorsteher und SP-Gemeinderat Peter Siegenthaler gegenüber dieser Zeitung. Die Qualität der Ausschreitungen habe «ein Ausmass angenommen, das Thun bisher nicht gekannt hat». Und dies «notabene bei einem absolut bedeutungslosen Spiel».

Anwohner angegriffen

Das ist rund um das Kantonalderby vom Mittwochabend passiert: War die Anreise der Fans laut Kantonspolizei noch ohne Zwischenfälle verlaufen, wurden zehn Minuten nach Schluss der Partie zwölf Pyros gezündet. Auf dem Fanmarsch zurück an den Bahnhof versprayten die Fussballfans in der Länggasse, an der Rampenstrasse und am Bahnhof verschiedene Gebäude – und griffen einen Hausbewohner tätlich an, der die Liegenschaft schützen wollte.

Keine Verletzten

«Gemäss aktuellem Kenntnisstand wurde der Mann nicht verletzt», sagt Polizeisprecherin Ramona Mock auf Anfrage. Beim Manorgebäude schliesslich attackierten Fans Mitarbeiter der Kantonspolizei mit Steinen. Auch hier wurde niemand verletzt, aber ein Einsatzfahrzeug beschädigt. «Wir haben einen Zeugenaufruf erlassen, die gesuchten Personen können nicht einer Fangruppe zugeordnet werden», so die Polizeisprecherin.

Peter Siegenthaler ordnete gestern Sofortmassnahmen an: So werden die Clubleitungen des FC Thun und des BSC Young Boys zusammen mit Vertretern der Anwohner und der Kantonspolizei zu einem Gespräch eingeladen. Zudem sistiert die Thuner Abteilung Sicherheit ihre Mitarbeit in der Arbeitsgruppe operative Fanarbeit bis auf Weiteres. Und: Die Rahmenbewilligung für die Saison 2016/2017 wird vorläufig von der Traktandenliste des Gemeinderats entfernt.

Zusätzliche Auflagen denkbar

Was bedeutet dieser Umstand? «Ich mache die Erteilung der Rahmenbewilligung für die Spiele in der Stockhorn-Arena davon abhängig, was die Gespräche mit den Clubs, den Anwohnern und der Polizei ergeben», so Siegen­thaler. Denkbar seien etwa zusätzliche Auflagen direkt in der Rahmenbewilligung, welche für alle Spiele in der Stockhorn-Arena gilt.

Auflagen für nächstes Derby

Klar sei, dass für das nächste Kantonalderby zusätzliche Auflagen in der Einzelbewilligung verfügt würden — welche genau, sei noch nicht bestimmt. Gefährden die Chaoten die grundsätzliche Erteilung der Rahmenbewilligung und könnten sie damit dafür sorgen, dass in der Stockhorn-Arena kein Fussball mehr gespielt werden darf? «In letzter Konsequenz ja», so Siegenthaler, «ich hoffe aber, dass dies ein utopisches Szenario bleiben wird.»

FC Thun-Präsident Markus Lüthi sagte gestern auf Anfrage: «Jetzt muss man solche Straftäter endlich konsequent verhaften und verurteilen, und nicht auf den FC Thun schiessen. Der Match im Stadion lief ohne Probleme ab.»

Die Kantonspolizei sucht Zeugen: Personen, die sachdienliche Angaben zu den Sprayereien, dem tätlichen Angriff auf den Hausbewohner oder die Angriffe gegen die Einsatzkräfte machen können, können sich unter der Telefonnummer 033 227 61 11 melden. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 26.05.2016, 13:24 Uhr

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