In luftiger Höhe zu Hause

In der Serie «Angetroffen» stellen wir diese Woche André Steiger vor. Der 26-jährige Kranführer geniesst den Überblick über Thun bei seiner Arbeit.

«Ich arbeite oft und gerne am Boden und steure den Kran per Joystick», sagt André Steiger.

«Ich arbeite oft und gerne am Boden und steure den Kran per Joystick», sagt André Steiger. Bild: Barbara Schluchter-Donski

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Er ist der Mann mit dem derzeit wohl spektakulärsten Arbeitsplatz in Thun. Wenn er sich denn dort aufhält: André Steiger lenkt den Kran bei der Freienhofbaustelle und geniesst dabei in 50 Metern Höhe einen unvergleichlichen Ausblick über die Dächer der Altstadt bis hin zum See und den Bergen. «Wunderschön ist die Stimmung bei Sonnenaufgang», erzählt der 26-Jährige, der sich selber als sehr kommunikativen Menschen bezeichnet.

Eine Eigenschaft, die ihm auch bei seiner täglichen Arbeit zugutekommt. «Auch wenn ich ein sehr junger Kranführer bin, habe ich hier eine grosse Verantwortung und helfe mit, die Abläufe auf der Baustelle zu organisieren», erzählt André Steiger. Seine Art mitzudenken und selber Hand anzulegen, kommt bei seinem temporären Arbeitgeber gut an: So überlegt sich die Frutiger AG, den jungen Mann fest anzustellen. «Schliesslich», sagt André Steiger, der zuvor bereits auf der Baustelle beim Hallenbad in Oberhofen tätig war, «gibt es heute viel zu wenig Kranführer.»

Auch bei André Steiger war der heutige Beruf nicht die erste Wahl. Nach der Schule lernte er Bäcker und dann Maurer. «In den Kranführerjob bin ich reingerutscht», sagt André Steiger, der auch privat gerne in die Lüfte geht und demnächst einen Gleitschirmkurs absolvieren will.

Allerdings gibt er zu, dass ihm die Höhe am Anfang auch Angst einflösste: «Als ich erstmals auf einen hohen Kran raufklettern sollte, habe ich zum damaligen Kursleiter gesagt, dass ich nicht wisse, ob ich das schaffe.» Heute ist es für André Steiger das Normalste der Welt, die enge Treppe im Kraninnern bis ganz nach oben zu steigen. Fünf Minuten braucht der Mann aus Langnau dafür nur. Höchstens.

Doch hier hält er es meistens nicht sehr lange aus. «Ich bin keiner, der sich in der Führer­kabine mit Kaffeemaschine und Mikrowelle einrichtet, wie das andere Kranführer tun», sagt er, der in seiner Freizeit gerne schwere Motorräder fährt. «Ich arbeite oft und gerne am Boden und steure den Kran per Joystick.» Und dann erzählt er von amüsanten Begegnungen mit Passanten, die nach oben zum Kran schauten, weil er das auch tue und ihn dann fragten, was er da eigentlich genau mache.

«Schreiben Sie doch, dass es mich freut, wenn mich die Leute ansprechen», sagt der 26-Jährige. Dazu haben die Thuner auf jeden Fall noch genügend Gelegenheit: Der 20 Millionen teure Umbau des Hotels Freienhof dauert noch bis zum Jahr 2019... (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 06.02.2018, 12:41 Uhr

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