Kampf dem Abfall

Am nationalen Clean-up-Day haben auch Kinder und Jugendliche aus Uetendorf, Oberlangenegg und Thun Abfall gesammelt. Dabei hat sich gezeigt, dass Littering nach wie vor ein wichtiges Thema ist.

In Oberlangenegg legten sich die Schüler mächtig ins Zeug  und sammelten Abfall ein.

In Oberlangenegg legten sich die Schüler mächtig ins Zeug und sammelten Abfall ein. Bild: Debora Stulz

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Wegwerfen und liegen lassen von kleinen oder grösseren Abfallmengen generiert jedes Jahr hohe Kosten für Städte und Gemeinden. Am nationalen Clean-up-Day soll die Bevölkerung aufgerufen werden, achtsamer mit dem Siedlungsabfall umzugehen.

Um aufzuzeigen, was nach wie vor alles achtlos weggeworfen wird, haben am Samstag Junge und Erwach­sene im ganzen Land in den Siedlungen, an Strassenrändern und in den Wäldern und an Ufern Abfall gesammelt.

In unserer Region waren unter anderen Schulklassen aus Oberlangenegg, in Thun 16 Jugendliche des Motivationssemesters der Fondation GAD und in Uetendorf rund 90 Kinder und Jugendliche unterwegs. Gemeinsam mit ihren Lehrerinnen, einigen Eltern und Begleitern waren sie unterwegs, um das ein­zusammeln, was unachtsame Bürgerinnen und Bürger weggeworfen oder liegen gelassen haben.

Von Thun bis Kiesen

Gefunden haben sie entlang der Aare unter anderem eine Menge Glasflaschen, PET-Flaschen und massenweise Zigarettenstummel. Wie Bernhard von Gunten, Leiter des Motivationssemesters der Fondation GAD, gegenüber dieser Zeitung berichtete, konnten die Jugendlichen neben dem De­ponieren von Grillrosten, Frotteetüchern und Schuhen zusätzlich noch acht 110-Liter-Abfallsäcke mit gemischtem Abfall füllen.

Bei allen Aktionen haben die Kinder und Jugendlichen berichtet, dass sie verstanden haben, worum es beim Thema Littering geht.

Schüler in Oberdiessbach beseitigten gemeinsam invasive Neophyten. Bild: Irina Eftimie

Diese Wahrnehmung hat sich im Gespräch mit den Schülern aus Oberlangenegg bestätigt. Zwei Mädchen sagten zu der Menge Bierdosen, den Resten von Eternitplatten und Drähten, die sie und ihre Klassenkollegen ge­funden hatten: «Das isch gruusig, myr würde nie öppis wägschmeisse im Waud».

Ihre Lehrerin Doris Schopfer und das Kollegium haben bereits im vergangenen Jahr einen Sammeltag organisiert: «Uns ist es wichtig, mit den Kindern über Littering zu reden. Durch das Sammeln werden sie zusätzlich für das Thema sensibilisiert.»

Uetendorf ist sauberer

Motivation zum Mitmachen beim richtigen Entsorgen wird auch in Uetendorf gefördert. Im Verlauf dieses Jahres hat die Regionale offene Kinder- und Jugendarbeit bereits verschiedene Aktivitäten zum Thema Littering organisiert. Dabei wird die Zusammenarbeit mit der Schule und anderen Ins­titutionen gefördert. Am Schulfest zum Beispiel haben Schüler zwei Sujets zum Thema gezeigt und während des Umzuges Buttons mit der Aufschrift «Ich bin ein Ghüder-Heud» verteilt.

Am Clean-up-Day vom Samstag haben 70 Mitglieder der Pfadi Nünen Uetendorf und 20 Jugendliche, die dem Jugendbüro ­nahestehen, auf dem ganzen Gemeindegebiet Abfall gesammelt. Die Menge des Sammelgutes, das auf dem Dorfplatz in Kisten sortiert wurde, hat jedoch gezeigt, dass Uetendorf, in Anbetracht von dessen Grösse, sauberer scheint als andere Gebiete in der Region.

Während einer Woche bleiben die Kisten jetzt als Mahnmal für die Passanten stehen. Informationen zu Littering und einzelnen Pro­jekten sind auf der Homepage der IG saubere Umwelt (IGSU) zu ­finden.

www.igsu.ch (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 11.09.2017, 14:34 Uhr

Neophyten beseitigt und Plakate gemalt

In Oberdiessbach haben sich die Schüler auf vielfältige Art des Themas Abfall angenommen. So haben sie unter anderem Pflanzen beseitigt, die nicht heimisch sind.

«Oberdiessbach ist im Allgemeinen sehr sauber, und dadurch hätte es zu wenig Abfall zum Sammeln gegeben», sagt Friedrich Röthlisberger, Klassenlehrer der Klasse 1a. Aus diesem Grund entschied sich der Verein «Zäme für Oberdiessbach» am nationalen Clean-up-Day, gemeinsam mit Schülern aus Oberdiessbach und Umgebung sowie der Gemeinde, invasive Neophyten zu beseitigen, also Pflanzen, die in der Schweiz nicht heimisch sind und auch eine Folge von Littering sind.

Etwa 130 Schüler und 30 Erwachsene beteiligten sich an dieser Aktion. «Für alle Beteiligten war der Tag ein grosses Erlebnis. Die Schülerinnen und Schüler waren sehr motiviert und haben überall richtig zügig angepackt», sagt Röthlisberger. «Es hat allen sehr viel Spass gemacht. Ich wünschte aber, die Leute würden nicht mehr einfach Zigaretten und Büchsen auf den Boden werfen. Wenn man etwas auf dem Boden rumliegen sieht, sollte man es aufheben und entsorgen», sagt der 13-jährige Silvan Herren.

Ein Ziel der Schulen Oberdiessbach sei nämlich, jeden Tag einen Clean-up-Day zu haben. «Man kann nicht einfach an einem Tag aufräumen, und dann ist alles wieder in Ordnung. Wir möchten die Schüler dazu bewegen, dass sie von innen heraus eine saubere Umgebung haben wollen», sagt Friedrich Röthlisberger.

«Nur so kommt es zu einer Bewegung mit nachhaltigem Effekt.» Besonders die praktische Schulung sei dabei wichtig. «In einem so schönen und vielfältigen Land wie der Schweiz zu leben, ist für uns alle mit Verpflichtung und Verantwortung verbunden. Durch Exkursionen, Lager und solche Aktionen wie heute können die Schüler bereits in jungen Jahren ein stärkeres Bewusstsein für die Umwelt entwickeln», sagt er.

Die Schulen Oberdiessbach haben ausserdem zum Thema Littering für den nationalen Clean-up-Day fünf Plakate im Weltformat gemalt, die für die nächsten Monate an den Hauptstrassen zu Oberdiessbach und am Bahnhof zu sehen sind.

Des Weiteren sind im Hotel-Restaurant Löwen 70 Zeichnungen mit Texten aus den letzen Jahren bis Ende September ausgestellt, die Themen wie Littering, Recycling, gesunde Ernährung, biologische Landwirtschaft und den ökologischen Fussabdruck behandeln. Alle drei Aktionen sind bereits ein Beitrag der Schule für die Achthundertjahrfeier Oberdiessbach im nächsten Jahr 2018.

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