Thun

Kinder und Jugendliche stehen auf den Pumptrack

ThunSeit September steht auf dem Viehmarktplatz in Thun ein Pumptrack, der den Platz beleben soll. Nach einigen gescheiterten Projekten scheint die Anlage ein erster Erfolg zu sein.

Zwei der jungen Benutzer des Pumptracks auf dem Viehmarktplatz in Thun: Felix Reist mit Tian Schär im Hintergrund.

Zwei der jungen Benutzer des Pumptracks auf dem Viehmarktplatz in Thun: Felix Reist mit Tian Schär im Hintergrund. Bild: Irina Eftimie

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«Der Viehmarktplatz hat es richtig schwer», sagt der Thuner ­Gemeinderat Roman Gimmel (SVP), Vorsteher der Direktion Bildung, Sport, Kultur. Nach verschiedenen gescheiterten Versuchen, den Platz an der Grabenstrasse zu beleben, entschied die Stadt, einen anderen Weg einzuschlagen: Seit dem 11. September steht eine von der Flying Metal GmbH installierte, mobile Bike- und Skateanlage, ein sogenannter Pumptrack, auf dem Viehmarktplatz. «Es wurde schon viel angedacht und ausprobiert. Nun versuchen wir es einmal mit einer Freizeit- und Sportanlage», sagt Gimmel.

«Wir sind fast jeden Tag hier»

Das Prinzip eines Pumptracks ist einfach: Auf einer kompakten, abgeschlossenen Velostrecke mit Wellen und Steilwandkurven soll durch die Verlagerung des Körpers Geschwindigkeit aufgebaut werden. Der 10-jährige Tian Schär kannte diese Technik zwar noch nicht, er habe sie aber nach einigen Malen auf dem Pumptrack gelernt. «Man merkt sehr schnell, dass man Geschwindigkeit verliert, wenn man zusätzlich die Füsse benutzt», sagt er.

Tian und seine Freunde drehen oft nach der Schule mit ihren Trottinetten Runden auf dem Pumptrack. «Wir sind fast jeden Tag hier», sagt Lukas Spatatru. «Ich habe den Pumptrack auf dem Weg zur Schule gesehen, und ich war auch schon in Steffisburg im Skatepark.»

«Es wurde schon viel angedacht und ausprobiert. Nun versuchen wir es einmal mit einer Freizeit- und Sportanlage.»Gemeinderat Roman Gimmel

Einer der Beweggründe für den Pumptrack auf dem Viehmarktplatz war die Entlastung des Pumptracks auf dem Spielplatz Lerchenfeld. «Wir haben das Luxusproblem, dass der Spielplatz Lerchenfeld überbeansprucht wird», sagt Roman Gimmel. «Der Pumptrack auf dem Viehmarktplatz soll also nicht zur Konkurrenz werden, sondern ein Zusatzangebot darstellen.»

Für alle etwas dabei

Mit fast allem, was Räder hat, kann der Pumptrack befahren werden. Neben Fahrrädern, Trottinetten und Skateboards können auch Inlineskates und sogar Laufräder benutzt werden. «Es gibt keine spezielle Zielgruppe», sagt Roman Gimmel. «Der Pumptrack muss zwar aktiv aufgesucht werden, aber von den motorlosen Geräten, vom Alter und vom Geschlecht her ist alles offen, und er kann von allen benutzt werden. Es sind aber vor allem Kinder und Jugendliche, die den Pumptrack frequentieren.» Hin und wieder wage sich auch mal ein junger Vater oder ein mutiges Mami auf die Anlage.

Einer dieser jungen Väter ist Dominik Meier, dessen Sohn jeweils mit einem Laufrad auf dem Pumptrack unterwegs ist. «Ich war vorher noch nie auf einem Pumptrack wie diesem», sagt er. «Eines Tages bin ich hier vorbeigelaufen und habe den Track gesehen. Da ich mir schon immer ein BMX gewünscht habe, bin ich gleich in die Brocki auf der anderen Strassenseite gegangen und habe mir eines gekauft.» Jetzt ­seien er und sein Sohn ungefähr zweimal pro Woche da.

Endlich erfolgreich

Bis Ende November kann der Pumptrack noch genutzt werden, danach wird er für den Winter abgebaut. «Wir machen uns verschiedene Überlegungen, wo er nächsten Frühling aufgestellt werden kann. Es wird aber sicher nicht mehr der Viehmarktplatz sein, weil dieser wegen der Erneuerung des Berntorkreisels nicht zur Verfügung stehen wird», erklärt Gimmel. Obwohl keine Besucherzahlen erhoben werden, könne das temporäre Projekt Pumptrack auf dem Viehmarktplatz vom Augenschein her als Erfolg verbucht werden.

Der Pumptrack kann bis Ende November täglich von 9 bis 22 Uhr befahren werden. (Berner Zeitung)

Erstellt: 21.10.2017, 14:46 Uhr

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