Thun

Vor 100 Jahren: Internierte als Arbeitskräfte

ThunZwanzig französische und belgische Internierte halfen 1918 in Thun bei der Getreideernte. Ihre Arbeit war sehr willkommen.

Internierte beim Bahnhof Thun.

Internierte beim Bahnhof Thun. Bild: Stadtarchiv Thun

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«Während der heurigen Ernte stehen zwanzig französische und belgische Internierte, landwirtschaftliche Berufsleute, im Dienste der Eidg. Liegenschaftsverwaltung in Thun, um das Getreide der Allmendkulturen einzubringen und zu verarbeiten», vermeldete das «Tagblatt der Stadt Thun» am 11. September 1918. «Bei dem gegenwärtigen Mangel an bäuerlichen Hilfskräften erweisen diese Internierten unserer Lebensmittelversorgung einen verdankenswerten Dienst», hiess es weiter.

Am folgenden Tag, wurde zudem erwähnt, würden 100 Kriegsgefangene aus dem Internierungskreis Thun repatriiert werden, wonach dieser dann noch 300 Mann zählen würde (100 in Thun und Steffisburg, 100 in Goldiwil und 100 am Seeufer).

Was vor 100 Jahren sonst noch für Schlagzeilen sorgte:

  • 2.9.1918 Der Gemeinderat hat beschlossen, die Pension Alpenblick in Goldiwil zu erwerben, um sie in ein Sechsfamilienhaus ­umzubauen.
  • 2.9.1918 Nach den Ermittlungen des Polizeiinspektorates werden auf den 1. November 1918 33 Familien keine Wohnung besitzen (Wohnungsmangel).
  • 5.9.1918 Beim Verlassen eines Dampfschiffes in Scherzligen konnte der aus einer graubündnerischen Strafanstalt entwichene Meinrad Stocker verhaftet werden. Er wurde steckbrieflich gesucht.
  • 9.9.1918 Über die Wohnungsmarktlage und die Bautätigkeit in Thun sind Erhebungen gemacht worden, unter anderem sind in den letzten acht Jahren 241 Wohnungen neu entstanden.
  • 12.9.1918 Gemäss Beschluss des schweiz. Volkswirtschaftsdepartements vom 3.9.1918 ist die Kartoffelration auf 90 Kilo pro Person festgesetzt worden.
  • 14.9.1918 Die Bundesbahnen haben das Hotel Grütli vom bisherigen Besitzer, Alt-Metzgermeister Christen, käuflich erworben.
  • 16.9.1918 Henriette von Wattenwyl-von Reynier in Bern hat als Andenken an die in Thun gestorbene Margaritha von Wattenwyl den Armen von Thun 2000 Franken vermacht.
  • 18.9.1918 Alt-Kapitän Joseph Echemann, viele Jahre Kapitän auf den Dampfbooten des Thunersees, ist im Alter von 74 Jahren gestorben.
  • 23.9.1918 Bis heute sind in Thun für die Nationalspende 28'300 Franken gesammelt worden, wovon 7800 Franken auf die Hauskollekte entfallen.
  • 23.9.1918 Die Automobilkurse Thun–Goldiwil–Heiligenschwendi werden am 1. November 1918 beginnen. Das Benzin für täglich zwei Kurse ist zugesichert.
  • 25.9.1918 Alt-Direktor Karl W. Liebi, Direktor der Schiefertafelfabrik in der Scheibe, Mitglied des Kirchgemeinderates und Ratsmitglied der Thuner Burgergemeinde als Präsident, ist im ­Alter von 70 Jahren gestorben.
  • 25.9.1918 Der Regierungsrat hat 7000 Franken für Bauarbeiten am Schloss Thun und an Nebengebäuden bewilligt.
  • 30.9.1918 Das vom Basler Maler Wocher in den Jahren 1803–1805 gemalte Rundpanorama Thuns (8×38 m) war in Basel ausgestellt. Vor 10 Jahren wurde es dem Verkehrsverein Thun geschenkt. Gesucht wird nun in Thun ein passender Ausstellungsraum.

Quelle: Stadtarchiv Thun (mbs)

Erstellt: 12.09.2018, 10:02 Uhr

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