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Abfall neu per Strasse in die KVA

Der Kehricht wird ab November nur noch auf der Strasse in die KVA Thun geliefert. Der Statthalter hat das neue Konzept bewilligt.

Roger Probst
Künftig soll Abfall nur noch mit Kehrichtwagen bei der KVA angeliefert werden.
Künftig soll Abfall nur noch mit Kehrichtwagen bei der KVA angeliefert werden.
Stefan Kammermann

«KVA will Bahntransport einstellen», hiess es am 10. Juni. Mit der Inbetriebnahme des Bypass Thun-Nord im November ändert sich das Verkehrsregime in der Region. Die AG für Abfallverwertung (Avag) hat diesen Schritt zum Anlass genommen, ihr Konzept der Abfallanlieferung zu überdenken. Sie plant neu, den Kehricht nur noch per Strasse anliefern zu lassen.

Eine der Auflagen zur Baubewilligung der KVA war jedoch einst, dass Teile des Kehrichts per Bahn nach Thun geschafft werden. Heute betrifft dies Siedlungsabfälle von den Sammelstellen Brienz, Interlaken, Langnau und Huttwil. Per Bahn erreichten zuletzt jährlich noch 22'000 Tonnen Abfall die KVA. Die Avag hat deshalb beantragt, sie von der Pflicht, selber Bahntransporte zu organisieren, zu befreien.

Gegen das Baugesuch gingen keine Einsprachen ein. Die Frist ist letzte Woche abgelaufen. Der Thuner Regierungsstatthalter Marc Fritschi sieht gemäss einer am Montag verschickten Mitteilung ebenfalls keine Einwände, deshalb hat er das neue Konzept bewilligt.

Weniger Schadstoffe

Mit der Inbetriebnahme der ­Umfahrungsstrasse Bypass Thun-Nord werde die Kehrichtverbrennungsanlage ab November praktisch direkt an einen Autobahnzubringer angeschlossen. «Mit einem ausführlichen 42-seitigen Umweltbericht konnte die Avag nachweisen, dass dies umweltverträglich ist beziehungsweise weniger Schadstoffe abgegeben werden als mit den heutigen Dieselloks», steht weiter bin der Mitteilung des Regierungsstatthalters. Die Avag sei jedoch verpflichtet, für die Transporte Lastwagen zu verwenden, die mindestens die Abgasnorm Euro 6 erfüllen.

Die Avag rechnet damit, dass wegen des neuen Regimes täglich 13 Lastwagen zusätzlich die KVA, welche den Abfall von rund 140 Gemeinden im Kanton Bern verbrennt, ansteuern. Noch kann Avag-Geschäftsführer Heiner Straubhaar nichts dazu sagen, was die Umstellung kosten wird. «Wir werden die Strassentransporte demnächst öffentlich ausschreiben, erst dann können wir über Zahlen sprechen.» Er ist jedoch sicher, dass die Transporte über die Strasse günstiger sein werden als jene über die Bahn.

Ursprünglich 100 000 Tonnen

Der Betrieb der KVA war ursprünglich auf eine Abfallmenge von jährlich 100'000 Tonnen ausgelegt, seit 2008 muss aber auch der gesamte Klärschlamm verbrannt werden. Seit 2012 ist für den Betrieb nicht die Abfallmenge beziehungsweise deren Gewicht massgebend, sondern die zulässige Energieproduktion von maximal 46 Megawatt, was im Jahr 2016 zur Anlieferung von 322'905 Tonnen führte.

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