Steffisburg

Alle Bisherigen treten wieder an

SteffisburgNach den kantonalen Wahlen am Wochenende könnten auch die Steffisburger Gemeindewahlen kommenden Herbst unspektakulär verlaufen.

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Auch wenn er den Einzug in den Grossen Rat des Kantons Bern knapp verpasst hat: Steffisburgs Gemeindepräsident Jürg Marti (SVP) darf sich auf kommunaler Ebene als Sieger des Wahlgangs vom Wochenende feiern lassen. Mit 1464 Stimmen erreichte er im Dorf mit Abstand das bes­te Ergebnis all jener Mitglieder des Steffisburger Gemeinderates, die für ein Mandat im Grossen Rat kandidiert hatten.

Stefan Schneeberger (FDP, 653) folgt auf dem zweiten Platz, gefolgt von Marcel Schenk (SP, 536), Christian Gerber (EDU, 345) und Hans Berger (GLP, 240). Nicht angetreten waren die Gemeinderätinnen Ursulina Huder (SP) und Elisabeth Schwarz-Sommer (SVP).

Marti unbestritten?

Auf Anfrage dieser Zeitung gaben alle amtierenden Mitglieder des Gemeinderates von Steffisburg bekannt, dass sie auch im nächsten Herbst wieder zur Verfügung stehen und dies ihren Parteien gegenüber so signalisiert haben. Offen ist, ob Gemeindepräsident Jürg Marti angegriffen wird – wobei die Statements nicht in diese Richtung deuten.

«Wir arbeiten gut zu­sammen», sagte etwa Elisabeth Schwarz-Sommer, Christian Gerber sprach von einem «guten ­Verhältnis» im Rat. Ursulina Huder wies zwar auf «harte Dis­kussionen» hin, die jedoch konstruktiv ausgetragen würden, während auch Parteikollege Marcel Schenk sagte: «Wir sind zufrieden mit unserem Gemeindepräsidenten.»

Minime Verschiebungen

Der Vergleich der Ergebnisse der Grossratswahlen vom Wochenende mit jenen von 2014 zeigt, dass es in der Gemeinde Steffisburg nur zu kleinen Verschiebungen bei den Wähleranteilen gekommen ist. Die FDP legte 0,7 Prozent zu, die SP 0,3 Prozent, die SVP 0,2 Prozent – während die EDU und die EVP gemeinsam 0,7 Prozent einbüssten und die GLP 0,4 Prozent. Grösste Verliererin auf Steffisburger Boden ist die BDP, die bei den Grossratswahlen gegenüber 2014 ein Minus von 2,4 Prozent verkraften muss.

Dass sich die Wähleranteile der Grossratswahlen nicht 1:1 auf die Gemeinderatswahlen extrapolieren lassen, zeigen die Ergebnisse aus dem Jahr 2014: Während die SVP bei den kantonalen Wahlen auf 26,9 Prozent der Stimmen kam, erreichte sie ein halbes Jahr später bei den Gemeinderatswahlen satte 31,9 Prozent, womit sie ihren dritten Sitz nur knapp nicht halten konnte. Dieser ging an die GLP, welche dank der Listenverbindung mit der FDP ihren Vertreter Hans Berger neu in den Gemeinderat brachte.

Auch diese Parteien legten 2014 bei den ­Gemeinderats- gegenüber den Grossratswahlen zu; die FDP von 9,8 auf 14,5 Prozent Wähleranteil, die GLP von 7,1 auf 8,2 Prozent. Auch die SP machte bei den Gemeinderatswahlen 2014 mit 23,3 Prozent Wähleranteil das deutlich bessere Ergebnis als bei den Grossratswahlen, wo sie auf 18,5 Prozent gekommen war. Mit ihrer gemeinsamen Liste sicherten sich EDU und EVP 15,6 Prozent der Wählerstimmen und ­damit ihren Gemeinderatssitz, während die BDP mit 6,6 Prozent Wählerstimmen bei den Gemeinderatswahlen leer ausging.

Wer geht mit wem?

Der Blick auf diese Zahlen zeigt, dass die Prognose, wonach die Gemeinderatswahlen in Steffisburg unspektakulär verlaufen dürften, nicht besonders gewagt ist. Offen ist freilich die Frage nach Listenverbindungen. Da haben gemäss verschiedenen Parteivertretern erste Sondiergespräche stattgefunden; Nägel mit Köpfen sind aber erst in den nächsten Wochen zu erwarten.

Die FDP könnte sich nach dem Erfolg vom Wochenende durchaus stark genug fühlen, alleine zu den Gemeinderatswahlen anzutreten, in der Hoffnung, jenen Sitz zurückzuerobern, den sie 2010 an die SVP verloren hatte und der 2014 zwar wieder an die gemeinsame Liste von FDP und GLP, aber an deren Vertreter Hans Berger ging.

Dritter Sitz für die SVP?

Für die GLP ihrerseits ist eine Listenverbindung unumgänglich, will sie Bergers Sitz halten, alleine kann sie kaum genug Wählerinnen und Wähler mobilisieren. Dasselbe gilt für die BDP, die gemäss Parteipräsident Thomas Dermond gewillt ist, eine Kandidatur für den Gemeinderat von Steffisburg aufzustellen. Realistisch ist freilich, dass die SVP über das Restmandat ihren dritten Sitz zurückholen könnte, falls sich der Mitte-rechts-Block mit GLP, BDP und FDP nicht auf eine Listenverbindung einigen kann. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 27.03.2018, 06:35 Uhr

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