Als der Schwäbisturm wieder auferstand

Thun

An der Schwäbisgasse in Thun wurde vor 50 Jahren durch den Abriss mehrerer Liegenschaften ein Stück der historischen Stadtmauer zugänglich.

So präsentierten sich die historischen Bauten an der Schwäbisgasse vor 50 Jahren: Am rechten Bildrand erkennbar das Relikt des Schwäbisturmes, links davon die Stadtmauer.

So präsentierten sich die historischen Bauten an der Schwäbisgasse vor 50 Jahren: Am rechten Bildrand erkennbar das Relikt des Schwäbisturmes, links davon die Stadtmauer.

(Bild: Manuel Berger / Archiv TT)

Für den Neubau des Coop City Kyburg wurden an der Schwäbisgasse mehrere Liegenschaften abgerissen. Mit dem Abbruch der Bauten wurde auch die Stadtmauer zwischen Schwäbisgasse und Aare freigelegt. Wie es am 25. Februar 1969 im «Thuner Tagblatt» hiess, würden das Stück alte Stadtmauer und ein Festungsturm vor dem Verschwinden bewahrt. Aareseitig befand sich, anschliessend an die Stadtmauer, das Profil des Schwäbisturmes, der 1844 wegen Baufälligkeit bis auf die Höhe der Stadtmauer abgebrochen worden war.

Der Schwäbisturm, der zur Sicherung des Schwäbistors und der Aarezufahrt gedient hatte, wurde früher auch «Lochturm» genannt. Er diente als Henkersturm, wo die zum Tode Verurteilten hingerichtet wurden. Das Schwäbistor wurde 1895 abgebrochen. Im Zuge der Bauarbeiten für das neue Kaufhaus wurde ab 1969 die verbliebene Stadtmauer restauriert und der Schwäbisturm nach altem Vorbild wiederhergestellt.

Was vor 50 Jahren sonst noch für Schlagzeilen sorgte:
(Quelle: Stadtarchiv Thun)

  • 1.2.1969 Im November besuchten 1400 Gäste aus der Schweiz und 611 Besucher aus demAusland die Stadt Thun und sorg­ten für insgesamt 4257 Logiernächte.
  • 6.2.1969 Die Firma Watch Stones Co. Ltd. in Thun nahm erstmals eine Laserbohranlage für die Massenproduktion von industriellen Uhrenstein-Bohrungen in Betrieb. Gegenwärtig liefert die Anlage 20'000 gebohrte Steine pro Stunde. Die für die Laseranlage benötigten Elemente wurden in Zusammenarbeit mit der Firma Siemens, München, entwickelt und hergestellt.
  • 7.2.1969 Laut der Statistik der Stadtpolizei Thun ereigneten sich 1968 insgesamt 173 Verkehrsunfälle mit 112 Verletzten und 3 Todesopfern. Alle 3 Opfer waren über 40-jährig. Im vergangenen Jahr wurden erheblich weniger Unfälle als im Vorjahr registriert. Auch die Zahl der schweren Unfälle ist rückläufig. Dieser Umstand wird der zunehmenden Verkehrsdichte und der damit verbundenen abnehmenden Geschwindigkeit zugeschrieben, die die Kollisionen weniger gravierend verlaufen lässt.
  • 8.2.1969 In Berlin findet die grösste europäische Lebensmittelausstellung, die Grüne Woche, statt. Aus diesem Grund stellten die beiden schweizerischen Firmen Grundbacher AG, Destillerie, Thun, und Tobler, Schokoladenfabrik, Bern/Stuttgart, zwei alte, urchige Oberländer Holzhäuser und einen originellen 50 Meter langen Holzbau mit einem Schweizer Restaurant auf, um damit den Absatz ihrer Produkte zu fördern.
  • 8.2.1969 In der Gemeinde Thun wurden 1967 insgesamt 239 Wohnungen gebaut und 738 Wohnbaugesuche bewilligt. 1968 wurden 458 Wohnungen fertig erstellt und 533 Baugesuche bewilligt.
  • 10.2.1969Der stattliche Bauernhof am Tiefgraben 1 in Allmendingen wird zurzeit abgerissen, um die Zufahrtsstrasse zur N6, Anschluss Allmendingen, zu bauen. Alfred Siegenthaler, ehemaliger Besitzer des Bauerngutes, zog nach Oppligen-Bärgli um.
  • 10.2.1969 Erstmals wurde in Thun die Frage zum Bau eines Jugendhauses diskutiert. Pfarrer Lauterburg, der den Jugendlichen einen Keller im Pfarrhaus zur Verfügung stellte, lud die Vertreter der Jugendorganisationen in Thun zu einer Aussprache ein, nachdem er kritisiert worden und eine öffentliche Diskussion unter der Bevölkerung von Thun entbrannt war. Die Möglichkeit wurde geprüft, ob die Gemeinde Thun den Jugendlichen ein gemeindeeigenes Gebäude zur Verfügung stellen könnte.
  • 11.2.1969 Die Stadtmusik Thun führte unter der Leitung von Bruno Bronzino, Präsident, ihre Hauptversammlung im Restaurant Maulbeerbaum durch. Die Stadtmusik zählt insgesamt 1036 Mitglieder, davon einschliesslich der Marsch-Tambouren und Kandidaten 82 Aktivmitglieder. Jahresbericht und -rechnung, die ein kleines Defizit aufweist, wurden genehmigt.
  • 12.2.1969 Der Fischereiverein Thun führte unter der Leitung von Edwin Stähli, Präsident, seine Hauptversammlung durch. Der Verein zählt zurzeit 262 Mitglieder. Bereits nach einjähriger Amtszeit musste E. Stähli sein Amt wegen Arbeitsüberlastung abgeben. An seine Stelle trat der bisherige Vizepräsident Ernst Wenger. Der Verein setzte im vergangenen Jahr insgesamt 2709 Forellenjährlinge und ältere Forellen und 10'000 Forellensömmerlinge in der Aare aus.
  • 13.2.1969 Am 1. Dezember 1968 wurden in Thun 103 leere Wohnungen gezählt, was bei insgesamt 12186 Wohnungen 0,84 Prozent ausmacht. 41 Wohnungen sind in Altbauten und 62 in Neubauten. 1968 betrug der Zuwachs 447 Wohnungen.
  • 22.2.1969 Am Ende der Vorrunde erreichte der EHC Thun mit 17 Punkten aus 14 Spielen den2. Rang der Nationalliga B, Westgruppe. Die Thuner qualifizierten sich damit für die Promotionsrunde.
  • 24.2.1969 Das Comestibles-Geschäft Ernst modernisierte und vergrösserte sein Ladenlokal. Das Geschäft, 1875 gegründet, wurde 1940 von Robert Ernst mit seiner Schwester Lilly Ernst übernommen. 1950 übernahm Lilly Ernst ein eigenes Geschäft in Wengen, und 1957 wurde das Geschäft vom jetzigen Besitzer erstmals umgebaut. Nun wurde die Ladenfläche von 85 auf 211 Quadratmeter vergrössert, und moderne Kühlanlagen wurden eingebaut.
  • 24.2.1969In den Räumen der Kunstsammlung im Thunerhof stellen Alexander Mülleg und Marcel Perincioli einen Teil ihrer Werke aus. A. Mülleg zeigt Landschaften in Öl und Aquarelle, während M. Perincioli Plastiken zeigt, die meistens Sportler oder Tänzer in ihren Bewegungsabläufen zeigen. Der überlebensgrosse Speerwerfer beim Haus des Sports in Bern stammt von M. Perincioli, der bereits dreimal mit dem Kunstpreis von Bern ausgezeichnet wurde.
  • 27.2.1969 Die Schützengesellschaft Strättligen führte unter der Leitung von Hans Marti, Präsident, im Restaurant Sommerheim, Dürrenast, ihre Hauptversammlung durch. Der Gründung einer Pistolensektion wurde einhellig zugestimmt. Alfred Weidmann wurde erster Schützenmeister dieser neuen Untersektion. Ernst Kiener wurde neuer Sekretär und Adolf Kernen neuer Schützenmeister. Einer Erhöhung des Jahresbeitrages wurde nicht zugestimmt.

Thuner Tagblatt

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