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Am Ende untergegangen

Das ist bitter: Der FC Thun verliert trotz einer 3:1-Führung beim FC Zürich nach drei Toren in der Schlussphase mit 3:4 und scheidet aus dem Cup aus.

Sensationell: Der FCZ dreht gegen Thun einen 1:3-Rückstand in den Schlussminuten.
Sensationell: Der FCZ dreht gegen Thun einen 1:3-Rückstand in den Schlussminuten.
Ennio Leanza, Keystone
In Ekstase: Die Fans jubeln über den Halbfinal-Einzug ihres Teams.
In Ekstase: Die Fans jubeln über den Halbfinal-Einzug ihres Teams.
Ennio Leanza, Keystone
Ausgleich: Die Luzerner können kurz nach dem Basler Führungstreffer ausgleichen, letztlich bringt ihnen der Treffer allerdings nichts.
Ausgleich: Die Luzerner können kurz nach dem Basler Führungstreffer ausgleichen, letztlich bringt ihnen der Treffer allerdings nichts.
Patrick Straub, Keystone
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85 Minuten befand sich der FC Thun auf dem Weg zu seinem vierten Halbfinaleinzug im Schweizer Cup. Doch dann brachen alle Dämme: Angetrieben vom Münsinger Michael Frey, erdrückte der FC Zürich die Oberländer förmlich. Frey gelang das 2:3. In der 90. Minute glich Rasmus Thelander aus, und in der 94. Minute schoss Frey den FCZ definitiv ins Glück.

Es war eine dramatische Wende in einer unterhaltsamen Partie. «Für meine junge Mannschaft ist das sehr bitter», kons­tatierte Thuns Trainer Marc Schneider, der zu seiner Aktivzeit beim FCZ eine ähnliche Begegnung erlebte (5:6 gegen GC). «Ich habe ein Déjà-vu», meinte deshalb der Coach.

Dabei hatte für seine Mannschaft, die wegen elf verletzter Akteure arg geschwächt antrat, alles so gut begonnen. Bereits der erste Angriff war von Erfolg gekrönt gewesen. Eine sehenswerte Kombination über Stefan Glarner, Marvin Spielmann und Chris Kablan schloss Dejan Sorgic mit der Hacke ab. Es war der zweite Saisontreffer für den Stürmer, der erste seit Mitte August.

Es kam noch besser für die Oberländer. Nach 22 Minuten setzten Dennis Hediger und Sandro Lauper Zürichs Sarr in der Platzmitte resolut unter Druck. Hediger eroberte schliesslich den Ball und lancierte Simone Rapp. Dieser enteilte der FCZ-Abwehr, glitt aus und traf dennoch an Goalie Yanick Brecher vorbei zum 2:0. Thuns Goalgetter hatte bei seinem elften Saisontreffer, dem dritten im Cup, doppeltes Glück, war er doch ungeahndet knapp im Abseits gestanden.

Rapp setzte sich vor der Pause auch noch mit einem Flugkopfball und einem Fallrückzieher in Szene. Der zweite Treffer gelang ihm aber erst später. Der eingewechselte U-21-Akteur Omer Dzonlagic war zum zweiten Mal allein auf FCZ-Goalie Yanick Brecher losgezogen und gescheitert. Rapp vermochte beim zweiten Vorstoss aber den Abpraller zu verwerten. Das 3:1 in der 77. Minute schien die vermeintliche Sieg­sicherung.

FCZ-Schlussoffensive

Doch der FCZ setzte zur besagten Schlussoffensive an. Die Thuner hatten sich bis auf die zwei Vorstösse von Dzonlagic schon vorher kaum mehr aus der Um­klammerung befreien können. Schliesslich führten erneut in­dividuelle Fehler zum Untergang. Und wie am Samstag beim 1:2 gegen St. Gallen war Francesco Ruberto erneut nicht schuldlos. Der Goalie zeigte sich zwar markant verbessert, behändigte die hohen Hereingaben sicher.

Doch beim 1:2 von FCZ-Stürmer Koné spekulierte er ebenso falsch wie beim Freistoss, der zum 2:3 ­führte. Der 24-jährige Schlussmann war gestern Abend indes weit davon entfernt, der Sündenbock zu sein. Auch Timo Righetti konnte die Niederlage nicht angelastet werden, obwohl auch er bei mehreren Gegentoren nicht glücklich agierte. Trainer Schneider hatte den U-21-Spieler ins kalte Wasser geworfen und ihn in seinem ersten Einsatz auf höchstem Level als Linksverteidiger nominiert.

Mut für das Derby

Trotz der individuellen Fehler versagte die junge Thuner Equipe am Ende gegen die entfesselten Zürcher im Kollektiv. Kein Spieler war mehr fähig, die Partie entscheidend zu beruhigen. «Im Normalfall lassen wir jetzt die Köpfe hängen und lamentieren, dass alles gegen uns läuft. Aber das werden wir nicht machen», sagte Schneider. «Im Gegenteil: Dieser positive Auftritt muss uns Mut machen für das bevorstehende Derby gegen YB.»

Dann geht es am Sonntag für die Oberländer in der Meisterschaft weiter und um wichtige Punkte im Abstiegskampf. Und für Schneider ist klar, dass sich seine Mannschaft irgendwann für beherzte Auftritte wieder belohnen wird.

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