Luftsprünge für alle

Uetendorf

Selber durch die Luft fliegen und zusehen, wie die Experten es tun: Der Kunstturnverein Gym Berner Oberland lädt zum Eröffnungsfest ins neue Trainingszentrum.

Christoph Läderach (rechts), Cheftrainer Knaben, zeigt mit vier seiner Turner, wie hoch man auf der Trampolinbahn springen kann.

Christoph Läderach (rechts), Cheftrainer Knaben, zeigt mit vier seiner Turner, wie hoch man auf der Trampolinbahn springen kann.

(Bild: Patric Spahni)

«Hier können Sie kopfvoran reinspringen, ohne sich zu verletzen», sagt Christoph Läderach, Cheftrainer Knaben beim Kunstturnverein Gym Berner Oberland, und zeigt auf die Schnitzelgrube. Der Reporter lässt sich rückwärts hineinfallen, verschwindet in einem Meer aus Schaumstoff und krabbelt mühsam, aber unversehrt wieder raus.

Diese Schnitzelgrube ist ein Element des neuen Turnsportzentrums an der Zelgstrasse 95 im Uetendorfer Selve-Areal, gleich bei der ARA Thunersee: Auf rund 900 Quadratmetern gibt es Trampoline, Ringe, Reckstangen, Schwebebalken, Pauschenpferde, Barren und als Herzstück den 144 Quadratmeter grossen Kunstturnschwingboden.

Disziplin und Spass

Seit dem 1. September trainieren in der umgebauten Halle der Immer AG die Mädchen und Knaben von Gym Berner Oberland – die offizielle Eröffnung findet am Samstag, 12. Oktober, von 11 bis 20 Uhr statt. «An diesem Tag wollen wir allen Interessierten zeigen, dass Kunstturnen ein Leistungssport ist, der regelmässiges und diszipliniertes Training voraussetzt», sagt Vereinspräsident Werner Gottier. «Sie sollen aber auch sehen, dass es grossen Spass macht!»

«Hüpfen für Gross und Klein» steht denn auch auf dem Flyer zum Eröffnungsfest. Wer sich in der Garderobe in Sportkleidung stürzt, darf übermorgen die verschiedenen Geräte ausprobieren – in erster Linie die Trampoline mit der Schnitzelgrube, dank deren die jungen Athletinnen und Athleten gefahrlos Sprünge und Landungen üben können.

Dass die Turnerinnen und Turner von Gym Berner Oberland dem Publikum ihr Können präsentieren, versteht sich von selbst. Speziell ist, dass die Zuschauer das Geschehen nicht von der kleinen Tribüne aus verfolgen müssen; sie können direkt daneben stehen, wenn am Reck die Riesenfelge oder am Schwebebalken der Überschlag gezeigt wird. Diese Demonstrationen werden im Abstand von zwei Stunden wiederholt.

Nicht nur Würste und Burger

Um den Besuchern einen Eindruck vom Kunstturnen auf absolutem Spitzenniveau zu bieten, werden die Finals der Weltmeisterschaft in Stuttgart live gezeigt. Weitere Eckpunkte des Eröffnungsfestes sind eine Tombola, Päcklifischen und ferngesteuerte Modelltraktoren.

Selbstverständlich gehört auch eine Festwirtschaft zum Fest. «Wir haben aber nicht nur Bratwürste und Hamburger im Angebot, sondern auch Salat – denn Sport hat auch immer etwas mit Gesundheit zu tun», betont Christoph Läderach mit einem Lachen.

Nicht immer zum Lachen war es den Vereinsverantwortlichen in den letzten beiden Jahren – die Herausforderungen, die der Aufbau eines Kunstturnzentrums mit sich bringt, waren grösser, als sie sich hätten träumen lassen. Grösster Knackpunkt war – und ist! – die Finanzierung. Ein Vereinsvermögen existiert nicht, und die Mitgliederbeiträge sind die einzigen Einnahmen.

Trotz dieser Schwierigkeiten ist es dem Verein gelungen, die Halle auf mehrere Jahre hinaus zu mieten, sie nach seinen Bedürfnissen umzubauen und Trainingsgeräte anzuschaffen. Verwandte der Turnerinnen und Turner leisteten Fronarbeit, und Sponsoren beteiligten sich bei der Anschaffung der Geräte und der Einrichtung. So wird beispielsweise der Schwingboden für 400 Franken pro Quadratmeter verkauft.

Neu gibts Hip-Hop-Tanzen

Weitere Einnahmen erhofft sich Gym Berner Oberland durch die Vermietung der Halle. Das bezieht sich aber nicht auf die Geräte, sondern auf die freien Flächen. Auf dem Schwingboden können unterschiedlichste sportliche und gesundheitliche Aktivitäten durchgeführt werden, und der Nebenraum mit Parkettboden, Ballettstangen, Spiegelwand und Musikanlage bietet sich in erster Linie fürs Tanzen an und heisst deshalb Dancebox.

Als weiteres Angebot neben dem Turnen hat Gym Berner Oberland nun auch Hip-Hop-Tanzen für Kinder und Erwachsene im Angebot. Auch dieser Raum kann für die verschiedensten Betätigungen gemietet werden.

Eine Einschränkung gibt es allerdings: Ballsportarten sind absolut tabu. «Das ist ein Teil unseres Mietvertrags mit der Immer AG», sagt Christoph Läderach. «Der Grund: Alle Räume sind mit einer Sprinkleranlage ausgerüstet, die durch den Kontakt mit Bällen ausgelöst werden könnte.» Zwei weitere Nebenräume sind bereits an einen Physiotherapeuten vermietet worden, der einen Behandlungsraum und ein kleines Fitnessstudio eingerichtet hat, wo er die Medizinische Trainingstherapie (MTT) anbietet.

www.gymbeo.ch
www.dancebox.ch

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