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Amt Thun stimmte für Referendum

Ein grosses Stück Demokratie und Mitspracherecht gestand sich das Berner Stimmvolk im Juli 1869 selbst zu. Auch im Amt Thun wurde die Einführung des obligatorischen Referendums klar gutgeheissen.

Eine Titelseite, die das Prädikat «historisch» verdient.
Eine Titelseite, die das Prädikat «historisch» verdient.
Archiv TT

Nachdem in den Jahren 1867 und 1868 eine demokratische Bewegung in anderen Kantonen das Volk erfasst hatte, wurde am 4. Juli 1869 auch im Kanton Bern über die Einführung des Referendums abgestimmt. Die Vorlage, die der Grosse Rat ausgearbeitet hatte, sah das obligatorische Referendum bei Gesetzen, grösseren Ausgaben sowie dem vierjährigen Budget vor.

Das Berner Stimmvolk stimmte dem Gesetz mit rund 32000 gegen 22000 Stimmen zu. Gemäss dem Bericht des «Thuner Blattes« vom 7. Juli 1869 hiessen im Amt Thun 1596 Stimmbürger die Vorlage gut, 559 lehnten sie ab.

Ferner hiess es, dass auf dem Stimmzettel folgende Bemerkung gestanden habe: «Da wir dich in den Dreck gefahren, so zieh’ du Volk nun selbst am Karren; doch wer von Dank noch frei, der schreibt erpress ein ‹Nei›.»

Was vor 150 Jahren sonst noch für Schlagzeilen sorgte:

3.7.1869

Obschon es seit Jahren nie so viel Heu gegeben hat wie dieses Jahr, haben die hiesigen Milchlieferanten dennoch den Milchpreis von 20 auf 22 Cts. erhöht. Deshalb gewaltige Revolution unter den Hausfrauen.

7.7.1869

Die Pflanzblätzentschädigungen pro 1869 können vom 7. bis 10. Juli nächsthin auf dem Büreau der Burgergemeinsverwaltung bezogen werden.

7.7.1869

Lebensmittelpreise in Thun. Anken in Ballen à 1 Pfd. Fr. –.93 bis –.98. Kartoffeln per Zentner 2.80 bis 3.20. 12 bis 14 Eier für 60 Cts.

10.7.1869

Am Platz des ausgetretenen Hrn. Lehrer Reusser hat der Gemeinderat Jgfr. Büchler in Thun als Lehrerin gewählt.

14.7.1869

Unterzeichneter zeigt dem ehrenden Publikum an, dass er sich in Thun im Hause seines Vaters, Gottl. Bischoff, Bäcker auf dem Viehmarkt, als Uhrenmacher etabliert hat. Er wird sich namentlich angelegen sein lassen, jedermann, der ihn mit seinem Zutrauen beehrt, schnellstens und bestens zu bedienen. Albrecht Bischoff, Uhrenmacher.

14.7.1869

Herr J. Wirth, Amtsnotar in Thun, wurde zum neuen Amtsgerichtsuppleanten gewählt.

14.7.1869

Sonntag, den 11. Juli, verstarb im Alter von 72 Jahren Herr Joh. Rud. Engemann, Notar und alt-Waisenschreiber, ein allgemein geachteter Bürger und gewissenhafter Geschäftsmann.

17.7.1869

Nächster Tage soll die Königin von Spanien mit zahlreichem Gefolge hier eintreffen und im Hotel Bellevue logieren.

21.7.1869

Vom katholischen Pfarramt Bern ist die Anzeige erfolgt, dass man vorderhand dem Gedanken, einen Priester in Thun fest anzustellen, keine Folge geben werde. Der Gottesdienst für die katholischen Truppen daselbst wird demnach in bisheriger Weise besorgt werden.

28.7.1869

Stadtbibliothek Thun. Bibliotheksferien vom 1. bis 14. August. Wiedereröffnung am 16. August.

28.7.1869

Die hiesigen Turner sandten vom eidg. Turnfest in Biel folgende Depesche: «Empfang schön, Turnerzahl 500–600, Leistungen gut, Decoration hübsch. Fehlt die allgemeine Begeisterung. Schade!»

31.7.1869

Velocipèdes zum Ausmieten, per Stunde à 50 Cts. und per Tag à Fr. 3, bei Reinhard am Güterbahnhof. Ebendaselbst werden Bestellungen auf bestconstruierte Maschinen angenommen.

31.7.1869

Bei Trachsel, Bäcker unten im Bälliz, wird von nun an gut geputztes Korn sowie Roggen gegen Brot und Mehl eingetauscht.

31.7.1869

Mit den hiesigen Turnern langten am letzten Mittwoch vom Turnfest kommend auch die Genfer und Tessiner Turner in Thun an. Im Falken wurde in allen drei Sprachen unseres Landes aufs lebhafteste toastiert und gesungen und zwischen hinein auch aufs gemütlichste pokalisiert.

31.7.1869

Für den zurücktretenden Dr. Kaufmann wurde Dr. Hänggi in den Gemeinderat gewählt.

31.7.1869

Kegelschieben im Neuhaus, Sonntag und Montag, den 1. und 2. August, um 10 Geldgaben im Betrag von Fr. 200 nach einem für die Herren Kegler günstigen Plane. Es ladet hierzu jedermann freundlichst ein: Steiner, Wirt.

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