Angetroffen: Thomas Lüthi ist da, wo gekickt wird

In der Serie «Angetroffen» stellen wir diese Woche Thomas Lüthi vor. Er nennt viele Orte in Europa sein Zuhause. Wo es guten Fussball gibt, fühlt er sich wohl.

<b>Wo es guten Fussball gibt,</b> fühlt sich Thomas Lüthi wohl.

Wo es guten Fussball gibt, fühlt sich Thomas Lüthi wohl.

(Bild: Roger Probst)

Aufgewachsen in Spiez, lebte Thomas Lüthi (44) jahrelang in Steffisburg. Dann, vor 14 Jahren, brach er seine Zelte in der Region ab und verabschiedete sich Richtung Birmingham (UK). Ganz ohne Ankündigung kam der Schritt nicht. «Ich war schon immer von England angetan», sagt Lüthi.

Land und Leute hätten ihn fasziniert, und auch seine Liebe zum Fussball auf der Insel. Geplant war, dass er ein Jahr bleibt. Doch Lüthi, der als Projektmanager für eine international tätige Firma arbeitete, gefiel es gut. Er schätzte die Lockerheit der Menschen. «Im Berufsleben sind sie sehr kühl-korrekt. Nach Feierabend zählt aber nur noch der Mensch und der Spass.»

Aus einem Jahr wurden schliesslich fünf Jahre. «Die Zeit verging wie im Flug», sagt Lüthi. Im Vorfeld befürchtete er, dass ihn das Heimweh nach Hause treiben würde, doch dem war nicht so.

Während seiner Zeit in Birmingham entwickelte sich auch seine Zuneigung zum lokalen Fussballklub Birmingham City, den «Blues». Noch heute nimmt er aktiv am Schicksal seines Lieblingsvereins teil. «Ich gucke immer, wie sie gespielt haben.» Ab und an schafft er es sogar ins Stadion. «Wenn ich nach Birmingham zurückkehre, ist es heute immer noch wie ein Heimkommen.»

Nach Birmingham zog es Lüthi nach Deutschland, zuerst nach Kaiserslautern, dann nach Regensburg. Es war kein Zufall, dass in beiden Städten ganz ordentlich gekickt wurde. «Fussball ist eine Konstante in meinem Leben», sagt Lüthi. Eine andere ist ein bescheidenes Ferienhäusschen im Hinterland Ungarns, das er mit zwei Freunden besitzt.

Dort findet er Ruhe. Hat Zeit für sich und einfache Umbauarbeiten. «Es gibt immer etwas zu tun. Aber es muss nicht immer mit schweizerischer Perfektion erledigt sein.» Die ungarische Lösung sei oft viel pragmatischer.

Nach einem Abstecher nach Lenzburg ist Lüthi wieder im Kanton Bern heimisch. Er arbeitet seit Kurzem in der Firma in Köniz, wo er einst nach dem Studium ins Berufsleben eingestiegen ist.

«Es ist eine Rückkehr zu den Wurzeln», sagt Lüthi. Dazu gehören auch vermehrte Besuche im Wankdorf. «Für YB hatte ich immer Herzblut», sagt Lüthi, der in seiner Freizeit oft die Laufschuhe schnürrt. Hat er denn jetzt das Ziel erreicht oder zieht es ihn weiter? «Man weiss nie, was das Leben bringt. Aber im Moment ist es das, was ich will.»

Thuner Tagblatt

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