Glütschbachtal

Auenwälder und Tropfsteinhöhlen

GlütschbachtalWo früher Wildwasser wüteten, zieht heute ein harmloses Bächlein durch den Auenwald.

Ausblick zum Amsoldingersee im Aufstieg nach Hohlinden.

Ausblick zum Amsoldingersee im Aufstieg nach Hohlinden. Bild: Andreas Staeger

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Vor über 300 Jahren wurde der Lauf der Kander geändert: Der Fluss wurde durch den Strättlighügel direkt in den Thunersee geleitet. Weil dadurch entlang des alten Kanderlaufs Wasserknappheit entstand, leitete man den Glütschbach ins einstige Bett der Kander um.

Da die Kanderkorrektion auch sonst zwiespältige Erfolge zeitigte, begegnete man den führenden Köpfen mit Hass und Verachtung. Dem Initianten Samuel Bodmer wurde gar mit der Steinigung gedroht.

Trockengelegte Schleiferei

Von solchen Problemen und Auseinandersetzungen ist heute nichts mehr wahrzunehmen – im Gegenteil: Die Landschaft betört mit idyllischen Reizen. Schon der Auftakt in Blumenstein entführt in eine Welt abseits von Stress und Lärm.

Von der Bushaltestelle Dorf/Gemeindehaus gelangt man am Gasthof Bären vorbei zur alten Mühle. Das Fridgrabenbächlein entlang geht es nach Pohlern und über Wiesland und durch Wald weiter nach Höfen.

Danach folgt eine richtige kleine Höhenwanderung mit schönen Ausblicken nordwärts zum Amsoldingersee und zum Thunersee, im Süden zur Stockhornkette und zum Niesen. Vom Ausflugsrestaurant Hohlinden an geht es anfänglich sanft, dann mässig steil abwärts Richtung Zwieselberg.

Noch ausserhalb des Dorfs wird scharf links abgezweigt. Die «Alti Schlyffi» stand einst direkt an der Kander; der Fluss trieb die Räder zum Messerschleifen an; als der Fluss verlegt wurde, verlor das Gebäude seinen Zweck.

Der Wanderweg führt nun mehr oder weniger direkt den Glütschbach entlang. Durch schattigen Auenwald erreicht man an der Schiessanlage Guntelsey vorüber die Allmendinger Tropfsteinhöhlen. Feuerstellen und Picknickbänke laden zur Rast und zum Spielen am Wasser ein.

Die «Höhlen» sind imposante begehbare Hohlräume unterhalb von senkrechten Kalkwänden. Bei der Waldlichtung mit dem kuriosen Flurnamen Amerika verlässt man den Glütschbach und gelangt ins Siedlungsgebiet von Allmendingen.

Anreise: Mit Bus nach Blumenstein Bären
Rückreise: Ab Allmendingen mit Bus
Route: Blumenstein–Pohlern–Hohlinde–Alti Schlyffi–Allmendingen
Wanderzeit: 3 h 45 min
Streckenlänge: 13,8 km
Höhendifferenz: 200 m Aufstieg, 290 m Abstieg
Schwierigkeit: leicht
Ideale Saison: Mitte April bis Ende No­vember (Berner Zeitung)

Erstellt: 06.08.2018, 17:11 Uhr

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