Bahnhof Thun Nord findet Aufnahme im Bahnausbauschritt 2035

Thun

Im Norden Thuns soll ein S-Bahnhof entstehen. Das Projekt wurde in den nächsten nationalen Ausbauschritt der Bahninfrastruktur aufgenommen.

Mit dem S-Bahnhof Thun-Nord könnte der Bahnhof Thun (Bild) entlastet werden. (Archivbild)

Mit dem S-Bahnhof Thun-Nord könnte der Bahnhof Thun (Bild) entlastet werden. (Archivbild)

(Bild: Fritz Lehmann)

Schon seit Jahren wird der Pendlerbahnhof Thun-Nord diskutiert, zu konkreten Plänen reichte es bisher nicht. Seit Dienstag ist aber klar: Der Bahnhof Thun-Nord soll bis 2035 Realität werden. Bereits vor drei Wochen konnte ein wichtiger Erfolg für die neue Haltestelle in Thun gefeiert werden, als die Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen ihr Budget für den Ausbau der Bahninfrastruktur erweiterte und den Bahnhof Thun-Nord in ihre Projekte aufnahm.

Nun haben sowohl der Ständerat als auch der Nationalrat während der Sommersession dem Entwicklungsprogramm der Eisenbahninfrastruktur zugesagt. In einem Differenzbereinigungsverfahren werden ab nächster Woche noch einige Details geklärt.

Nicht nur ein Bahnhof

Bundesrätin Simonetta Sommaruga (SP) warnt jedoch noch während der Session, dass nicht darauf vertraut werden soll, dass der Bau des Bahnhofs Thun-Nord auch eine allgemeine Entwicklung zur Folge habe. Für sie stehe der Bau eines Bahnhofs daher nicht an erster Stelle. «Wenn eine solche Haltestelle gebaut wird, braucht es dort eine Infrastruktur», sagt Sommaruga. «Ich hoffe einfach, dass man dann in dieser Region wirklich auch clevere, intelligente Lösungen sucht, damit das Umsteigen bei dieser Haltestelle tatsächlich funktioniert.» Die Einbindung in ein grösseres Projekt, das auch die Umgebung des Bahnhofs einbezieht, sei deshalb sinnvoll.

Dieser Meinung ist auch Raphael Lanz (SVP), Thuner Stadtpräsident, der eine weiter gefasste Entwicklung des Gebiets gutheisst. «Es ist sehr erfreulich, dass der Bahnhof Thun-Nord in die Infrastrukturprojekte aufgenommen wurde. Das zeigt auch deutlich, dass wir da von einem wichtigen Entwicklungsgebiet mit grossem Potenzial sprechen», sagt er. «Es geht nicht nur um einen Bahnhof, sondern um ein Gebiet, das sich entwickeln soll. Die Entwicklung von Verkehr und Wirtschaft soll koordiniert werden.» Ausserdem befindet sich das Areal, auf dem die neue Haltestelle entstehen soll, im Entwicklungsschwerpunkt Thun-Nord, was laut einer Medienmitteilung der Stadt Thun die Attraktivität des Gebiets auch für Unternehmen und Investoren steigere.

Mehr Attraktivität

Auch Jürg Marti (SVP), Gemeindepräsident Steffisburg, freut sich über das Resultat. Er ist davon überzeugt, dass mit dem Bau einer S-Bahn-Haltestelle Thun-Nord automatisch auch eine Entwicklung in der Umgebung stattfinden wird. «Auch wenn die Entwicklung nicht so schnell kommt, es wird auf jeden Fall eine wesentliche Veränderung geben», sagt Marti.

Das sehe man vor allem auch am Beispiel Wankdorf, wo der Bahnhof einen grossen Einfluss auf die Infrastruktur und Wirtschaft hatte. «Infrastruktur bedeutet Attraktivität», sagt er. «Wenn wir nicht jetzt etwas unternehmen, wird das ÖV-Thema in Thun zu einer immer grösseren Herausforderung!»

Berner Zeitung

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