Bau des Allmendkorridors beginnt – Galerie beim Tunnel kommt weg

Thun

Ab Herbst wird der Verkehr auf der A 6 Richtung Oberland über die Allmend umgeleitet, damit der Tunnel saniert werden kann. Jetzt beginnen die Bauarbeiten, die Auswirkungen auf die Freizeitnutzung haben. Und: Die Galerie am südlichen Tunnel-ende wird abgebrochen.

Die Splitterschutzgalerie vor dem Südportal des Allmendtunnels wird abgebrochen. In diesem Bereich wird die Rampe gebaut, über die der Verkehr von Bern her vom temporären Verkehrskorridor über die Allmend zurück auf die bisherige Fahrbahn geführt wird.

Die Splitterschutzgalerie vor dem Südportal des Allmendtunnels wird abgebrochen. In diesem Bereich wird die Rampe gebaut, über die der Verkehr von Bern her vom temporären Verkehrskorridor über die Allmend zurück auf die bisherige Fahrbahn geführt wird.

(Bild: zvg)

Eine Autobahn über die Thuner Allmend: Das wird ab Herbst temporär zur Realität. Damit der Allmendtunnel umfassend saniert werden kann, wird der Verkehr Richtung Oberland via eine Rampe auf die Allmend und von dort über eine zweite Rampe wieder zurück auf die normale Fahrbahn geführt. So kann jeweils eine Tunnelröhre verkehrsfrei gehalten und saniert werden.

Was bisher vor allem die Planer beschäftigte, wird jetzt konkret: Die ersten Werkleitungsarbeiten für den temporären zweispurigen Verkehrskorridor sind bereits im Gang, auch die weiteren Arbeiten werden nun an die Hand genommen.

Verkürzte Runde für Sportler und Spaziergänger

«Die Panzerpiste wird die Rampen des Verkehrskorridors auf Brücken überqueren, sodass der Verkehrskorridor keine direkten Kreuzungspunkte mit der militärischen und zivilen Nutzung der Allmend aufweist», teilt das Bundesamt für Strassen (Astra) mit. Für den Bau dieser Brücken müsse die Piste zeitweise gesperrt werden.

Davon betroffen ist auch die Freizeitnutzung, die abends und an den Wochenenden zugelassen ist: Vom 6. Februar bis zum 13. April sind Panzerpiste und Fusswege beim südlichen Tunnelportal unterbrochen. Der östliche Halbkreis der Panzerpiste ist deshalb gesperrt. «Die west­liche Hälfte der Panzerpiste steht Spaziergängern, Velo- und Rollerbladefahrern weiterhin zur Verfügung», heisst es im Communiqué weiter.

Somit könne eine abgekürzte Runde via westlichen Halbkreis und provisorischer Querpiste gefahren werden. «Der Zugang von den Parkplätzen an der Allmendstrasse erfolgt via Kehrichtpiste. Entsprechende Hinweise finden sich an allen Parkplätzen und wichtigen Kreuzungspunkten», schreibt das ­Astra.

Nördlicher Übergang wird von April bis August erstellt

Mark Siegenthaler, Informationsbeauftragter des Astra in Thun, erläutert: «Wir haben beschlossen, zuerst den südlichen Übergang zu erstellen, da es nur dort Einschränkungen für die Freizeitnutzung gibt – und im Moment sind noch nicht so viele Nutzer unterwegs wie im Frühsommer und Sommer.»

Der nördliche Übergang inklusive Flugplatzstrasse werde breiter, entsprechend dauern die Arbeiten länger. «Sie werden vom 17. April bis zum 16. Juni und vom 16. Juni bis zum 11. August in zwei Phasen ausgeführt», sagt Siegenthaler. So müsse die Freizeitnutzung nicht eingeschränkt werden. Gleichzeitig mit den Übergängen werden laut dem Astra-Sprecher auch die Rampen hinauf auf die Allmend und zurück auf die Fahrbahn der A 6 gebaut.

Für die gesamten Arbeiten – inklusive Sanierung des Allmendtunnels – seien weiterhin rund 70 Millionen Franken budgetiert. Die Tunnelsanierung als Teil der Gesamterneuerung A 6 Rubigen–Thun–Spiez dauert samt späterem Rückbau des Verkehrskor­ridors bis etwa Ende 2020. Die Rekultivierungsarbeiten auf der Allmend werden im Sommer 2021 abgeschlossen.

Splitterschutzgalerie ist nicht mehr notwendig

Ebenfalls Teil des Projekts ist der Rückbau der 110 Meter langen Galerie vor dem Südportal des Allmendtunnels. Diese diente einst als Splitterschutz. «Damals schoss die Armee auf der Allmend noch anders – heute braucht es die Galerie nicht mehr», führt Mark Siegenthaler aus. «Deshalb wäre es sinnlos gewesen, sie für mehrere Millionen Franken zu sanieren.» Zudem wäre die Galerie dem Bau der Rampe in die Quere gekommen.

Die Demontage der 88 Fertigelemente der Galerie erfolgt zwischen dem 13. und dem 28. Februar in zehn Nachtschichten mithilfe eines Pneukrans. Dazu muss jeweils eine Tunnelröhre gesperrt werden. «Der Autobahnverkehr wird unter der Woche zwischen 20 und 5 Uhr einspurig und im Gegenverkehr durch den Allmendtunnel geführt. Je nach Witterung kann es zu Terminverschiebungen der Demontagearbeiten kommen», schreibt das Astra.

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