Bauerei setzt den Läden zu

Thun

Nicht nur der Verkehr, auch die Geschäfte sind von den beiden Grossbaustellen betroffen. Jetzt ergreift die Gemeinde Massnahmen.

Beim Berntorkreisel werden Werkleitungen ersetzt.

Beim Berntorkreisel werden Werkleitungen ersetzt.

Derzeit behindern zwei grosse Baustellen den Verkehr in Thun. Auch die Geschäfte klagen über Umsatzrückgang, weil die Baustellen den Zugang zur Innenstadt erschweren. Nun will die Stadt, wie dies eine Petition und ein Postulat fordern, die Bauzeit verkürzen.

Allerdings wird erst die zweite Bauetappe im kommenden Jahr mindestens einen Monat kürzer ausfallen, wie aus einer gemeinsamen Mitteilung der Thuner Stadtbehörden, dem Kanton Bern und der Thuner Innenstadtgenossenschaft IGT vom Freitag hervorgeht.

Die Bauzeit 2018 dauert wie vorgesehen bis im Herbst, genauer gesagt bis zum Thuner Volksfest des Ausschiesset Ende September. Als weitere Massnahme sollen die aufgehobenen Parkplätze an der Marktgasse nach dem Ausschiesset wieder zur Benützung freigegeben werden. Dadurch werde nach Angaben der Stadt die Zugänglichkeit zur unteren Altstadt verbessert.

Zu grosse Risiken

Wie von Bevölkerung und Politik gefordert, prüfte der Gemeinderat auch, die erste Bauettappe bis im Dezember zu verlängern und die täglichen Bauzeiten von 05.00 bis 22.00 Uhr auszudehnen. Doch dies berge zu hohe Risiken, betont der Gemeinderat in seiner Mitteilung.

So würden Bauarbeiten während des Stossverkehrs den Verkehr behindern und zu noch längeren Staus oder gar zum Verkehrskollaps führen. Daneben würden verlängerte Bauarbeiten auch das Weihnachtsgeschäft der Innenstadtläden tangieren. Zudem könnte das Wetter im Winter den Bauarbeiten einen Strich durch die Rechnung machen. Eine Verlängerung der Bauzeit bis November würde ausserdem erhebliche Mehrkosten von rund 200'000 Franken verursachen.

Weil diese mit der gewählten Variante entfallen, kommt die Stadt den Gewerbetreibenden in der Innenstadt entgegen. Der Gemeinderat hat einen Kredit von 100'000 Franken gesprochen für Massnahmen zur Steigerung der Attraktivität der Innenstadt. Die konkreten Massnahmen sollen zusammen mit dem Innenstadtgewerbe definiert werden.

Gute Nachricht für Gewerbler

Die Innenstadtgenossenschaft und die Postulanten begrüssten am Freitag die Massnahmen. «Unser wichtigstes Anliegen, nämlich die Verkürzung der Bauzeit, wird mit dem Vorschlag des Gemeinderates erfüllt. Zusammen mit den anderen Massnahmen ist dies eine gute Nachricht für die Innenstadt», wird IGT-Präsident Alain Marti in der Mitteilung zitiert.

Seit April herrscht im Thuner Stadtzentrum Einbahnverkehr. Dies führt zu erheblichen Einschränkungen und Staus, namentlich zu Stosszeiten. Die Bauarbeiten am Berntorplatz und am Lautitorstutz sind Folgearbeiten der neuen Stadtumfahrung Bypass Thun Nord. Damit der Bypass seine volle Wirkung entfalten kann, müssen in der Thuner Innenstadt diverse Strassen umgestaltet werden. Zugleich besteht vielerorts Erneuerungsbedarf.

sda

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt