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Bei der Scherzligschleuse steht wieder eine Holzsäule

Für den 1999 vom Hochwasser weggespülten hölzernen Wasserstandsmesser bei der Scherzligschleuse in Thun wurde ein Ersatz erstellt. Die Idee dafür stammt von Alt-Gemeinderat Hans Kelterborn.

Hans Kelterborn bei der neuen Säule.
Hans Kelterborn bei der neuen Säule.
Andreas Tschopp

Bei nebligen Wetterverhältnissen machten sich gestern Morgen Mitarbeiter des Thuner Tiefbauamtes auf der Mole zu schaffen, die derzeit zwischen der Scherzligschleuse und dem Göttibachsteg aus dem Wasser ragt. Die Arbeiter setzten einen runden Metallfuss in das frei stehende Gemäuer ein. Nachdem die Fixation ausgehärtet war, folgte am Nachmittag der nächste Akt.

Eine runde Holzsäule, gut 80 Kilogramm schwer, wurde an Seilen auf die Mole heruntergelassen. Die hölzerne Säule wurde in die Halterung gehievt und aufgerichtet. Beobachtet und fotografisch dokumentiert wurde dieses Geschehen vom Göttibachsteg aus von Hans Kelterborn. Der frühere Gemeinderat und Kulturvorsteher der Stadt Thun hatte nach eigenen Angaben «schon immer den Wunsch, diese Säule nach ihrem Verschwinden im Hochwasser von 1999 ersetzen zu können». Tatsächlich stand bis im Mai jenes Jahres vor der Scherzligschleuse eine Holzsäule, die früher zur Wasserstandsmessung diente.

In den Fluten verschwunden

Unter dem Druck des vielen Treibholzes, das aus dem hoch stehenden Thunersee angeschwemmt wurde, brach die Säule damals jedoch weg und verschwand in den Fluten. Der Verlust der «markanten Ikone mit ihrem dekorativen Zapfen» – so beschrieb Kelterborn einst die Holzsäule – liess den Alt-Gemeinderat aktiv werden.

Weil der Lauenen-Hofstetten-Ried-Leist jedes Jahr für eine «gute Tat» aufkommt, schlug er an einer Leistversammlung vor, die verloren gegangene Säule zu ersetzen. Die neue dient jedoch nur zur Dekoration, der Wasserstand wird heute auf der anderen Seite der Schleuse am Scherzligweg gemessen.

Mit Zustimmung zum Vorhaben wurde Kelterborn vom Leist zugleich ermächtigt, die Sache an die Hand zu nehmen. Das war vor rund vier Jahren. In Auftrag gegeben wurde die neue Säule bei der Drechslerei Bruni im Lerchenfeld. Diese verfügte von einer früheren OHA her schon über ein Rundholz in passender Länge von fast drei Metern, wie Kelterborn erklärt, und musste nur noch den Kopf in Form einer Eichel neu drehen.

Sowohl das kantonale Amt für Wasserbau als auch der regionale Oberingenieur und das städtische Tiefbauamt gaben ihre Zustimmung zur Ausführung des Vorhabens. Dafür musste aber erst noch die jetzige reguläre Seeabsenkung abgewartet werden, ehe die neue Säule als Geschenk des Leistes mit Unterstützung der Stadt aufgestellt werden konnte.

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