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Besinnliches Konzert jenseits des Trubels

Zu einer theatralischen Lesung mit Gesang unter dem Titel «Schneebälle in Briefkasten» lädt Madâme Dodo Hug mit Ensemble am 9. Dezember ins Kleintheater Alte Oele.

Das Programm «Schneebälle im Briefkasten» mit Dodo Hug (Mitte) und Ensemble bietet Lieder aus ganz Europa und eine Lesung der berührenden Geschichte «A Child’s Chrismas in Wales» von Dylan Thomas.
Das Programm «Schneebälle im Briefkasten» mit Dodo Hug (Mitte) und Ensemble bietet Lieder aus ganz Europa und eine Lesung der berührenden Geschichte «A Child’s Chrismas in Wales» von Dylan Thomas.
PD

Ein Waisenjunge steht in einer kalten, nebligen Nacht an der Strassenecke. Er fleht die Vorbeieilenden an: «Kupitye, koyf zhe, koyf zhe papirosn. Trukene, fun regn nit fargosn...» Auf Jiddisch singt das Kind frierend am Strassenrand: Bitte kaufen Sie Zigaretten, sie sind trocken und nicht nass vom Regen – das Lied «Papirosn» von Hermann Hymann Yablokoff geht zu Herzen und erinnert die Zuhörenden daran, in welchem Reichtum sie selbst leben. Dodo Hug hat es in ihr vorweihnächtliches Programm aufgenommen, das sie «Schneebälle im Briefkasten» nennt.

«Der Titel soll augenzwinkernd an Jugendstreiche erinnern», erklärt die Musikerin. Dazu passe die Erzählung «A Child’s Christmas in Wales» von Dylan Thomas bestens. In der deutschen Übersetzung von Hans Peter Treichler wird es gelesen, geflüstert, gekrächzt und gemurmelt von Dodo Hug und Hans Ruchti. Angereichert wird die Geschichte mit erlesenen ­adventlichen A-cappella-Songs und Balladen, gesungen von Dodo Hug und ihrem Ensemble mit Efisio Contini, Yvonne Baumer, Lucy Novotny und Hans Ruchti.

Weihnachtsstory mit Musik

Schon lange hegte Dodo Hug den Wunsch, einen vorweihnächtlichen Abend jenseits des Festtrubels zu gestalten. Darauf besann sie sich auf «A Child’s Christmas in Wales» von Dylan Thomas. Mit diesen Lausbubengeschichten trat sie einst mit Hans Peter Treichler an Weihnachtsfeiern auf.

Damals stand der grosse Kenner der Volkskultur noch selber als Barde und Liedermacher auf Bühnen und in Kleintheatern. Heute ist er ein gefragter Autor, Journalist und Kulturhistoriker. Mit seiner Übersetzung wurde die Idee geboren, diese Weihnachtsstory mit Musik zu einem Programm mit 17 Liedern aus ganz Europa zu verweben.

Aus dem besinnlichen und ein bisschen unheiligen Liederabend wird jedoch ein wundersames Konzert zum Lauschen und Innehalten. Der am meisten gecoverte Song der Welt «Halleluja» von Leonard Cohen findet sich genauso in der Liedauswahl wie «’s Abigsternli» von Arthur Beul aus den 1940er-Jahren.

Das Schlaflied «Headdy Down», das Lorin Sklamberg eigens für Woody Allens Sohn Arlo komponierte, gehört auch ins Programm. «Babes in the Wood», die englische Volksweise aus dem 17. Jahrhundert, erinnert stark an Hänsel und Gretel. Ebenso very british ertönen am Konzert «In the Bleak Midwinter» und der Ohrwurm «Deck the Halls». Dazu ­gesellt sich das Lied der Roma «Deves I Rat» (Tag und Nacht). Mit «Old Christmas», einer eigenen Komposition des Gitarristen und Sängers Efisio Contini, endet das Adventskonzert voller Tiefgang und Seelenwärme.

«Schneebälle im Briefkasten», Madâme Dodo Hug und Ensemble, 9. Dezember, 16 Uhr, Kleintheater Alte Oele, Thun. Vorverkauf www.theateralteoelethun.ch.

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