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Betrüger muss hinter Gitter

Ein Mann bot im Internet nicht funktionsfähige Datenträger an.

Das Regionalgericht Oberland verurteilte einen Mann wegen Betrug.
Das Regionalgericht Oberland verurteilte einen Mann wegen Betrug.
Marc Imboden

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Oberland, enthält nicht weniger als 29 Betrugsfälle. Der 29-jährige Schweizer aus der Region Thun ging dabei immer nach dem gleichen Muster vor: Auf verschiedenen Onlineplattformen bot er nicht existente oder nicht funktionstüchtige elektronische Datenträger zum Verkauf an. Dies, obwohl er nie die Absicht hatte, die Ware funktionstüchtig oder überhaupt zu liefern.

Die Geschädigten überwiesen jeweils dem Beschuldigten den inserierten Kaufpreis auf sein Konto. Wenn sie die Lieferung der Geräte reklamierten, vertröstete er sie mit fadenscheinigen Ausreden. Auf diese Weise ergaunerte der Mann rund 5550 Franken, mit welchen er unter anderem seinen Drogenkonsum finanzierte. Die Betrüge beging er von Herbst 2014 bis Sommer 2017 in der Region Thun und im Seeland.

Am Mittwoch hatte sich der Beschuldigte vor dem Regionalgericht Oberland in Thun für seine Straftaten zu verantworten. Zum Hauptvorwurf des gewerbsmässigen Betrugs gesellten sich Vergehen gegen das Tierschutzgesetz, mehrfache Übertretung gegen das Personenbeförderungsgesetz und mehrfache Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes.

Die meisten der Delikte gestand er – wie bereits bei früheren Befragungen – bei der Einvernahme durch Gerichtspräsidentin Eveline Salzmann ein. Nur das Vergehen gegen das Tierschutzgesetz bestritt der Mann immer noch vehement.

Er soll im Sommer 2016 einen ihm von seinem Bruder zur Betreuung übergebenen Hund in einem Wald an einem Baum angebunden und zurückgelassen haben. Wäre das Tier nicht zufälligerweise entdeckt worden, wäre es voraussichtlich verdurstet und verhungert. Der Hund sei ihm von seinem Bruder gar nie übergeben worden, gab der Beschuldigte zu Protokoll. Dem widersprach sein als Zeuge befragter Bruder.

«Jung und dumm»

Unbestritten waren elf Widerhandlungen gegen das Personenbeförderungsgesetz, das heisst das Zug- oder Busfahren ohne gültigen Fahrausweis, und der mehrfache Konsum von Heroin, Kokain und Cannabis. Verschärfend für die Strafzumessung wirkten sich die verschiedenen Vorstrafen aus.

So stand der Widerruf einer mit Urteil vom Herbst 2015 durch das Regionalgericht Bern-Mittelland bedingt ausgesprochenen Freiheitsstrafe von 18 Monaten sowie einer bedingt ausgesprochenen Geldstrafe im Zentrum der Urteilsfindung. «Warum haben Sie während der Probezeit weiter delinquiert?», gab die Gerichtspräsidentin ihrem Unverständnis Ausdruck. «Wahrscheinlich jung und dumm», so die lapidare Antwort.

Staatsanwältin Daniela Haeberli erachtete angesichts der verschiedenen Vorstrafen und der schlechten Prognose den Widerruf der bedingten Freiheitsstrafe als gegeben. Sie beantragte unter diesen Umständen eine unbedingte Gesamt-Freiheitsstrafe von 22 Monaten. Demgegenüber wollte die amtliche Verteidigerin vom Widerruf absehen. Sie beantragte eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen und eine Busse.

Die Einzelrichterin folgte den Anträgen der Staatsanwältin und verurteilte den Mann zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 22 Monaten und zu einer Übertretungsbusse von 1000 Franken. Zudem hat er Verfahrenskosten von rund 17 500 Franken zu tragen. Die Ansprüche der neun Privatkläger hat er grösstenteils anerkannt.

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