Bike-Spass für alle Niveaus

Thun/Steffisburg

Gute Nachricht für alle Mountainbikefans: Wenn alles rundläuft, beginnt in einem Jahr der Bau von zwei Bikestrecken in Thun und Steffisburg.

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Etwa zehn Jahre lang hat der Verein Bikepark Thunersee Ideen gewälzt, geplant und geprüft, um im Raum Thun/Goldiwil/Steffisburg eine Downhillstrecke bauen zu können. Nun ist er einen Schritt weiter: In der neusten Ausgabe des «Thuner Amtsanzeigers» ist das Baugesuch für zwei Mountainbikestrecken publiziert. Die eine soll in zwei Teilen von Goldiwil nach Thun führen, die andere von der Rabenfluh nach Steffisburg.«Beide Strecken werden je rund zwei Kilometer lang», sagt Jérôme Hunziker vom Verein Bikepark Thunersee.

Downhillfahrer werden auf ihre Kosten kommen – ­also jene Mountainbiker, die in schwierigem Gelände möglichst schnell bergab brausen. «Wir ­planen aber keine reinen Downhillstrecken, sondern sogenannte Flow Trails», führt Hunziker aus. Der Unterschied: Die Hindernisse sind rollbar. Sie können sowohl in einem Sprung als auch in relativ gemächlicher Fahrt überwunden werden, ohne dass man den ­Bodenkontakt verliert. «Damit ­werden die Strecken für alle fahrerischen Niveaus attraktiv, ob für Familien mit Kindern oder ambitionierte Abfahrer.»

Ein Gewinn für Tiere und Pflanzen

Im Vorfeld liess der Verein eine Umweltverträglichkeitsprüfung erstellen. Ein Ornithologe klärte ab, ob die Streckenführung die Lebensgebiete von seltenen Tieren und Pflanzen tangiert. Die Abklärungen hätten ergeben, dass sich die Situation für Tiere und Pflanzen sogar verbessern werde, weil die Biker künftig ­kanalisiert würden und nicht auf eigene Faust durch den Wald führen, so Hunziker weiter. Auch der Konflikt zwischen Bikern und Wanderern soll durch die neuen Strecken entschärft werden: In der Baupublikation ist von einer «Entlastung des Wanderwegnetzes» die Rede.

Dass der Bau der Strecken einen Eingriff in die Natur darstellen wird, ist den Initianten klar. Um den Einsatz von schweren Maschinen werden sie nicht herumkommen. Das habe den Vorteil, dass der Bau rasch vonstattengehen könne und die ­Natur danach wieder ihre Ruhe habe. «Damit wir nicht dauernd Unterhaltsarbeiten vornehmen müssen, werden wir alle 20 Meter eine Welle bauen, damit das Wasser abfliessen kann, statt die Strecke auszuspülen», umschreibt Jérôme Hunziker das Vorgehen. «Sonst fahren die Biker wieder auf eigene Faust durchs Gelände, was wir ja gerade verhindern ­wollen.»

«Damit wir nicht dauernd Unterhaltsarbeiten vornehmen müssen, werden wir alle 20 Meter eine Welle bauen, damit das Wasser abfliessen kann.»Jérôme Hunziker

Einwohnergemeinde Thun gehört zur Trägerschaft

Die beiden Mountainbikestrecken führten über Land, das zu 99 Prozent der Burgergemeinde Thun gehöre, die dem Vorhaben positiv gegenüberstehe. «Die Burger haben verlangt, dass die Einwohnergemeinde Thun ebenfalls hinter dem Projekt steht und Teil der Trägerschaft wird», sagte Hunziker weiter. «Sie wollen einen Ansprechpartner haben, falls unser Verein aufgelöst werden sollte.» Weitere Mitglieder werden die STI und Thun-Thunersee Tourismus sein.

Der Verein Bikepark Thunersee möchte im Herbst 2018 mit dem Bau beginnen können. Bevor es so weit ist, müssen die Initianten die Finanzierung sicherstellen. «Wir gehen von 400 000 Franken aus, um das Projekt umzusetzen», sagt Jérôme Hunziker. «Unterstützt werden wir von der Stadt Thun und vom Lotteriefonds.» Diese werden aber nicht die gesamten Kosten übernehmen, womit der Verein weitere Geldgeber suchen muss. «Wir sind aber zuversichtlich, dass wir den Betrag zusammenbringen.»

Thuner Tagblatt

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