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Brandstifterin muss in eine Therapie

Eine junge Frau legte am 9. Dezember 2016 in Thun dreimal Feuer. Die Gefängnisstrafe wurde zugunsten einer ambulanten psychiatrischen Behandlung verschoben.

Eine heute 31-jährige Frau legte im Dezember 2016 mehrere Feuer in Thun. (Symbolbild)
Eine heute 31-jährige Frau legte im Dezember 2016 mehrere Feuer in Thun. (Symbolbild)
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Es handelte sich am Freitag vor dem Regionalgericht Thun um ein abgekürztes Verfahren. Die Staatsanwaltschaft und Eduard Müller, der amtliche Verteidiger der Beschuldigten, hatten sich geeinigt. Es ging nur noch darum, dass die Gerichtspräsidentin Dorothea Züllig von Allmen die Anklageschrift zum Urteil erhob.

Deshalb wurde beim Verfahren nicht ausgeführt, warum eine 28-jährige Frau am 9. Dezember 2016 nacheinander in der Bahnhofstoilette, in einem Verkaufsladen und in einem Thuner Restaurant Feuer gelegt hatte.

Laut Anklageschrift ziemlich unprofessionell: Sie verstopfte Toiletten, verwendete WC-Papier, herumstehende Plastikbecher, Servietten, Handtücher, Rechaudkerzen, Zeitungen.

Anscheinend war sie vorher in der Bahnhofstoilette in eine bei ihrem damaligen Gesundheitszustand für sie lebensbedrohlich scheinende Situation geraten, als sie die Toilettengebühr nicht bezahlte.

Kein grosser Sachschaden

Verstehen kann sie laut Nachfrage dieser Zeitung ihre Taten heute nicht mehr, Psychopharmaka seien im Spiel gewesen. Zwei Brände konnten vom Personal gelöscht werden; beim Brand im Restaurant musste die Feuerwehr löschen, da die Frau das hauptsächlich aus Papier bestehende brennbare Sammelgut in vier durch Holzwände getrennten Toilettenabteilungen mit Brennsprit übergossen hatte.

Akute Gefahr für Menschen bestand in allen drei Fällen nicht. Die angemeldeten Sachschäden sind auch nicht besonders hoch; die Privatkläger hatten sich von der Verhandlung dispensieren lassen.

Vier Polizisten hielten damals die Frau noch im Restaurant an. Sie wehrte sich heftig, schrie, drohte, beschimpfte und tobte, sodass ihr schliesslich Hand- und Fussfesseln angelegt werden mussten. Deshalb wurde sie auch wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte angeklagt.

Die Staatsanwaltschaft verhängte in ihrer Anklageschrift eine Freiheitsstrafe von 16 Monaten, die unbedingt ausgesprochen wurde, aber zugunsten einer ambulanten Therapie von psychischen Störungen aufgeschoben wurde. Staatsanwältin Daniela Haeberli führte vor Gericht kurz aus, wie es zum Strafmass kam, das von der Gerichtspräsidentin bestätigt wurde.

Von den Delikten entsprechenden 24 Monaten Haft wurden 4 Monate wegen ­bedingter Schuldfähigkeit und 4 Monate wegen des Geständnisses und des kooperativen Verhaltens abgezogen.

Psychopharmaka nimmt die heute 31-jährige Frau nicht mehr, sie ist in einer für sie gut verlaufenden psychiatrischen Gesprächstherapie und hofft, bald eine Arbeitsstelle antreten zu können.

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