Bruchegg: Einzonung unerwünscht

Steffisburg

Eine Einzonung in der Bruchegg wird grossmehrheitlich abgelehnt. Das geht aus den Ergebnissen der Mitwirkung zum Raumentwicklungskonzept 2035 hervor.

Das Gebiet Bruchegg zwischen dem Brucheggweg (unterer Bildrand) und der Hartlisbergstrasse (oberer Bildrand) soll eingezont werden. Dagegen regt sich nun Widerstand.

Das Gebiet Bruchegg zwischen dem Brucheggweg (unterer Bildrand) und der Hartlisbergstrasse (oberer Bildrand) soll eingezont werden. Dagegen regt sich nun Widerstand.

(Bild: Google Maps)

Im August lud die Gemeinde zur Mitwirkung am Raumentwicklungskonzept (REK) 2035 sowie an den darin enthaltenen Ein- und Aufzonungen. Nun liegen die Ergebnisse vor. 147 Personen und Institutionen haben gemäss Mitteilung der Gemeinde ihre Meinung per Fragebogen kundgetan. Das entspricht rund einem Prozent der Steffisburger Stimmberechtigten. Mitgewirkt haben auch die meisten Ortsparteien. Das hat der Gemeinderat am Donnerstag mitgeteilt.

Als das «wesentlichste Thema» benennt die Gemeinde die Einzonungen. Das Resultat der Mitwirkung spricht hier eine deutliche Sprache: Über drei Viertel der Beteiligten lehnen die Einzonung im Gebiet Bruchegg ab. Die Interessengemeinschaft Bruchegg habe sich zudem gegen das REK als Ganzes geäussert, heisst es in der Mitteilung.

Zu den Auswirkungen, die diese Rückmeldung zum Gebiet Bruchegg für den weiteren Verlauf der Einzonungen hat, wollte sich Gemeindepräsident Jürg Marti (SVP) donnerstags nicht konkret äussern. «Zuerst suchen wir das Gespräch mit den Betroffenen.»

Die drei weiteren Gebiete, in denen Ein- und Aufzonungen vorgesehen sind – es sind dies die Au/Hodelmatte, die Stockhornstrasse sowie die Glättimüli –, erhielten mehr Zuspruch: Jeweils rund zwei Drittel sprachen sich dafür aus.

Zurückhaltend wachsen

141 Personen haben in der Mitwirkung die Fragen zum REK beantwortet. Rund zwei Drittel sind nicht damit einverstanden. «Dieses Resultat wollen wir nicht ignorieren», sagt Marti. Es sei aber zu beachten, dass das Planungsinstrument noch neu sei und das Verständnis dafür noch entstehen müsse.

«Zuerst suchen wir das Gespräch mit den Betroffenen.»Jürg Marti

«Zudem war der Bericht sehr umfangreich.» Es sei auch nicht so, dass das REK ein fixes Wachstum aufzeige, sondern vielmehr Möglichkeiten einer künftigen Entwicklung. «Wir lassen uns deshalb von diesem Ergebnis nicht entmutigen und können diese Rückmeldungen einordnen.»

Gerade das angedachte Wachstum der Gemeinde löste in der Mitwirkung auch kritische Rückmeldungen aus. Von 139 Mitwirkenden wollen 38 Prozent kein Wachstum mehr für Steffisburg. Eine gleiche Anzahl an Mitwirkenden unterstützen ein minimales Wachstum bis 1000 neue Einwohnende per Ende 2035.

Ein Viertel der Teilnehmenden kann sich ein durchschnittliches Wachstum vorstellen, welches von 1000 bis 1500 zusätzlichen Einwohnenden ausgeht. Nebst jenen, die gar kein Wachstum mehr wollen, sprach sich ein Drittel für Wachstum durch die bestehenden, noch nicht überbauten Baulandreserven, das letzte Drittel für die Verdichtung nach innen aus.

«Findet in der Gemeinde kein oder nur ein stark reduziertes Wachstum statt, wird Steffisburg langsam einen Rückgang der Bevölkerung erleben», gibt der Gemeinderat in seiner Mitteilung zu bedenken. Dies könne zu geringeren Steuereinnahmen führen und damit zu Problemen bei künftigen Investitionen. Ein nachhaltiges Wachstum müsse im Fokus stehen.

In einem nächsten Schritt werden nun Gespräche mit den von Ein- oder Aufzonungen betroffenen Grundeigentümern durchgeführt. Sobald alle Fragen geklärt sind, wird der Gemeinderat definitiv entscheiden und kommunizieren, mit welchen Ein- und Aufzonungen er in die öffentliche Auflage im ersten Quartal 2019 gehen will.

Berner Zeitung

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